irr America. V Buch. U Cap. 45
den. Sie hatten zu ihrer Vertheidigung Thürme von RottingS, mit durch einander Christophgeflochtenen Zweigen gedeckek, und Erker, die nach dem Meere sahen. Auch sah man Kolumbus.Falken und wilde Weinstöcke daselbst, die Einwohner aber waren bey Erblickung der Flotte . " 9 Z. ,
davon gelaufen. Die Spanier thaten sich mit den Rochen, Alosen und Sardellen, davondie ganze Ban wimmelte, etwas zu gute /-).
Sie waren näher bey der Insel Hispaniola, als sie' glaubten. Den 22sten fünfzehn zu Hi-Meilen weit von puerto T^icco, erblicketen sie die Bay Gamana. Der Admiral lege- spanivla an-te hier vor Anker und schickete einen aus dieser Gegend gebürtigeil Indianer aus Land, welcherda§ Gerücht von der ungemeinen Herrlichkeit der katholischen Könige, und von Spaniensgroßer Macht ausbreiten sollte. Allein, ungeachtet er sich freywillig dazu angebothen hakte,so hörete man doch nicht das geringste mehr von ihm, und man schloß nach vielem Nach-fragen endlich, er mäste gleich nach seiner Ankunft gestorben seyn. Hierauf rückete manweiter bis an das Vorgebirge Angel, und vertauschete daselbst einige Waaren gegen Le-bensmittel. Den azsten fuhr man bey Monte Christo vorbey, und der Admiral schicketeseine Schaluppe in die Mündung des Flusses. Als die Matrosen ans Land stiegen: so fan-den sie zwo Leichen in einem Zustande, daraus man wenig gutes schließen konnte. Eine da-von hatte eine Schnur von Baste um den Hals, die Arme ausgestrecket, und die Händegleichsam kreuzweise an zween Pflöcke angebunden: man konnte aber nicht erkennen, obes Indianer oder Castilianer waren. Als man des folgenden Tages einige Soldaten in eineandere Gegend des Strandes abschickete, um von dem Zustande der Schonze Nachrichteinzuhohlen: so kamen ihnen eine Menge Indianer, ohne Bezeugung des geringsten Mis-trauens, entgegen, berührekenjihre Kleider und Hemden, und wiedcrhohlcten die WorteJubon, Camistr, um zu zeigen, daß ihnen dieselbigen schon sehr geläufig waren. Un-geachtet nun man weiter nichts von ihnen erfahren konnte: so legete doch der Admiraldieses äußerliche Bezeugen zu seinem Vortheile aus. Den 27sten des Abends, warfman in der Einfahrt des Hafens puerco real Anker. Es kamen einige Indianer in ei-nem Canote herbey, und riefen Almirante! Man rief ihnen geschwind zu, an Bord zukommen: allein, sie verlängeren vorher den Admiral zu sehen, und bestiegen, als er sichgezeiget hatte, das Schiff ohne die geringste Furcht. Sie brachten einen Gruß nebst einemkostbaren Geschenke an Gold, von wegen des Guacanagari. Er fragte sie, wie es zu-gehe, daß er niemand von seinen Leuten zu Gesichte bekomme? Ihre Antwort war, einigewaren gestorben, andere hatten sich verheirathet, und tiefer im Lande niedergelassen. Un-geachtet ihm nun dieser Bericht einen sehr großen Argwohn erweckete: so ließ er sich dochnicht das geringste davon merken, sondern fertigte die Indianer mit Gegengeschenken ab.
Als er am folgenden Tage tiefer in den Hafen einlief, war das erste, das ihm in die Findet dieAugen fiel, die gänzliche Zerstörung seiner Schanze, und schien es, als ob sie mit Feuer Schanze zcr-angestecket worden wäre. Er ließ sie besichtigen. Es war nicht nur allein kein einziger 'Spanier mehr vorhanden, sondern es schien auch ein großes Schrecken unter die Indianergekommen zu seyn, weil man in der ganzen Gegend nicht das geringste von ihnen sah.
Der Admiral befahl, einen gewissen Schöpfbrunnen zu reinigen, in welchen er den Offi-cieren, auf den Fall einer dringenden Noth, ihr Gold und ihre übrige Kostbarkeiten zu wer-fen, angerathen hatte: allein, es war nicht das geringste darinnen zu finden. Er gieng
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/>) Herrera, 7. Cap.