XIV Buch VIII Capitel. 4Zl
Abwesenheit, hatte le Com(e es bey dem ersten Minister, Herrn Constance dahin gebracht, 1687daß er in ein Kloster hon Talapoins (so nennen sie ihre Priester,) war gesetzt worden, sie le Lomre.wo möglich zu bekehren. ' " "
In dieser Absicht legte er ihre Kleidung an, gieng frey mit ihnen um, und nahm ihre VersthwS,strenge Lebensart an; dieses wirkte etwas zu Madura a): allein die Verschwörung der rung znMalaio und Makastaren, welche sich damals ereignete, gab dem Herrn Constance soviel Siam.zu thun, daß er nicht Zeit hatte, an den Missionär zu denken. Der König und sein Minister,der römischkatholisch ä) war, nebst allen, die sich zum römischen Glauben bekannten, stun-den in Gefahr, in einer Nacht hingerichtet zu werden. Allein, die Verschwörung ward zurechter Zeit entdeckt, und man strafte die Schuldigen.
Weil sich die Zeit näherte, da Tachard mit neuen Missionarien und Mathematikern Sie segelnanlangen sollte: so beredeten die andern Jesuiten den le Comte, sich mit ihnen nach China nach China,zu Schiffe zu begeben. Den i?ten des Brachmonats im Jahre 1687 segelten sie alle nachNing po, einer wichtigen Stadt und Hafen in Che kyang ab. Sie hielten nicht fürgut nach Ma kau ("wie sie erst Willens waren) zu gehen, weil ihnen berichtet wurde, diePortugiesen würden sie nicht allzuwohl empfangen. Der Verfasser rücket hier ein Tageregi-ster ihrer Reise ein r), und verspricht dem Herrn pontcharrrain, an welchen der Briefgerichtet ist, einige geographische Nachrichten bey anderer Gelegenheit ei).
Sie befanden sich auf einem kleinen chinesischen Schiffe, das die Portugiesen ein Som-me nennen, ohne einige Bedeckung vor dem Wetter, und so enge beysammen, daß sieaus Mangel des Platzes nicht liegen konnten. Bey ihnen stund ein Götzenbild, das vondem Rauche einer ihm zu Ehren beständig brennenden Lampe schwarz war, und täglich mitteuflischem Aberglauben verehrt wurde. Dieses war ihnen so sehr zuwider, als die Hitzeder gerade auf ihre Köpfe scheinenden Sonne. Kaum hatten sie Wasser, den Durst zu lö-schen, und drey Mahlzeiten Reiß einen Tag, waren ihre ordentliche Nahrung.
Der Hauptmann lud sie zwar oft ein, mit ihm zu essen: sie entschuldigten sich aber, Abergläu-weil die Speisen erst dem Götzenbilde geopfert wurden. Weil sie die Sprache nicht reden bische Ge-konnten : so suchten sie die Leute manchmal durch einen Dollmetscher von der Thorheit ihres Ver- bräuche.fahrens zu überführen. Endlich ward der Streit hitzig, die Schiffsleute wurden über das,was sie von ihrem Bilde sagten, ergrimmt, und giengen, mit drohenden Blicken, und mithalben Piken bewaffnet, auf sie los: allein es geschah, ihrem Götzen zu Ehren einen Umgangzu halten, nicht die Reisenden zu beschädigen.
Der Verfasser glaubet, es sey schwerlich ein Volk so abergläubisch, als die Chinesen e),die selbst dem Compaffe, nach dem sie steuern, Opfer bringen, ihn beständig beräuchern, und ihmoft Speisen zum Opfer vorsetzen. Zweymal den Tag warfen sie kleine Stückchen Goldpapier,wie Geld, in die See, solche gleichsam sich gefällig zu erhalten. Manchmal schickten sie ihr einigeBoote aus eben der Materie gemacht, damit die Wellen solche herum werfen, und indessenihr Fahrzeug verschonen möchten. Wenn aber die See sich durch nichts besänftigen ließ,und ungestüm ward, so brannten sie einige Federn an, deren häßlicher Gestank und Rauch,genug waren, den Teufel fortzujagen, der ihrer Meynung nach solches Ungestüm verursacht.
c) Vielleicht wird das folgende Tageregister da- -) Dieß gilt nicht von den Chinesen überhaupt,mit gemeyner. noch von des Lonfnci».-; Anhängern, sonder» von
,/) s.c Lomres Nachricht von China, auf der den Nachfolgern der Religion des Fo.
Z und folgenden Seite.