44 Reisen lind Entdeckungen
Christoph Sie gaben zu verstehen, es gebe gegen Mittag sehr viele Eylande; einige waren bewohnet,Columbus. andere nicht, sie hießen Giaramachi, Cairoaco, ^»uino, Buriani, Arubeira,. >49Z. ^ Sstlbci, auch sey festes Land da, welches sie Duarica nenneten; der König von Gua-haltrpa sey mit zehn großen Barken und dreyhundert Indianern abgegangen, um Leuteaus den benachbarten Inseln zu entführen. Das Schicksal dieser unglückseligen Gefange-nen sey dieses, daß sie ihren Feinden zur Speise dienen müßten. Auch gaben sie einigeNachricht, was für einen Weg man nach der Insel Hayti oder Hispaniola nehmen müsse.Der Admiral wäre hierauf ohne Verzug unter Segel gegangen: er mußte aber auf einigevon seinen Leuten warten, welche ohne Erlaubniß ihrer Officiere sich verlaufen hatten.Aus Vcrdrusse, daß die Mannszucht so schlecht an Borde beobachtet werde, stellet er sich,als ob er willens sey, sie der Grausamkeit der Caraiben zu überlassen: doch ließ er sich durchdas Bitten ihrer guten Freunde, dem äußerlichen Scheine zu Folge, wieder begütigen, undließ sie durch vierzig Mann aufsuchen. Doch diese trafen sie nicht an, sondern brachtennur Aloe und Sandelholz, Ingwer, Weihrauch, Baumwolle und einige Pflanzen voneinem Zimmet ähnlichen Gerüche, mit zurück. Sie hatten durch zwey und zwanzig Bä-che waden müssen. Endlich kamen die Verlohrnen auf einer andern Seite zum Vorscheine,und entschuldigten ihre lange Abwesenheit bloß mit der Schwierigkeit, den Weg durch dasdicke Gehölze zu finden. Weil nun der Admiral besorgete, dergleichen eigenmächtige Frey-heit möchte von schlimmer Folge seyn: so beschloß er, seinen Befehlen durch ein Beyspiel derSchärfe eine mehrere Achtung zu verschaffen. Er ließ folglich die vornehmsten, ohne Anse-hen ihrer Geburt oder ihres Ranges, schließen, die gemeinen Soldaten aber, durch Ver-minderung ihres täglichen Antheiles an Lebensmitteln, bestrafen. Unterdessen war er in ei-gener Person am Lande gewesen, und hatte in einigen Hütten viele Menschenköpfe undandere Gebeine, als untrügliche Merkmaale von der Unmenschlichkeit der Einwohner, aufge-hängt gefunden, und es schätzten sich seine unvorsichtigen Landläufer überglücklich, daß sienoch so gut davon gekommen waren.
Das Eyland Den loten lief er gegen Nordwest an der Insel hin, und entdecket eine andere ziem-Montferat sich hohe, welche wegen ihrer Aehnlichkeit mit den Felsen bey Unserer Lieben Frau zu Mont-ivird entdecket. ^ Catalonien, eben diesen Namen bekam. Bald darauf sah man eine andere, welcherund und auf allen Seiten dermaßen steil war, daß es unmöglich schien, sie ohne Leiternzu besteigen. Sie bekam deswegen den Namen Sama Maria della Rotonda.Hierauf folget noch eine, welche eine Küste von wenigstens fünfzehn bis sechzehn Meilenin die Lange vorzeigte, und Anticzsa benennet wurde. Gegen Norden sah man noch an-dere sehr hohe, voll dicker Wälder. Diejenige, an welcher man den igten vor Anker kam,wurde Sän Martins genennet, und den folgenden Tag entdecket man eine, welcheChristophen- hen Namen Santa Cruz erhielt. Der Admiral vergaß auch den Heiligen nicht, dessen' Namen er selbst führete, sondern belegte eine sehr schöne Insel damit, die ihn auch bis auf
den heutigen Tag noch trägt. Die Menge der übrigen, die man ohne Unterlaß erblickete,o ,, >« verursachet, daß man die größte Santa Ursula, die übrigen aber überhaupt die eilftau-
Jnse" ' ^nd Jungfrauen hieß. Unterdessen'fuhr er neben einer andern vorbey, die seine Jndia-
hends Porto- Boriquen, er aber S. Johann Baptista o) nannte. Hier verweilet er einige Tage,ricgenennet. in einer an ihrem westlichen Ende befindlichen Bay, woselbst ziemlich schöne Häuser stun-den.
o) Mit der Zeit gab man ihm den Beynamen Porto Rr'cco, welches Wort die Franzosen por-koric MSsprechen. " ^