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Reisen und Entdeckungen
Christoph fahror, deren Reisen und Entdeckungen wir nach und nach sehen werden, einen AnspruchCülumbus. auf diese Ehre machen.
'49^_, Alls Verwunderung, daß er in einer so großen Entfernung vom Lande süßes Was-
^ ^ ser in der See antraf, und die Lust nahe bey der Linie, die man jederzeit für unwohnbar
und die wahre gehalten hatte, sehr gemäßiget befand , kam er auf eine sehr seltsame Meynung , darauf erLage des irdi- lange Zeit beharrete. Weil er aus seiner bisherigen Erfahrung wußte, daß die Magntt-schenParadie- Nadel etwa hundert Meilen weit von den azorischen Inseln, und auf eben dieser Höhe vonfts gefunden. Morde» gegen Süden, um einen Compaßstrich gegen Nordwest abwich, und daß die Luftimmer angenehmer und heiterer werde, die Schwärze der Einwohner abnehme, ihre Leutseligkeitgrößer, das Land schöner und fruchtbarer sey, je weiter man gegen Westen fortrückete: so bildete ersich ein, das irdische Paradies müsse um diese Gegend liegen, das Meer erhebe sich unvermerkt ge-gen den Himmel, die Erde sey nicht rund, und wofern man weiter fortgehe, so erreiche man end-lich den Gipfel einer Höhe, wo die Welt ein Ende nehme, und auf welcher das irdische Paradiesliege ?r). Ja er glaubte sogar, das süße Wasser, das er in einer Weite voll fünfzig Seemeilenin so großen: Ueberflusse und mit einem so gewaltsamen Strömen antraf, fließe vermuthlich ausder Quelle, davon die heiligen Bücher melden, sie habe den Ort des Vergnügens gewassert :es versenke sich in den Seebusen, lind bringe unter der Erde und dem Grunde der See,Die vier großen Flüsse, davon das erste Buch Mosis meldet, hervor. -Servern redet weit-läuftig von diesen: Hirngespinnste, und entschuldiget den Admiral mit der Finsterniß der da-maligen Zeit in Absicht auf die wunderbaren Dinge , welche man in der neuen Welt ;ueindecken begonn. Der Geschichtschreiber der Insel Sän Domingo will, „man sollte. „es als einen Anfall desjenigen Wahnwitzes, welcher bey großen Leuten öfter, als bey andern,„anzutreffen sey, betrachten, lind dürfe man ihn dem Colmnbus um so weniger übel„nehmen, weil ihn vielleicht die wunderbare Beschaffenheit seiner Entdeckmuzen allzusehr„verblendet habe „ o).
Er' geht nach Weil seine Unpäßlichkeit täglich zunahm, und ihm nicht erlaubte, das übrige von seinerHispaniola zu-Fahrt s^bst zu beschreiben: so überließ er diese Sorge den Steuerleuten; es kamen aber,rück. wie es scheint, ihre Tagebücher nie aus Licht. Die Geschichte meldet von seiner Fahrtweiter nichts, als er habe die Entschließung gefastet, nach Hifpaniola zu gehen und zu die-sem Ende Nordost gen Nord gesteuert. Weil er alle Wirkungen der Natur genau beob-achtete: so überlegte er, daß auf seiner Fahrt von den Canarieninseln nach Hifpaniola,a!ser dreyhundert Meilen gegen Osten gekommen war, die Magnetnadel um einen Strichnordostete, und der Nordstern nicht höher als fünf Grade über dem Gesichtskreise stund,dahingegen auf der voritzt gemachten Fahrt, die Nadel anfänglich gar nicht abgewichenwar, nachgehends aber auf einmal um anderthalb Striche, ja um einen halben Wind, dasist, um zween ganze Striche genordostet hatte. Er bemerkete auch, daß der Nordsternauf dem vierzehnten Grade stund, wenn die sogenannten Wächter drittehalb Stunden lang
jenseit
«) Ebendss. Des Herrerü eigene Worte sindfolgende: „Seine Einbildung war, die Erde glei-„che einer Frauenbrust, oder einer halben Birne,,,und die Spitze ihres Pols stehe gerade in dieHö-„he; auch sey bieselbigs Spitze erhabener, auch der„Luft und dem Himmel näher. Der Himmel neh--
„me seinen Anfang unter der Linie, und oben auf„der besagterzSpitze liege das irdische Paradies-«Ebendas. 12 Cap.
0) Geschichte der Znsel S. Domingo L B.p) Er bath auch, den Verleumdungen kein Ge-hör zu verleihen. Er versicherte, er habe Gegen-den