z6 Reisen und Entdeckungen
Christoph „stlg, und daselbst ruhen die Liebhaber des Friedens und der Glückseligkeit des menschlichenColumbus. „Geschlechtes. Glaubest du nun, daß du sterben mußt: glaubest du, es werde dir das. '4- 4. „Gute und Böse, das du gethan hast, wieder vergolten werden: so hoffe ich, du werdest* "" „diejenigen, welche dich nie beleidiget haben, gleichfalls nicht beleidigen. Was du bisher„gethan hast, das ist untadelhast, indem deine Absicht, wie mich dünket, bloß dahin geht,„Gott Dank abzustatten ^>).
Antwort des Der Admiral antwortete voll Verwunderung, dergleichen Reden von einem IndianerAdmirals. ^ hören: „ Es freue ihn sehr, daß der Cacigue von der Seelen Unsterblichkeit Wissen-„schaft habe. Er wolle ihm hiemit und allen Einwohnern dieses Landes zu wissen thun, daß ihre„Herren, die Könige von Castilien, ihn hieher geschicket hatten, um zu sehen, ob es in ih-„rem Lande Leute gebe, welche andere beleidigen, gleichwie man von den Caraiben erzähle.„Er habe Befehl, ihnen diesen unmenschlichen Gebrauch abzugewöhnen, und dahin zu se-ichen, daß alle Einwohner der Insel in Frieden mit einander leben mochten.,, Als mandem Cacigue diese Antwort sogleich vcrdollmetschte, vergoß er einige Thränen, und ließdem Admirale sagen, wenn ihn nicht die Liebe gegen seine Frau und Kinder zurück hielte:so wollte er gern mit ihm nach Castilien reisen. Man reichte ihm einige Geschenke. Er em-pfing sie mit großer Bewunderung, fiel auf die Knie nieder und fragte etlichemal, ob nichtdiese Leute vom Himmel herab gekommen seyn müßten /)?
Sturm. Als die Castilianer von diesem Orte unter Segel gegangen waren, überfiel sie ein
dermaßen schrecklicher Stt.un, daß sie ihre Errettung bloß dem Beystande des Himmelszuschrieben. Nebst dem waren die Lebensmittel auf allen drey Schiffen beynahe völligverzehret, und mußte man bloß von Fischen leben, daran es zwar in den Durchfahrtenund am Ufer der Inseln im geringsten nicht fehlete. Den iZten erblickete man dasKreuz-vorgebirge abermals. Voritzt hatte der Bericht des alten Cacigue die dasigen Einwohnerso treuherzig gemachet, daß sie Früchte und andere Lebensmittel freywillig an Bord brach-ten. Der Admiral ruhete ohne das geringste Bedenken drey Tage bey ihnen aus, aberColumbus den 22 sten näherte er sich der Insel Iamaica, und legte ihr den Namen S. Ickgonennet Ja- bey, den sie aber nicht behalten hat. Als er gegen Westen an der Küste hinfuhr, bemer-maiea St. kete er eine Menge schöner Häfen, und ungemein fruchtbaren Boden. An einer gewissen^3"' ffhe schönen Bay, sah er eine große Menge Einwohner beysammen: sie luden ihn abernicht durch das geringste Zeichen zu sich. Dem ungeachtet maß er die Insel sehr genauab. Sie war etwa fünfzig Meilen lang, und zwanzig breit.
Columbus Das Wetter war bisher immer stürmisch gewesen; da es aber, weil der Wind sich änderte,geht nach Hiß besser wurde, so beschloß er, seinen Weg östlich nach Hispaniola zu nehmen, und bis an die äußer-paniola zu- ste Spitze dieser Insel zu gehen. Ein gewisses Vorgebirge, das er voritzt zum erstenmale darauf^ entdeckete, und von welchem er die ganze Insel übersehen konnte, empfing den Namen Ei Cabo
deFarol. Mittwochs, den loten August erblickete er das westliche Vorgebirge dieser Insel; ernennete es Sun N ttguel: es heißt aber heute zu Tage Tiburon,und liegt etwa dreyßig Meilenweit von der Ostspitze der Insel Jamaica. Zu Ende des Monates kam er bey einer kleinen sehrhohen Insel vor Anker, und nennete sie Alts velo, eine andere aber, zwölf Meilen da-Jnsrlu Alto von entfernete, la Beaca. Als ihn ein plötzlicher Sturm von den übrigen beyden Schiffenvelo u.Deata- getrennet hatte: so ließ er, um sie zu entdecken, einige Leute auf den Gipfel der Alto velo
steigen.
L) Eben dieser, 14- Cap.
»') Ebendaf.