Band 
Dreyzehnter Band.
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i8 Reisen und Entdeckungen

Christoph die Einwohner beylegten, zu verbringen. Den 28sten lief er in einen großen Fluß, den erColumbu«. Sän Salvador nennete. Die Wälder waren hier gewaltig dick, die Bäume von unge-

,_, meiner Höhe, die Früchte von den unserigen ganz unterschieden, und die Vogel in großer

* ' Menge. Der Admiral ließ zwey Häuser, die man ansichtig wurde, aussuchen: es war aber

keine lebendige Seele darinnen. Er rückte hierauf zu einem andern Flusse fort, den erFluß Luna. Luna nennete, und sodann noch zu einem, welcher Mares benennet wurde. Zwarschienen ihre sämmtlichen Ufer sehr stark bewohnet zu seyn: allein, der Anblick der Cara-vellen jagete alle Indianer in die Flucht. Diejenigen, welche der Admiral am Bordehatte, gaben ihm zu verstehen, er werde auf dieser Insel Gold finden; es gewann auch ihrVorgeben durch allerley Merkmaale eine große Wahrscheinlichkeit. Aus Beysorge, dieEinwohner allzusehr zu erschrecken, erlaubete er seinen Leuten nicht, ans Land zu gehen,sondern er suchete zween verständige Männer /) aus, davon einer zuvor ein Jude gewesenwar, und die alten Sprachen verstund. Diese schickete er, um die Beschaffenheit dessclbigenauszukundschaften nebst zween Indianern in einem Canotc anS Land, schrieb ihnen zudiesem Geschaffte eine Zeit von sechs Tagen vor, und ließ unterdessen sein Schiff kalfa-tern. Man beobachtete, daß alles Holz bey dem Brennen eine Gattung von Gummioder Mastix ausschwitzte und daß sein Laub den Blättern deSLinsenbaumes glich. Die Tie-fe des Flusses betrug an der Mündung sieben bis acht Faden, weiter oben aber nur fünfe.Gegen Südost wurde er von zween Bergen, und auf der Ostnordostseite von einem sehrschönen Vorgebirge eingeschlossen. Das letztere bekam den Namen Baracoa, ungeach-tet Diego Velasqucz es nachgehends Assumprion benenneke F).

Nachricht von Als die beyden Castilianer nebst drey Jnseleinwohnern wieder an Bord kamen: so er-verschiedenen fuhr man von ihnen, sie hatten sich zwey und zwanzig Meilen weit ins Land hinein ge-Deobachtun- , und sodann ein Dorf von fünfzig Häusern, und ungefähr tausend Einwohnernangetroffen. Die Leute alle mit einander, Männer und Weiber, wären zwar ganz nackend,aber von einer so freundlichen Gemüthsart gewesen, daß sie ihnen entgegen gelaufen, dieFüße geküsset, und sie auf den Armen getragen. Man habe sie auf Stühle von wunderlicherGestalt, aber mit Golde gezieret, niedersetzen lassen. Von Speisen habe man ihnen ge-kochte Wurzeln, die am Geschmacke den Castanien glichen, vorgeleget; man habe sie er-suchet, einige Tage da zu bleiben und auszuruhen. Als aber alles Bitten und Liebkosen frucht-los gewesen, so hatten die gutherzigen Indianer dreyen aus ihrem Mittel erlaubet, sie bis anden Strand zu begleiten. Auf dem Wege wären sie an einige Dörfchen gekommen, daman sie auf gleiche Weise empfangen habe; auch hätten sie währender Reise viele India-ner gesehen, welche meistens einen Feuerbrand in der Hand gehabt, und entweder ihreWurzeln oder gewisse Kräuter, damit sie sich bewucherten, zu kochen, beschafftiget gewesen.Ihre Weise Feuer anzumachen, bestehe darinnen, daß sie zwey Holzstücke an einanderrieben, davon selbige bald in Flamme geriethen. Sie hätten unsäglich viele, aber von denenan der Küste weit unterschiedene, Baume wahrgenommen, ungleichen allerley Gattungen Vo-gel, darunter sie keine andern als die Feldhühner und Nachtigallen gekannt. Von vier-füßigen Thieren sey ihnen bloß eine große Anzahl Hunde, die nicht bellen, zu Gesichte, ge-kommen. Das Land stehe voll von einer gewissen Gattung Getreyde, welcher man, wiesie gehöret, den Namen Mais beylege, und habe selbiges einen sehr angenehmen Ge-schmack.

Rodrigo Xeres, und Ludwig von Torcez. §) -Herrera Cap. 14.