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Reisen und Entdeckung^
Christoph dem Könige von Marien melden, daß er zu Felde gehen wolle, und dieser stieß sogleich instLolumbus. tapfersten Leuten zu ihm. Alle Castilianer, welche Dienste zu thun im Stande wa-, . ren, beließen sich aufnicht mehr als zweyhundcrt zu Fuße und zwanzig zu Pferde. Allein, der
Admiral verstärkte sie mit zwanzig Kettenhunden, indem er Hoffete, cS werde ihr Beißenund Bellen den großen unordentlichen Schwärm nackender Indianer, nicht weniger schrecken-als der Säbel und die Musquete.
Den 24sten März zog er nebst dem Adelamade und dem Guacanagari aus Isabella.Kaum war er in das Vega real eingerücket: so sah er ein feindliches Heer von hunderttau-
aeaen stnd Mann vor sich ch, das von einem Bruder des Caonabo, Namens Manicare, ange-dieAuftührer. führet wurde. Der Adelantade wägete den Angriff ohne Verzug. Er fand schlechtenWiderstand. Die armen Insulaner hatten meistens kein ander Gewehr, als ihre Hände,oder waren doch wenigstens der blutigen Gefechte ganz ungewohnet. Sie erschracken dem-nach entsetzlich, als das Schießgewehr ganze Glieder wegraffte, und die langen spanischenDegen wohl vier Mann auf einen einigen Stoß durchbohrten: als sie von den Pferde«niedergerennt, von den Hunden unter gräßlichem Gebelle bey der Kehle angepacket, undsogleich erwürget, oder doch zu Boden gerissen, und an ihrem nackenden Leibe jämmerlichzugerichtet wurden. Die Wahlstadt lag in kurzer Zeit voll Todte, die übrigen nahmenBezwingt die Flucht. Man verfolgte sie, und machte eine große Anzahl Gefangene. Der Ad-vornehmsten mir-ch streifte nun bis zehn Monate lang im Lande herum, und setzte alle Gegenden der
Insel in Furcht und Schrecken. Er stieß zum öftcrn auf die drey Caciquen und ihre übri-
gen Völker; aber so viel Treffen er lieferte, so viele Siege erhielt er. Endlich erachtetendie sämmtlichen.Regenten der Insel, nämlich besagte drey Fürsten nebst dem Guarinoexsür das Beste, sich zu ergeben H.
Was er ihnen Nach ihrer Unterwerfung legte ihnen der Admiral eine Abgabe auf. Die Nachbarn
der Erzgruben sollten alle drey Monate ein gewisses kleines Maßchen Gold für jeden Kopfbezahlen, alle übrige aber fünf und zwanzig Pfund Baumwolle liefern. Der König desDega real, Guarinoer, erboth sich, das Land durch seine Unterthanen bestellen, undmit dem Korne, das ihm die Castilianer anvertrauen würden, besäen zu lassen, welche wich-tige Dienste ihnen Guacanagari bisher geleistet hatte. Man verwarf aber sein Anerbie-then aus einer unbekannten Ursache, ungeachtet die Pflanzstadt durch die Schwierigkeit, ge-nügsame Lebensmittel aus Spanien zu erhalten, bereits etliche mal in die äußerste Nothversehet worden war. Allein, weil besagter Prinz nur des Goldschaffens überhoben seynwollte, und deswegen vorgab, seine Unterthanen wüßten mit dem Aufsuchen deffelbigeunicht umzugehen: so urtheilet ein gewisser Geschichtschreiber nicht ohne Wahrscheinlichkeit,der Admiral habe nur deswegen vor allen Dingen nach Golde getrachtet, weil er bey denSpaniern gar nicht beliebt war, und als ein Ausländer, einen gefährlichen Sturz besor-gen mußte; folglich für das Allernöthigste hielt, sich einen guten Schatz zu sammeln H. DenManicatex als den hauptsächlichsten Urheber des Aufruhres, nöthigte er, alle Monate eingewisses Maaß Gold von hundert und fünfzig Thalern am Werthe zu liefern »). Zugleich
ließ
'/) Gviedo saget fünfzehn tausend, z. B. r.C.5) Herrera, am angeführten Orte.r) -Herrera 2. D. 17. Cap.
») Ebendss.
r) Gvievo beschuldiget ihn nicht nur der Un-treue, sondern auch der allerschändlichsten Lüste.
Er
a,) Gvr'edoB. L. Cap.pö LNarcpr vecscl. I. B. 4.