XIV Buch XV Capitel.
vor, der Kaiser würbe dasjenige, was er wegen Beobachtung der Ceremonien verordnet 1720hätte, nicht wiederrufen. Alle viere sehten hinzu, es gehöre nicht für den Pabst, die chine- tNezzabar--sischen Gebräuche zu ändern. Seine Heiligkeit widersprächen durch diese Verordnung dem-- , ,
jenigen, was ihre Vorfahren befohlen, und wenn Seine Excellenz ihren Rath annähmen,so sollten sie bey Zeiten vermeiden, sich eben die Verdrüßlichkeiten zuzuziehen, die HerrnMaigrot und Castorano begegnet wären, weil dieselben des Cardinals de Tournon Par-tey genommen hätten.
Der Legat antwortete hierauf, Seine Heiligkeit begehrten niemanden, als Christen, Des LegatenGesetze vorzuschreiben. Seine Entscheidung wäre auf Berichte abgefaßt, die neuer wären, Antwort,als diejenigen, nach denen sich feine Vorfahren gerichtet, und er für seine Person, würdenichts unterlassen, wodurch er Seiner Majestät Gnade erlangen könnte.
Die Mandarinen verlangten, er sollte die beyden Punkte, um die er ansuchte, schrift-lich aufsetzen, und da solches geschehen war, so begaben sie sich fort. Nachgehends wardHerr Mezzabarba mit seinen Leuten in ein Lusthauö, drey Seemeilen von der StadtLhang chung pwen gebracht.
Der Kaiser hielt sich ordentlich in dieser Stadt auf und brachte nur wenige Tage jähr-lich zu Peking zu.
Den 26sten des Morgens, ward vor des Legaten Wohnung eine Soldatenwache gesetzt, Verbrüßlichsmit scharfem Befehle niemand herausgehen zu lassen. Den Abend kamen die vier Manda- Bokhschast.rinen mit Erfrischungen wieder, welche der Kaiser Seiner Excellenz sandte, und thatenihm nach den gewöhnlichen Ceremonien die empfindliche Erklärung. 1) Der Kaiser sey nieWillens gewesen, eine Verordnung anzunehmen, die den unveränderlichen ReichSgesetzenzu wider wäre, und beföhle daher, daß er und alle Missronarien nach Europa zurück ge-hen sollten, diejenigen ausgenommen, die freywillig da blieben, oder wegen ihres Altersund ihrer Krankheiten die Reise nicht unternehmen könnten, welchen Seine Majestät da zubleiben vergönnen wollten ; und möchten solche in China nach ihrem eigenen Gesetze leben.
2) Da Herr Maigror die erste Ursache von den Unruhen, welche die Constitution erregthätte, wäre: so hätte ihn der Legat mitbringen sollen, die Ursache seiner Meynung anzuzeigen,z) Seine Majestät hätten anfänglich den Vorsatz gehabt, den Legaten mit allen möglichenEhrenbezeugungen anzunehmen, aber seit dem sie wüßten, was sein Anbringen wäre, so ver-langten sie ihn nicht zu sehen.
Herr Mezzabarba beantwortete diese Bothschaft auf eine Art, dadurch er sich voll- Berathschla-kommen in seinem Ansehen erhielt »). Nachdem er den Mandarinen seinen Schmerzen Zung barü-entdeckt hatte, so erinnerte er, es würde wider die Ehrfurcht, die man dem Kaiser schuldigwäre, gelaufen seyn, wenn man den Maigroc nach China zurück bringen wollen; der dar-aus vertrieben worden wäre. Der Pabst habe seine Constitution, nach reiflicher Untersuchung,bekannt gemacht. Er ersuchte die Mandarinen, sie möchten dem Kaiser anliegen, wenig-stens Seiner Heiligkeit Schreiben zu lesen, und versicherte sie, weil er ihre Antwort erwar-tete, so wollte er den Himmel um Beystand anflehen, daß er sich dabey auf die beste Artaufführen möge. Nach-
»1 Du -Halse In seiner Beschr. von China im Pabstes neuntausend Seemeilen hergekommen bin,
II Bande auf der 34 Seite, hat die Sache ganz an- und doch nicht die Ehre habe, weder Seine Maje-ders vorgestellet Nach demselben rufte der Legat stät zu sehen, noch denenselbkU dkö Pabsteö Schrei-aus: wie unglücklich bin ich, daß ich auf Befehl des ben zu überreichen.