6cr
Reiser: und Entdeckungen
Christoph der eine Würde, die ihm, wie er glaubete, Ehrerbiethung verschaffen müsse. Er MacheteLolumbus. ihn nämlich zum Adelantade, oderGenerallieutenante in ganz Indien. Anfänglich nahm. . es der spanische Hof ziemlich übel auf, daß ein dermaßen wichtiges Amt ohne sein Vor-
Bartholoma- wissen vergeben worden war, bestätigte es aber doch. Don Barrholomaus war dieserus Columbus Bedienung in der That würdig. Er verstund das Seewesen aus dem Grunde. Es feh-wird Adrian- lete ihm weder an Klugheit noch an Muthe. Auch stimmen alle Geschichtschreiber darinnenmix einander überein, er wäre im Stande gewesen, Spanien sehr wichtige Dienste zu lei-sten , nur hätte ihm sein jähzorniges Wesen viele Neider und Feinde zugezogen, welche sei-ne klügsten und rühmlichsten Anstalten öfter als einmal zernichtet hätten,bekrieaet'die Unterdessen besorgete der Admiral, als er sein Vorhaben einige Tage lang reiflichLaciquen. überlegete, es möchte die wenige Mannschaft, damit er zu Felde gehen wolle, von der versam-melten indianischen Macht endlich übermannet werden. Er beschloß folglich, vor allen Din-gen die List zu versuchen, ehe er öffentlich losbreche. Weil nun unter allen Caciquen kei-Suchet den ^ so sthr zu befürchten schien, als Caonabo: so sann er auf Mittel, wie er ihn mittenstM-Händem seinem Lande wegholen könnte. Er wußte, daß besagter Fürst, welcher den Titel alsbekommen. König von Maguana führete, weit mehr Wesens von Kupfer und Messing machete, alsvom Golde, und daß er zum öfter» eine heftige Begierde nach der Glocke in der Kirche zuJsabella bezeuget hatte, weil er sich einbildete, sie könne reden. Da Columbus diese Um-stände überlegete, sann er einen Anschlag auö , den Cacique zu berücken; und Ojeda, wel-cher noch immer Befehlshaber in der cibaoischen Schanze war, übernahm die Ausführungdesselbigen. Man sprengete aus, die Castilianer sehneten sich nach einem dauerhaftenFrieden, absonderlich trügen sie große Hochachtung gegen den Caonabo, und gedächten ihnansehnlich zu beschenken. Ojeda reisete wirklich mit neun wohlberitcenen Castilianern ausder Schanze ab , und gab vor, er überbringe die Geschenke des Admirales. Weil nunihre wenige Anzahl nicht den geringsten Verdacht erweckcte: so wurden sie zu Maguana,dem ordentlichen Sitze des Cacique, mit aller Höflichkeit empfangen. Nach einigen Ge-sprächen zeigte Ojeda dem Caonabo die Geschenke^-die er ihm bringe. Es waren Hand-und Fußschellen, dergleichen man den Rudersclaven anzulegen pflegt; nur waren sie vonMessing, und so fein poliret, daß sie wie Silber glänzeten. Zugleich gab er vor, es seydieses Geschmeide ein sonderbares Ehrenzeichen, das niemand als die castilianischen Königetragen dürfe; und da nun der Admiral willens sey, ihm die ersinnlichste größte Ehre zu er-zeigen : so trage er kein Bedenken, ihm etwas zu überschicken, was bisher noch niemandals seine Herrschaft gehabt habe; Caonabo möchte folglich belieben, auf einen Augenblickbey Seite zu gehen, damit man ihm den kostbaren Schmuck anlegen, und er nachgehendSmit eben so großer Majestät als die castilianischen Könige vor seilten Unterthanen erschei--k ,,en könne. Er ließ sich berücken, und wi'nkete seinen Leuten, abzutreten, weil er nimmer-
ryn en su-ret. vermuthete, daß neun oder zehn Personen so verwegen seyn, und ihn mitten in sei-nem eigenen Hause beleidigen würden. Des Ojeda Leute legeten ihm die Fessel an, fielensodann unter Androhung des augenblicklichen Todes, wenn er nicht folgen wolle, über ihn
her,
/>) Heerera 2. B. w. Cap. Gviedo und Pe- man ihn nach Spanien führe, unterweges gestor,ter Markyr sind hier weder mitdemHerrera, noch den 2. B. i. Cap. Der zweyte saget, Caonabounter sich selbst einig. Der erste erzählet schlecht- sey auf des G,eva Einladen zu einer Verhandlunghin, der Cacique sey nebst einem von seinen Brü- mit einem großen Gefolge, und in der Absicht,dem gefangen worden, und aus Verdruss-, daß dem Admirale bey Gelegenheit das Garaus zuma.
chk",