48 Reisen und Entdeckungen
Christoph miral stieg unweit eines am Ufer gelegenen indianischen Dorfes ans land. Als er demLolumbus. Flusse eineZeitlang nachgegangen war: so erblickte er eine sehr'angenehme Ebene, bemerkete"9Z. guch, man könne das Wasser mit leichter Mühe durch das Dorf leiten, und es sodann zuMühlen und andern Bequemlichkeiten einer neuangelegten Stadt gebrauchen. Der- Bo-den schien fruchtbar zu seyn. Auch fand er Steine da, sowohl zum Bauen, als zumKalchbrennen. Wegen dieser mannigfaltigen Bequemlichkeit beschloß er, keine andere Ge-gend aufzusuchen, sondern seine Stadt an diesem Orte aufzubauen. Vor allen Dingenließ er eine Kirche und ein Vorrathshaus aufführen. Nachgehends stach er die Vierthel undihre Gassen ab. Die öffentlichen Gebäude wurden von Steinen gebauet, die übrigen abernur von Holze, Strohe, und Palmblattern, also, daß in weniger Zeit jedermann unter Dachwar. Diese neue, und wie zu glauben, allererste Stadt, die man in der neuen Welt jemalsgesehen hatte, bekam der Königinn von Caftilien zu Ehren den Namen Istrbellu, indemder Admiral diese Fürstinn als die Quelle seines Glückes und erworbenen Ruhmes betrach-
tete ?).
Allein entweder wurden die vorräthigen Lebensmittel nicht genugsam zu Rathe gehal-ten , oder sie verdarben sonst; genug, man gerietst innerhalb weniger Zeit in große Noth.Nebstdem veranlaffete die unaufhörliche Arbeit, davon niemand ausgeschlossen war, dieAbmattung von der Reise, die ungewohnte Landesart, und die erstaunliche Hitze, sehr ge-fährliche Krankheiten. Der Admiral, welcher seine Person eben ,so wenig als der gering-ste Castilianer schonete, war einer von den ersten, der sich übel befand. Ungeachtet ihn dieHeftigkeit seiner Krankheit viele Tage lang nicht aus dem Bette ließ: so gab er doch be-ständig alle nöthige Befehle, und drang auf die Vollziehung derselbigcn. Er hatte be-merket, daß die Vorstellung großer Schätze, daran seine Leute ohne Unterlaß gedachten,ihnen den Muth machete, Hunger und alles Ungemach auszustehen. Diese Gemüthsbe-schaffenheit machete er sich nicht allein zu Nutze, sondern er feuerte auch ihre Standhaf-tkgksit durch Versprechen großer Dinge ohne Unterlaß an. Endlich aber, als er besorgete,ein längerer Verzug möchte ihren Muth mehr niederschlagen, als alle Hindernisse, beschloßer, die Entdeckung der Goldgruben nicht langer aufzuschieben; und weil er dem Zuge un-möglich in eigener Person beywohnen konnte: so trug er die Unternehmung dem Alfonsdvon (Ojeda auf, dessen Herzhaftigkeit, Starke und Hurtigkeit wir bereits gerüh-met haben.
Sjeda wird (Ojeda machete sich mit fünfzehn wohl bewaffneten Leuten auf den Weg. Er zog
nach denGol's- hjZ zehn Meilen südwärts durch eine unbewohnte Gegend, welche sich am Fuße eines
gru e 3 I) - endigte. Hier fand er einen sehr engen Hohlweg, und machete sich ohne Be-
denken hinein. Aus selbigem kam eraufeinegroßeschöneEbene,welchezu,seinergroßen Ver-wunderung ringsherum mit Dörfern besetzet, und von einer großen Anzahl Bäche bewäs-sert war, davon die meisten sich in den Fluß Paqui ergießen. Nun hatte er zwar. nurnoch zwölf Meilen bis nach Cibao: allein, die freundliche Aufnahme, die ihm in jedwe-dem Flecken wiederfuhr, und die Menge von Bächen, die er durchwaden mußte, verlän-gerten zeinen Zug um fünf Tage. Bey diesem langsamen Fortrücken erblickete er bey jed-wedem Schritte Anzeigungen der natürlichen Reichthümer dieses. Landes. Seine indiani-schen Wegweiser fanden vor seinen Augen Goldstammchen lind Körner im Sande. Aus
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,) Eben di-ftr, w. Lax. ' ^ «) Es ist Herrer-r selbst, ii. Cap. ungeachtet