in America. V Buch. l Cap. »7
von Menschen nebst ihnen bewundern möchten, und gaben durch Aufheben der Hände zu Lbristophverstehen, daß selbige ihres Erachtens vom Himmel herab gekommen seyn müßten. An Kolumbus,eben diesem Orte entdeckten die drey Caravcllen eine Halbinsel, die man ohne sonderliche . ,
Mühe auf allen Seiten mit Wasser umgeben, und zu einem sehr festen Plaße machenkonnte. Man erblickte daselbst sechs Häuser und einige Baume, welche, wie es schien, zuAuszierung der Gärten dieneten. Allein, weil der Admiral einen Ort, der ihm Lebensmittelliefern könnte, aufzusuchen Willens war: so schaffte er die übrigen Wilden vom Bordeund nahm nur sieben, um ihnen die castilianische Sprache beyzubringen, mit. Den izten, CslumLu«als er eine Menge grünender und bewohnter Inseln erblicket hatte, näherte er sich einer, entdecket nochwelche sieben Meilen weit von der vorigen lag, und von ihm la Conception benennet An-würbe. Sie schien ihm aber so leer von Lebensmitteln zu seyn, daß er nicht länger, als ei-ne einzige Nacht, dabey vor Anker liegen blieb: aber denkten nahm er in einer dritten Wasseran Bord. Die dasigen Einwohner hakten ein weit artigeres Wesen. Die Weibespersonenwaren vom Kopfe bis auf die Füße bekleidet, einige mit Catune, andere mit Laube. Sie Znsel Fern»«-bekam den Namen Lernandme. Die Castilianer sahen allerley, aber von den europäi- ^ine.sehen meistentheils unterschiedene, Vögelgattungcn; imgleichen Fische von allerley sehr schönenFarben; Eydechsen von ungeheurer Größe, die ihnen nicht wenig Furcht einjagten, nachge-hends aber,da sie erfuhren, das Fleisch dieser Schlangengattung sey ein vortreffliches Leckerbiß-chen, bedauerten sie ihre damalige Unwissenheit ungemein. Ferner sahen sie Kaninchen in Grö-ße der Ratten, nebst einer Menge Papagcyen, aber kein einziges vierfüßigesThier, das sie zu es-sen sich getrauetcn. Unterdessen zeigte die Insel mehr Häuser, als sie bishergcsehen hatten. Eshatten selbige dieGestalt eines Zeltes nebst einer Art von Portalen; sie waren, um den Regen undWind abzuhalten,mitZweigen gedecket, und um denRauch abzuführen, mit vielen Röhren verse-hen. Von HauSgerathe war nichts anderes darinnen, als einige elende Gefäße, und einige.Stü-cke Baumwollenzeug. Die Betten, welche zur Nachtruhe dieneten, waren dergleichenNehe, als die Indianer Hamacken nennen r), und hingen an zween Pfählen. Auch sahman einige stumme Hunde von geringer Größe. Unter den Einwohnern erblickte man ei-nen , der ein kleines mit verschiedenen Zügen bezeichnetes Goldstückchen in der Nase trug.
Anfänglich glaubte der Admiral, es wären Buchstaben: allein nachgehendö erfuhr er, daßdie Schreibekunst den Indianern unbekannt sey.
Von dieser Insel kam er zur vierten, welche von den Einwohnern mit dem Namen Insel Saa-Saamoto, von ihm aber,Isirbella benennet wurde. Doch als er seine Zeit an diesem Or-te für übel angewendet hielt: so nahm er seinen Lauf nach Ostsüdost. Die folgenden beydenTage zeigten ihm zwischen Norden und Süden acht neue Inseln, welche man, weil dieCaravellen daselbst wenig Grund fanden, die Sandeylande oder Arena benennete. Den Arenai27sten entdeckte er vor Anbruche der Nacht ein großes Land, welches er von den Indianern,die ihn begleiteten, Cuba nennen hörete; er hingegen gab ihm zwar den Namen Ijuana, Cuba oderes verlor aber selbiger sich eben sowohl, als die Benennung Fcrnandina, die man statt jener Juan«,aufbringen wollte; und weder eine, noch die andere, vermochte den Namen, welchen ihr
die
ck) Man nennet sie Guanas oder Ignaiias. insgemein also genannten Hangbttten herze-
Von ihnen hat man die Benennung für die ncmmen.
Allgem. Reisebeschr. XIII Band. C