m America. V Buch. m Cap. 89
Auf der andern Seite hatte Roldan nicht sobald die Ankunft des Admirals erfahren, Christophals er von der Schanze Bonus aufbrach, und über eine angenehme fruchtbare Ebene bis Lolnmbua.
auf zwanzig Meilen von der Hauptstadt anrückete. Anfänglich glaubte man, er werde sie,__,
wohl gar mit Gewalt angreifen: allein, der Admiral kam diesem Entschlüsse zuvor; indem . ,
er ihm seine Freundschaft anbiethen ließ. Man schickte den Carvajal und Ballestcr an ihn mit Roüab, die ihn nebst dem Ejcobar in Gesellschaft seiner drey vornchmsteit Anhänger des N/cxica, da«.
Gantitz und TFtquelnw, antrafen. Sie sparetcn weder Mühe noch Fleiß, ihm begreiflichzu machen, daß ihn billig sein eigener Vortheil zur Aussöhnung mit seinem Vorgesetztenantreiben sollte; indem selbiger ihn noch immer mit dem Titel eines guten Freundes beehre,auch seinen Gehorsam mit neuen Gunstbezeugungen zu vergelten, bereit sey. Die Ver-Handlung dauerte einige Wochen. Man schrieb sehr glimpfliche Briefe an einander: allein,der endliche Schluß war noch immer nicht abzusehen, absonderlich als des Roldans An»
Hänger, aus Beysorge, man werde sie der Rache der Columben aufopfern, sich gegen ei-ne mündliche Unterredung zwischen ihrem Anführer und dem Admirale setzeten. Endlichmachte Ballcfter dem Admirale zu wissen, es sey gefährlich, länger zu zaudern. Die An-zahl der Aufrührer wachse von Tage zu Tage; sie hätten bereits einige Soldaten von seinerBedeckung verführet, und Hoffeten, dem Ansehen zu Folge, es werde dieses böse Beyspielnoch mehrere auf ihre Seite locken, und sie in den Stand setzen, ihre Unternehmungenweiter zu treiben. Dieser Brief setzete den Admiral in große Unruhe. Er begriffwohl, wie nöthig eine muthige Entschließung falle. Die Abgaben wurden entweder garnicht bezahlet, oder sie kamen in der Aufrührer Hände; die Jnseleinwohner freueten sich,daß ihre Ueberwinder im Begriffe wären, einander selbst aufzureiben, und ließen in der Ab-sicht, die übrigen Spanier durch Hunger aufzureiben, den Ackerbau unterwegens. Ja eswar zu besorgen, sie möchten bey einer so günstigen Gelegenheit einen neuen Krieg ansan-gen. Alle diese höchstwichtigen Gründe brachten die Columben auf die Gedanken, es seyhohe Zeit, den Ernst zu gebrauchen.
Allein, als sie in der Absicht vor Bonus zu rücken, ihre Leute aufbothen: so weigerten Warum diesich die Soldaten größtentheils, ihnen zu folgen. Zwar siebenzig waren bereit, das Gewehr Columben denzu ergreifen §): es schienen aber einige unter ihnen dermaßen verdächtig, daß der Admiral Ernst nicht ge-auf ihre Treue wenig Rechnung machte, sondern eine Erklärung heraus gab, darinnen ei-nein jedweden, wofern er sich innerhalb sechzehn Tagen, oder auf den Fall einer allzuwei-ten Entfernung in einem Monate, seinem rechtmäßigen Herrn, dem Könige unterwerfe, dievöllige Vergebung für das Vergangene zugesaget wurde; zugleich versprach er, ihnen leut-selig zu begegnen, den rückständigen Sold zu bezahlen , und jedwedem, der es verlange,die Ueberfahrt nach Spanien zu gestatten. Diese Begnadigung wurde den yten des Wind-monates an den Thoren von S. Domingo angeschlagen. Auch wurde dem Roldan einsicherer Geieitsbrief, sowohl für seine Person, als für alle, die er mitbringen werde, zuge-schicket , und war selbiger mir den kräftigsten Versicherungen der Auftichtigkeit undTreue abgefaffet >-).
Unter-aufbehalten worden. „Ich Christoph Columbus, „ginn, unserer gebiethenden Herrschaft, über alle„Admiral ^es Weltmeeres, beständiger Unterkö- „Inseln und das feste Land von Indien, auch der-„lilg und Statthalter des Kvniaes und der Koni- „selbigen Generaseapitain und Rath. Gleichwie
Allgem.Reisedesch. XIU Band. M „es