Band 
Dreyzehnter Band.
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»4 Reisen und Entdeckungen

Christoph vermeynte man Land zu sehen; und die kleine Caravelle, welche voraus lief, lösete ein Stück,Lolumbns. und gab allerley andere Losungszeichen einer glücklichen Begebenheit: allein zuletzt sah man. abermal, daß es ein Irrthum gewesen war, den das Gewölks verursachet hatte. Das

WieColum- Mm'^n und aufrührische Bezeugen brach von neuem aus. Die Verzweiflung, worein diebus solches Äugst vor dem bevorstehenden Tode einen jedweden setzete, der ihn entweder durch Hungerstillet- oder Schiffbruch für unvermeidlich hielt, verursachte, daß sie alle Gesetze der Ehre undPflicht vergaßen; der Admiral schwebte in größerer Gefahr, als jemals. Sogar die Pin-zone traten ohne Bedenken auf die Seite der Aufrührer. Endlich als der Aufruhr so all-gemein wurde, daß Columbus weder von der Schärfe noch von der Gelindigkeit einigeWirkung mehr hoffen konnte, brach er gegen die allerunbändigsten mit einem Vorschlageheraus, der ihre Wuth sogleich Mete. Er versprach, wofern innerhalb drey Tagen keinLand erscheine»), so wolle er gestehen, daß er sich geirret habe, und ihrer Rache sich wil-lig unterwerfen. Diese Erklärung drang ihnen ins Herz. Unterdessen vermaßen sie sichdoch mit heftigen Schwüren, wenn nach dreyen Tagen noch nichts ZuverläßigeS zu erblicken sey,so würden sie den Rückweg nach Europa nehmen. Man hat jederzeit geglaubet, Lolum-bus habe sich ohne sonderliche Gefahr eine so kurze Frist setzen können. Denn seit einigerZeit hatte er mit dem Senkbleye Grund gefunden, und aus der Beschaffenheit des Sandesoder Schlammes geschlossen, er nähere sich dem Lande wirklich. Das Allergewiffeste ist,er hatte noch vor, Ablaufe der gesetzten Tage, Land entdecken können, wenn er sich nachZeichen, die sie Süden, dahin alle kleine Vögel ihren Flug nahmen, gewendet hätte. Man sah bestan-rrösten/ big neue Schaaren von ihnen, und hörete sie singen. Man konnte ihre Farbe erkennen.

Die Thunfische erschienen in größerer Anzahl als sonst. Doch die beyden folgenden Tagezeigten einige Merkmaale von anderer Beschaffenheit, welche jedermann, auch dem aller-verzagtesten, Muth einflößeten. Die Matrosen auf dem Admiralsschiffe sahen einen großengrünen Fisch von der Gattung, welche sich nie weit von den Klippen entfernet, vorbeyschwimmen. Die auf der pinra sahen ein frisch abgeschnittenes Rohr treiben, sie fischetenauch ein gearbeitetes Stück Holz nebst einem Büschel Gras auf, und schien es, als ob dasletztere erst vor kurzer Zeit am Ufer irgend eines in Norden befindlichen Flusses ausgeriflenseyn müßte. Die auf der LTlma sahen einen Zweig vom Dornbüsche nebst seiner Frucht.Man schöpfte frischere Luft, als bisher; und was bey einem Seefahrer; wie Columbus war,den größten Eindruck machte, so war der Wind ungleich, wechselte bey Nachtzeit zum öf-tern ab, und kam folglich, wie man aus diesen Umständen schließen mußte, vom Landeher. Daher wartete er nicht einmal so lange, bis der dritte Tag verlaufen war, sondernmeldete, er hoffe noch diese Nacht Land zu erblicken. Er befahl Bethstunden zu halten, er-mahnete die Steuerleute, fleißig auf ihrer Hut zu seyn, und ließ alle Segel, bis auf einUnteres an Fockemast hissen; auch verordnete er aus Beysorge, es möchte irgend einWindstoß die Caravellen aus einander streuen, die Losung zum Versammeln. Zum Be-schlusse versprach er, die von Ihren katholischen Majestäten x) für denjenigen, der am erstenLand sehen werde, bestimmte Belohnung noch mit einem Sammtmantel zu vermehren.Man ent- Als er um zehn Uhr Abends im Hintercastelle sich befand, erblickte er Licht. Sogleichdecket Land. ließ er den Peter Guttierez^) ältesten Bedienten der Kleiderkammer der Königinn, in

aller

GvieSo Cap. 5. Zwey und dreyßig Maravedis machen fünf spani-

>v) Sie betrug zwey tausend Maravedis jährli- sehe Stüber-che Einkünfte, oder ungefähr fünf hundert Thaler. §) Nach des Vviedo Bericht hieß er Escobed».