Reisen und Entdeckungen
Christoph Unterdessen mußte er vernehmen, die Schiffe könnten ihre Abreise nach SpanienLolumbus. unmöglich langer aufschieben. Die vorgeschriebene Frist war schon seit drey Wochen verstrichen.. "98- , Es starb eine Menge Indianer an Bord, ohne daß man ihnen helfen konnte, und dasy.. Schiffsvolk drang darauf, man solle unter Segel gehen, indem es sonst an Lebensmit-
EEeteln f^en würde. Demnach war er genöthiget, sie absegeln zu lassen, folglich auch demSpanien- ^ Hofe von dem Unwesen, dem er abzuhelfen im Begriffe sey, Nachricht zu geben. Er bathzugleich um einige Mönche, welche die Einwohner im Christenthume unterrichten könn-ten , imgleichen um eine Person von ausnehmenden Eigenschaften zu Verwaltung der Ge-rechtigkeit, indem er sonst von dem Eifer der Hcidenbekehrer wenig Frucht hoffen könnte.Er berichtete auch, es habe zwar die subtile Luft, die ungemeine Hitze und das schlechteWasser im Anfange allerley Krankheiten verursachet, nunmehr aber gewöhneten die Ca-stilianer sich allgemach an die Landesart, es bekamen ihnen auch die indianischen Lebens-rnittel besser, als das Brodt von Getreyde; an Schweinen und Geflügel fehle es ihnen nicht,nur aber insonderheit an Wein und Kleidern. Die ganze Insel sey mit Müßiggängernangefüllet, und müsse er nach und nach, wenn Schiffe abgiengen, die Lüderlichen oder Un-gehorsamen nach Spanien zurück schicken, indem dieses die härteste Strafe sey, die man ih-nen auflegen könne, absonderlich da die Verwaltung der Gerechtigkeit seit dem Aufruhreungemein schwer falle, und man immer besorgen müsse, die Anzahl der Misvergnügten da-durch noch mehr zu verstärken. Was den Roldan betreffe: so überlasse er Ihren Maje-stäten den Ausspruch in dieser den Adelantade absonderlich angehenden Sache, und ersuchedieselbigen, entweder beyde Theile nach Spanien zu fodern, oder durch «»parteyische Be-vollmächtigte Erkundigung einzuziehen. Er wolle gern bewilligen, daß die Schuldigensich einige Sachwalter annahmen, und selbigen die Besorgung ihrer Angelegenheiten auf-trügen, wofern sie nur übrigens, bis zu Ihrer Majestäten Ausspruch entweder ihre schuldi-ge Dienste thaten , oder um das Aergerniß ihres schlimmen Beyspieles aus dem Wege zuräumen, sich in die Insel Portoric begaben: würden sie aber ihre Gewaltthätigkeit fernerfortsetzen, so werde er, um die Pflanzstadt zu retten, endlich vielleicht genöthiget seyn, die inHänden habende Macht gegen sie zu gebrauchen. Nichts als ihre Hartnäckigkeit in ihremAufruhre zu verharren, habe ihn bisher gehindert, den Adelantade mit drey zu dieser Unter-nehmung in Bereitschaft gelegenen Schiffen, auf die fernere Entdeckung des festen Landesauszuschicken. Allein, bey den gegenwärtigen Umständen, da er kaum in der Hauptstadtseines Lebens sicher sey, könne er sich weder dieses noch einzigen Nothmittels, noch des Bey-standes eines so herzhaften Mannes, als sein Bruder sey, berauben. Es scheint auch inder That außer allem Zweifel zu seyn, der Adelantade würde ohne diese Hinderniß Neu-Geschenke, die spanien entdecket haben /). Der Admiral schickete mit eben diesen Schiffen hundert und»r abschicket, siebenzig Perlen ab, imgleichen einige Goldklumpen, und eine Menge Schnupftücher vonmancherley Farben, und einem sehr feinen Gewebe, welches alles er von seiner letzten Reise
mit-
„«« in Absicht auf die Uneinigkeit, welche Zeit mei- „derAlcslde zu mir komme, und mir von dem vorge-„ner Abwesenheit zwischen meinem Bruder dem „gangenen, absonderlich was den Adelantade betrifft,„Adelantade und dem Alcalde Franz Roldan „darum weil er mein Bruder ist, eine Nachricht gebe:„und seiner Gesellschaft entstanden ist, und um „so ertheile ich ihm, kraft dieses gegenwärtigen im„derselben abzuhelfen, damit Ihre Hoheiten auf- „Namen Ihrer Hoheiten alle Versicherung,die er im-„richtig seyn Mögen, die Nothdurft erfoderk, daß „mer wünschen kann,,svwohl für seine Person, als für
„die-