Band 
Fünfter Band.
Seite
533
JPEG-Download
 

XIV Buch XIII Capitel. W

seifen, hat sich gezeigt, da er die gefährlichsten Zusammenverschwörungen unterdrückt hat, 1717ehe sie einige Unruhe im Reiche verursachen konnten. Kein Statthalter, der mit Billig- Lange. ,keit bey ihm verklagt wird, kömmt ungestraft davon. ' ^

Gegen das Volk ist er ungemein gnädig. Er hat oft bey Theurung die Abgaben und Freyge-erlasten, und einige Millionen an Gelde und Reiße unter die Bedürftigen auszutheilen be- bigkeit.fohlen. Gegen die Soldaten ist er sehr freygebig, bezahlet ihre Schulden, wenn ihr Solddazu nicht zureicht, und beschenket sie oft gegen den Winter außerordentlich mit Kleidern.

Die Kaufleute insbesondere, die mit den Rußen handeln, erhalten öftere Merkmaale seinerGüte. Denn wenn sie vielmals ihre Zahlung nicht zu gesetzter Zeit verrichten können,so schießt er ihnen Geld aus seinem Schatze vor, damit ihre Gläubiger nicht klagen dürfen,daß sie aufgehalten würden. Im Jahre 1717 war die Handlung zu pe king so schlecht,daß die rußischen Kaufleute ihre Waaren nicht absetzen konnten, da der Kaiser denn seinenUnterthanen verstattete, ohne Bezahlung der gewöhnlichen Abgaben mit ihnen zu handeln,welches dieses Jahr einen Verlust von zwanzigtausend Unzen Silber in seinen Einkünftenverursachte.

Die Gelehrten werden bey diesem Monarchen sehr hoch gehalten, gleichwohl sorget erdafür, daß sie dem Volke nicht zur Last fallen. Dieses machet seine Regierung so ruhmwür-dig, daß die Chinesen solche, durch die Benennung Tey ping, große Ruhe unterscheiden.

Rang hi hatte, soviel sie bey Hofe erfahren konnten, neunzehn Sohne*und zwölf Töchter, Zahl seineralle verheirathet bis auf zwo Prinzeßinnen, deren eine dreyzehn und die andere zwölfJahre Kinder,alt war; drey Prinzen und eben so viel Prinzeßinnen sind gestorben. Die meisten seinerTöchter sind in der Tartarey verheirathet. Wie er keine Mittel unversucht gelassen hat, dieKönige und Fürsten dieses weiten Landes sich zu verbinden: so sind die meisten von ihm jeßoseine Vasallen. Es ist erstaunlich, zu sehen, in was für Menge sie jedes Jahr im Jennerund Hornung einige fünfzig bis sechzig Tagereisen weit nach s)e king kommen, Seiner Ma-jestät am Neujahrstage Glück zu wünschen. Sie werden alle von dem Kaiser sehr höflichempfangen, erhält sie, so lange sie da bleiben, frey, und beschenket sie außer andern Klei-dern , mit einer Weste.

Seiner Religion wegen verdienet er Ruhm. Denn da er in seinen jüngern Jahren der Seine Reli-Abgötterey sehr ergeben gewesen ist, so hat er oft zu den Jesuiten gesagt: ich bethe nicht Swn.das Firmament oder die Sternen an, sondern den lebendigen Gott Himmelsund der Erden lch. Er hat viel römischkatholische Bücher gelesen, duldet diese Religion,und hat ihnen so gar vor einigen Jahren funszehntausend Unzen Silber, zu Erbauung einerKirche verehrt. Nun aber haben ihn in seinem Alter seine Weiber verführt, daß er seineGötzen um langes Leben ersucht r), welches er gleichwohl mehr aus Gefälligkeit gegen sie,als aus Vertrauen auf diese Götter zu thun scheint. Gleichwohl haben die Christen keineUrsache, über einiges harte Begegnen des Kaisers zu klagen, ob sie wohl von den Vorneh-men viel Verfolgung ausstehen, die das Christenthum (er sollte sagen die römische Religion)gern ausrotten wollen ä).

Txx z Folgende

r) Unstreitig redeten die Jesuiten dieses dem Kai- sionarien unter einander, nicht mehr so gewogen war,ser nach, da er ihrer Religion in den letzten Iahten, wie das fünfzehnte Capitel zeigen wird.wegen der Streitigkeiten und des Hasses der Mis- LanZeamvbenangef.Orte,a.d.;iu.s.Seite.