in America. V Buch. H Cap. 71
noch besser anzufeuern. Doch es mochte übrigens mit Liebe oder mit Gewalt geschehen: Christophs> hielt er es doch für nothwendig, diese mächtige Landschaft dahin zu bringen, daß sie dem Eslumbus.Beyspiele ver iHgeu nachfolgen müßte. >.
Er zog mit dreyhuudert Mann, in Schlachtordnung und mit klingendem Spieleaus 0), that aber doch, als ob er uicht wüßte, daß ihm ein feindliches Heer den Uebergangüber einen gewissen auf halbem Wege befindlichen Fluß streitig zu machen, in Bereitschaftstehe; sondern er gab unterweges überall vor, er wolle nur einen freundschaftlichen Besuch beydem Cacique Bohechio abstatten. Von Gan Domingo bis nach Taragua zähleteman nicht weniger, als sechzig Meilen. Als er den vorhin erwähnten Fluß, welcherLIayva hieß, erreichet, sprach er bey Erblickung des Feindes nicht irgend aus einem an-dern Tone, sondern schickste einige Officier an den Cacique ab, und ließ mit aller Höf-lichkeit vermelden, er sey gesonnen, mit einem Fürsten und einer Fürstinn, von denen erviel rühmliches vernommen habe, in Freundschaft zu treten. Bohechio wurde über die- Wie ihn dersen »»vermutheten Gruß von Herzen froh, und seine Freude breitete sich sogleich bey demganzen Heere aus. Da seine Leute größtentheils sehr ungern mit einem Feinde kämpfeten,vor dessen Namen und Gewehre sie zitterten: so glaubeten sie desto lieber, die Gefahr seynunmehr vorbey, und liefen den Spaniern alle mit einander, nicht anders als ob es ab-geredet wäre, entgegen. Sie trafen sie unweit des Nayva an. Man gab einander bey-derseits die stärksten Versicherungen einer aufrichtigen Freundschaft. Die Indianer belu-den sich mit dem Gerüche ihrer neuen Bundesgenossen, erzeigeten ihnen auf dem übrigenWege alle mögliche Dienste, und trugen sie sogar auf dem Rücken durch die Flüsse. Alsman in die Nähe von Taragua kam, welches ein großer Flecken war, in welchem derCacique Hofhielt, und davoch das Königreich den Namen hatte: so kamen erstlich die vor-nehmsten Einwohner heraus, und bezcugeten ihre Freude mit Singen und Tanzen. Nach-gehends erschienen die dreyßig Weiber des Cacique; sie trugen Palmzweige in der Hand,und waren vom Gürtel bis an die Waden mit schneeweißen Pagnes bekleidet, sungenund tanzeten mit großer Ehrbarkeit. Sie näherten sich dem Generale, beugeten die Knievor ihm, und überreichten ihm die Palmenzweige. Hinter ihnen folgeren andere India-ner in großer Anzahl, welche allen übrigen Spaniern eben diese Ehrerbiethung bezeuge-ken. In dieser Pracht und Herrlichkeit zog das ganze Heer bis an des Bohechio Pallast,wo der Cacique ein großes Gastmahl für die Spanier zubereitet hatte. Es bestund ausCazabi, Utias, allerley Fluß - und Seefischen. Jedweder Spanier bekam eine eigeneWohnung auch einen eigenen mit Baumwolle belegten und sonst kostbar ausgeziereten Ha-mas. Den folgenden Tag besuchete Bohechio nebst seiner Schwester den Adelantade, undschlug ihm auf eine ungemein höfliche Weise eine nach dasiger Landesart eingerichtete Lust-barkeit vor. Zween mit Pfeil und Bogen bewaffnete Haufen Indianer zogen in Schlacht-ordnung gegen einander, und macheten eine Vorstellung von ihrer Weise, ein Treffen zuliefern. Anfänglich glich diese Lustbarkeit dem in Spanien sehr gewöhnlichen Lustrennen,
nach-
xerwirret folglich die Ordnung der Begebenheiten, chr'o Gebieth nicht nur ihre beyden Spitzen, näm-welche im -Herrera weit natürlicher erscheint. lich das Vorgebirge Tiburon, und den Mole») Die ganze Westküste ist eine sehr große Bay, S. Nkcolas, sondern auch dieselbige ganze südlichewelcher die Franzosen den Namen Lul de Sac. Gegend, die sich bis an die Insel Beara erstrecket,beylegen. Nebst dieser Bay begriff des Bohe- o) Au« einigen Steilen in des -Herrera Be-richte,