54, Reifen nach dem Reiche China.'
i72o Bey seiner Rückkunft nach Italien, erhob der Legate seine Verdienste, und die Univ?r-Viam. sität zu Turin nahm ihn unter die Zahl der zwölf Theologen auf, die diejenigen, welche'—^—'Doctores werden wollen, examimren müssen. Er hätte könnenProfessor der Gotkesgelahrt-heit werden, wollte aber nicht. Ob er wohl im Jahre i?Z 5 zum Provincial in Piemonternannt, und im Jahre 1738 Generaldefinitor ü) wurde: so begab ersich doch eben das Jahrnach Rom, daselbst ruhiger zu leben. Allein, bald darauf schickte ihn der General derServicen, zu seinem großen Misvergnügen, nach Neapoliö, als seinen Generalvicarius,einige Zwistigkeiten unter den Mönchen in diesem Königreiche beyzulegen. Nach der Zeitmachte er ihn zum Prior von Gt.Marcell zu Rom, welches Amt aber Vr'ani nicht antrat,da ihn ein Schlagfluß zu Neapolis, am Ende dieses Jahres, im neun und vierzigsten Jahreseines Alters wegnahm r).
Seine Werke. Weil er sich im Collegio von Gt. Joseph zu Bononien befand: so gab er, italienisch,eine Schrift von den Seelen der Thiere heraus ^), die aus dem Französischen, welcheser vollkommen verstund, übersetzt war. Er hat auch einige vorläufige Betrachtungen seinerTheologie zu Modena, wo er einige Zeit gelehrt hat, herausgehen lassen. Der Verfasserdes Briefes, aus welchem diese Nachrichten genommen sind, saget, dieß Werk sey voll schö-ner Untersuchungen zur heiligen Erdbeschreibung, Zeitrechnung und Kirchengeschichte gehörig.Kurz, er stellet den Verfasser dieses Tageregisters, als einen so gelehrten als redlichen Mannvor, dessen Umgang angenehm, sein Bezeugen uneigennützig, sein Gemüthe gegen allegütig, und ohne Rachgier gewesen.
Absicht de» Die Absicht dieser Nachricht vom Viani geht dahin, um zu zeigen, wie weit man sichErzählung, auf ihn verlassen kann. Obwohl wenig Leuten der Zweck von Mezzabarbas Abfindungunbekannt war: so wußte man doch die besondern Umstände davon nicht, bis sein Beicht-vater sie entdeckte. Er verzeichnet, nach Art eines Tageregisters, was täglich vorgegangen ist.Er schreibt kurz, aber deutlich, und verdienet die Aufmerksamkeit seiner Leser. Sie werdenbey ihm ein Beyspiel von der Staatskunst der Päbste und ihrer Minister, in Ausbreitungund Befestigung ihrer Herrschaft, antreffen. Diejenigen, welche noch nicht wissen, wiesorgfältig die Jesuiten sind, das Ansehen ihrer Gesellschaft, auch auf Kosten der Religion,zu erhalten, ohne sich um Päbste und deren Bullen etwas zu bekümmern, dürfen nur indieses Werkchen sehen, dessen vornehmster Gegenstand der Gesellschafter Jesu Aufführung undMeynungen sind. Doch, die Sache vollkommen zu erläutern, muß man etwas zurück gehen.
Zwistigkeiten Du Halde geht in seiner Beschreibung von China e) sehr kurz über die Streitigkeitenunter den hinweg, welche die Miffionarien in diesem großen Reiche zwanzig Jahre hintereinander ge-theilt haben. Er erwähnet zwar, die wichtigsten Parteyen von beyden Seiten, vergißt aber
dabey nicht, zu verstehen zu geben, daß die Feinde der Jesuiten sie auf die unredlichste Artbey verschiedenen Päbsten, und bey der Welt überhaupt, verleumdet hätten. SeinemBerichte nach, kamen die Streitfragen darauf an: „ i) Ob die Chinesen durch die Worte„Tyen und Ghang ri nur den materialischen Himmel, oder den Herrn des Himmels selbst,„verstünden? 2) Ob die Ceremonien, die sie in Absicht auf die Verstorbenen, besonders
-) Ein Rath oder Beystand des Generals eine«Ordens.
c) Mbl. rsik. XXV Band, l Theil, auf derrvz und folgenden Seite.
Ist vermuthlich das Werk: Iraks «lel'Lwe
et «le la connolstsnce lles detei etc. par s. l)"*Amsterdam 1681, ir
e) Siehe II Band auf der Z'sten Seite bttenglischen Ausgabe in Folio.