72 Reisen und Entdeckungen
Christoph nachgchends aber Miethen die Kämpfenden in die Hihe, und es wurde das Gefecht soColmnbus. grimmig, daß vier Personen auf dem Platze blieben. Die Anzahl der Verwundeten war1496- weit größer, und hatte beständig zugenommen, wofern nicht Columbus und die Castilia-' " ' mr durch ihr Bitten dieser Uebung ein Ende gemachet hatten, welche desto gefährlicher
war, weil sie bloß durch die Freude, ohne alle Achtung für die Todten und Verwundeten,belebet wurde.
Der König Nach diesen Lustbarkeiten Mete der Adelantade dem Cacique und seiner Schwesterund seine sie wären die einzigen Fürsten auf der ganzen Insel, welche den Schutz der kacholi-
Sckwester Kz„jge nicht gesuchet hätten; da nun sein Bruder der Admiral wirklich nach Spa-
unterwerM ^ preiset sey, um Ihre Majestäten von der Gesinnung der Caciquen Nachricht zu ge-ben: so sey billig zu besorgen, er werde bey seiner Ankunft einen Befehl, das KönigreichTaragua zu bekriegen, mit sich bringen; es sollten aber alle Jnseleinwohner, aus der bis-herigen Erfahrung billig schon bestens wissen, daß es ihnen unmöglich falle, den Waffender Spanier zu widerstehen. Bohechio gab nicht nur dieser Vorstellung aus eigenemTriebe ziemlichen Beyfall, sondern es lag ihm auch seine Schwester in den Ohren, welcheden Christen von einem Tage zum andern günstiger wurde; nur berief er sich auf die Unmög-lichkeit, eine Auflage zu bezahlen, weil er kein Gold in seinem Lande habe. Man gab ihmzur Antwort, die Spanier wären viel zu billig, als daß sie unmögliche Dinge begehrensollten: hingegen könne er ja eine gewisse Menge Baumwolle und Lebensmittel liefern.Auf diese Bedingung wurde das Bündnis; geschlossen /-).
Schlechter Als der Adelantade diese Landschaft mit dermaßen geringer Mühe und Gefahr be-Zustand zu Punzen hakte, reisete er zu Lande nach Isabella zurück, mußte aber bey seiner Ankunft^sabeua. , daß Hunger und Krankheiten beynah alle Einwohner aufgeräumet hatten. Aus
Verdrusse, daß kein Schiff aus Spanien ankam, beschloß er, einige zu bauen, und durchselbige Lebensmittel abhohlen zu lassen, die kranken oder kraftlosen Spanier hingegen ver-theilte er in die nächsten Dörfer bey den Schanzen. Allein, die Einwohner wurden sol-cher Gaste, die nicht zu ersättigen waren, und ihre Dankbarkeit mit dem Prügel absiat-Guarinoex teten, bald überdrüßig. Weil die Unterthanen des Guarinoex das meiste ausstehen muß-greist zu den : so faßten sie auch am allerersten die Entschließung, das unerträgliche Joch abzuwer-Waffen. ^n. Zwar liebte ihr Cacique den Frieden: allein, sie nöthigten ihn durch die Bedrohung,sich nach einem andern Herrn umzusehen, daß er sie anführen mußte. Als der Adelan--rade zu Gan DonünIS, dahin er seinen Hauptsih verleget hatte, von dieser Empö-rung Nachricht erhielt: so ließ er weder dem besagten Fürsten die Zeit, viel Volk zu versam-meln , noch den übrigen dem Beyspiele desselbigcn zu folgen, sondern er brach in aller Eilegegen ihn auf. Als er ihn mit fünfzehn tausend Mann antraf, überfiel er ihn unverse-hens bey der Nacht, hieb eine große Anzahl von seinen Leuten nieder, und nahm ihnselbst gefangen. Zwar ließ er ihn, auf seiner Unterthanen Bitten , als welche ihm des-wegen
kickte, sollte man zwar vielmehr schließen, die Reise dm von einigen getreuen Indianern gewarnet. Einsei, an der Küste hin zu Schiffe geschehen, gleich gewisser Geschichtschreiber meldet, sie hätten, umwohl reimen sich die hauptsächlichsten Umstände diese Nachricht dem Columbus zu hinterbringen,auf ke-ne andere, als eine Landreise. sich die Einbildung zu Nutze gemachet, darinnen
/,) -Herrera Cap. die Znftlcinwohner damals noch waren, als ob
-) Die Spanier in der Schanze Bonao, wnr- nämlich die Briefe reden könnten. Dran steckte
das