Band 
Fünfter Band.
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XIV Buch XV Capitel

S4Z

»den Philosophen Konfucius, zur Religion oder zur Policey zu rechnen, als Opfer oder als l 7 2 c>„bloße Gebräuche anzusehen sind? „ . Viani. ^

Matthäus Riccius /), ein Jesuit, der im Jahre t§8°, etwa» sechs und dreyßigJahre nach dem Jafparo de la Cruz, einem portugiesischen Dominicaner, der das Evan- -gelium in China gepredigt hatte, daselbst anlangte, war der Meynung, man könnte die mei-^sten von diesen Ceremonien dulden, „ weil sie nach ihrer ersten Einführung, und nach der„ Absicht der verständigen Chinesen, in welcher ihre Neubekehrten sorgfältig unterrichtet„ wurden, bloße äußerliche Gebräuche wären. „ Du Halde meldet nicht, was des RicciusMeynung wegen des ersten Punctes gewesen ist; aber sowohl aus den folgenden als aus an-dern Nachrichten erhellet, daß er geurtheilt habe, die Gelehrten betheten den wahren Gottunter dem Namen Tpen an; und es entstünde also nichts Übels daraus, wenn man gleichden Chinesen ihre vorige Verehrung fernerhin zuließe.

Die Dominicaner gegentheils behaupteten, die Chinesen betheten unter dem NamenTyen und Ghang ri den körperlichen Himmel an; begiengen folglich dadurch eine grobeAbgötterey, und opferten den Todten wirklich, auf eine Art, die mit dem Christenthumsnicht bestehen könnte. Riccius Nachfolger im Jahre 1610, Longobardi, war eben derMeynung mit den Dominicanern. Alle Jesuiten in Japan, und ein Theil von den chine-sischen , stimmten ihm bey. Diesen Umstand hat der Journaliste aus dem du Pin F)genommen, da ihn du Halde sehr bedächtig weggelassen hat, und hingegen versichert, eShätten sich einige Dominicaner für den Ricci erkläret ^).

Doch dem sey wie ihm wolle, so wurde der Streik immer hitziger, und beyde Parteyen Die chinefl-bereiteten sich, die Sache nach Rom zu berichten. Morales, ein Dominicaner, der im ^re-

Jahre 164; zuerst daselbst ankam, erhielt von dem Pabste Innocemius X ein Decret vomi2ten des Christmonatö wider die Erlaubniß, welche die Jesuiten gaben; Martini aber, Pisten zr,den diese abgesandt hatten, stellete das Jahr darauf die Sache von einer andern Seite vor, billigt,so daß die Congregation cle proxaZuncla 6äe einen Theil der chinesischen Verehrung bil-ligte r), und solchen als bloß was äußerliches ansah. Pabst Alexander VH bestätigte dieseErklärung durch ein Decret vom -zsten März des Jahres 1656, ohne gleichwohl Inno-centii seines zu wiederrufen. Von dieser Zeit an, bis ins Jahr 1684, ruhten, wie du Haldemeldet, alle Streitigkeiten in China K). Da im Gegentheile du Pin berichtet, die Do-minicaner hätten ihre Klagen im Jahre 1661 und 1674 unter Innocenkii XI Regierungerneuert. Herr Margret, ein sorbonnischer Doctor, der zu dem von dem Pabste gestifte-ten Seminario der fremden Nationen gehörte, und von dem Pabste zum Vicario Apostolicovon Fc> kyen, und nachgehends zum Bischöfe von Conon gemacht wurde, gab an demOrte selbst, den 2§sten März, im Jahre 169z, eine Verordnung heraus, welche beydeStreitfragen, den Jesuiten, zuwider entschied.

Dieser Befehl ward dem Pabste im Jahre 1696 vorgelegt, nebst der Bitte, daß Seine und ver,Heiligkeit selbst darüber urtheilen möchten, welche im Jahre 1696 eine Congregation zu Un- dammr.tersuchung dieser Sache anordneten. „ Nunmehr, saget der jesuitische Geschichtschreiber /),

„ verenngte

/) Einige nennen ihn Riccio.

lUN. cle l'kgl. en Abrege l'.IV. p. 402.v Auflage, Paris ,7,4.

/,) Libi. »iü XXV Band, I Theil, auf der ic>;

und folgenden Seite,r) Daselbst auf der 40Z Seite.

Am oben angeführten Orte, auf der zr Seite./) Daselbst auf der zr Seite.