rr Reisen und Entdeckungen
Christoph gung abzustatten. Es waren diese Indianer zwar etwas weißer, als die Einwohner derLolnmbus. übrigen Inseln, aber kleiner und schwächer, ziemlich häßlich vom Gesichte, übrigens aber, . sehr friedfertig und geladen. Sie giengen beständig mit bloßem Haupte, ihre Hirn-
schale war dermaßen hart, daß man zuweilen, wie die Castilianer zu einer andern un-friedlichen Zeit erfuhren, mit keinem Säbel durchhauen konnte o). Als der Admiralvon der Gegend, die er noch immer für Cipango hielt, mit ihnen redete, verstunden sie Cr-bao, wiesen ihm, auf welcher Seite es anzutreffen sey, und gabelt durch allerley Zeichen zuverstehen, er werde daselbst mehr Gold, als in keiner andern Insel, antreffen, wodurch erdenn in seinem Irrthume bestätiget wurde.
Tr wird von Vor seiner Abreise erschien am Ufer ein vornehmer Herr des Landes mit einem Ge-einen, Caci- folge von etwa zweyhundert Personen, die ihn auf den Schultern trugen und ihm den Ti-quen besuchet ^ Eaciczue beylegten. Er war noch sehr jung, und es hakte ihn die Neugierigkeit, dieSchiffe zu sehen, hierher getrieben. Ein Indianer von des Admirals Borde gieng ihm ent-gegen, und meldete, die Ausländer kämen vom Himmel herab. Er bestieg, in Begleitungseiner zween vornehmsten Hofbedienten, die Caravelle mit großer Ernsthaftigkeit, und gab,als er auf dem Ueberlaufe war, seinen Leuten einen Wink, sie sollten am Lande bleiben.Der Admiral sehete ihm etwas zr, Essen vor, davon er auch ohne Bedenken kostete, hin-gegen das Getränk setzete er bloß an den Mund, ohne wirklich zu trinken. Ein andererIndianer von Sän Salvador, welcher schon allmählig die Dienste eines DollmetscherSversehen konnte, erzählete ihm, der Admiral sey ein Hauptmann der Könige von Casti-lien und Leon, der größten Monarchen auf der Welt. Doch das glaubete er nicht, son-dern blieb vielmehr bey den Gedanken, die Ausländer wären, der ersten Nachricht zu Fol-ge , Einwohner des Himmels; den folgenden Tag kam er mit dem vorigen Gefolge wie-der , und zu eben derselbigen Zeit erschienen ungefähr vierzig Mann von der Schndkröten-insel in einem Canot. Diesen befahl der Cacique sogleich mit einer drohenden Stimme,sie sollten sich fortmachen, ja er warf sogar mit Steinen und Wasser nach ihnen /). Siegehorsamten mit Bezeugen großer Ehrerbiethung; die Castilianer brachten den ganzen
Tag
o) -Herrera setzet diesen Besuch in einen andernHafen, welcher damals den Namen Valparaisobekam, von den Franzosen heutiges Tages Portde Paix benennet wird, und in der Meerengezwischen der Schiidkröteninsel und Hispaniola liegt.Ferdinand Lolunrbuo setzet ihn in die Schild-kröteninsel selbst.
/>) -Herreca Cap. iä und Ferdinand Lolum-bus Cap. zo. »
<?) -Herrcra ebendas.
Es ist dem Berichte des Geschichtschreibersder Insel Sän Domingo zu Folge, eben derjeni-ge , welchen die Franzosen nachgehend« die Hunds-bay (du Lan de Louife) benenneten, der aberheute zu Tage gemeiniglich den Namen Aeul tragt.I Theil a. d. rar. S.
5) Dieser Geschichtschreiber verdienet allerdingsden Vorzug, weil er sich auf ein Schreiben seinesVaters an den König von Spanien gründet, wel-
che« vermuthlich eines von denen ist, die er aus Lis-sabon und PalvS an ihn abließ. Es verdienet, hiervon Wort zu Wort eingerücket zu werden. „Eure„Majestät würde mit Lust gesehen haben, wie„ernsthaft dieser junge König that, und wie große„Ehrerbiethung seine Leute ihm erzeigeten. So-,,bald er ins Scbiff getreten war, und man ihm„sageke, ich sitze in der großen Cajütc bey Tische,„kam er, ohne sich melden zulassen, hinein, und ließ„sich neben mir an der Tafel nieder. Er befahl„seiner Leibwache, aus dem Zimmer zu weichen-„welches auch nach einer sehr tiefen Neigung ge-igen ihn ohne Verzug geschah. Nur zween alte„Indianer blieben bey ihm, und setzeken sich zu„seinen Füßen nieder. Weil ich glaubete, er habe„sich Essens wegen zn Tische gesehet: so legete ich„ihm vor, was ich hatte. Er kostete ein wenig da-„von; und als man ihm zutrinken reichere, hielt,»er das Glas an den Mund, das übrige gab er sei-