Band 
Fünfter Band.
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Reisen nach dem Reiche China.

Der II Abschnitt.

^brans Gesandten fernere Bewirthung Zeit seines Aufenthalts zu Pe king.

'-- ' Beschreibung des PallastS. Des Kaisers Thron; Processionen der Priester. Abschiedsaudienz.

dessen Gestalt. Schauspielhaus. Künstliche Ceremonien dabey. Kaiserliche Wachen. HausGaukler. Comödie und Possenspiel. Bewir- und Kirche der Jesuiten. Elephanten des Kaisers,thnng beym Untertänige. Ordnung des Mittags- Derselben besondere Gelehrigkeit. Hundefleisch'Mahls. Wie sie vvm Schatzmeister bewirthet wird gespeist. Affen, die auf dem Seile tanzen,worden sind. Märkte zu Pe king. Neujahrsfest. Seltsame Thiere. Der Gesandte verläßt Peking.

Beschreibung kaiserliche Pallast ist ein langlicht viereckiges Gebäude von Ziegeln, zweimal so lang,besPallastes.*-^ als es breit ist, und acht Faden hoch, bis an das Dach, das mit gelben glasittmZiegeln bedeckt ist, darauf sich Löwen, Tyger, und allerley anderes Bildwerk befinden.Man steigt auf verschiedenen Stufen zur Halle , und der weiter hin liegende Theil, oderEingang derselben, ist mit kleinen offenen Plätzen, oder Fenstern, versehen, die keine Glas-scheiben hatten, sondern mit Papiere versetzt waren. An jedem Ende befand sich eine Thüre,deren Obertheil mit einer Art Bildhauer-arbeit, fast wie eine Krone, und sehr wohl vergoldet,geziert waren. Die inwendige Seite des Daches, die statt einer gewölbten Decke dienet,bestund aus artigen schön gefärbten und vergoldeten japanischen Fließchen. Die Halle istetwan dreyßig Faden lang, und zehn breit. Der Fußboden war nach tartarischer Act mitTeppichten belegt, auf denen sich Landschaften und Bilder befanden.

Kaiserlicher Der Thron steht dem östlichen Eingänge gegen über, gegen der Hintern Mauer, undThron. ist etwan drey Faden breit, und eben so lang. Vor ihm sind zwo Treppen, jede von sechsStufen, mit Geländern, und gegossenem sehr gut vergoldeten Laubwerke geziert. Auf derrechten und linken Seite waren auch Geländere von gegossenem Bildwerke; einige sagten, dieseswäre Gold, andere es wäre Silber, wenigstens war es ungemein wohl vergoldet. Gleich in derMitte dieses erhöhten Platzes ist ein Thron, der einem Altare glich, und zwo Thüren hat;in demselbigen befindet sich des Kaisers Sitz, ungefähr eine Elle hoch, mit schwarzen Zobelnbedeckt, auf welchen er mit unter sich kreuzweiö gelegten Füßen saß.

Seine Ge- Dieser Monarch war damals ungefähr fünfzig Jahre alt, und sein Ansehen sehr ange-stalr. nehm. Er hatte große schwarze Augen, und seine Nase war etwas erhöhet. Er trug einenkleinen schwarzen Knebelbart, sonst aber wenig oder keinen Bart. Die Pocken hatten ihnsehr gezeichnet, und er war von mittelmäßiger Größe. Seine Kleidung bestund aus einergemeinen, dunkelfarbigen damastenen Weste, und einem Wammse von dunkelblauem Satin,mit Herminchen geziert. Von dem Halse hing ihm eine Korallenschnur auf die Brust her-unter. Er hatte eine warme Mütze auf dem Kopfe, die mit Zobel aufgeschlagen war, undauch einen rothen seidenen Knoten, nebst einigen hinterwärts hinunterhängenden Pfauen-federn hatte. Sein Haar hing in eine Locke zusammengeschlagen hinter ihm. Er hatteHosen von blauem Sammte an, aber weder Gold noch Juwelen um sich. Während derMahlzeit redete keiner von den Mandarinen das geringste, und alle saßen sehr still, mitsittsam niedergeschlagenen Augen.

Schauspiel- Den Tag darauf schickte der Kaiser zweene Mandarinen, mit fünfzig Pferden zu seiner' Begleitung, und ließ ihm melden, Seiner Majestät Gefallen wäre, wenn dem Gesandtenbeliebte, die Stadt zu besehen, sollte ihm alles merkwürdige gezeigt werden. Hierauf ritter mit diesen Herren aus, die ihn auf kaiserlichen Befehl zu einem Schauspielhause brachten,

welches