in America. V Buch. III Cap. §9
andere weiter entfernte Dörfer zu besuchen; und indem sie um dieser Ursachen willen neun Lbri'sksphTage ausblieben, so machten sie dem Ojcda eine nicht geringe Bekümmerniß. Doch end- Columbns.lich kamen sie mit einem vergnügten Gesichte, als dein kräftigsten Zeugnisse von der Leut- . ^99- ,seligkeit ihrer bisherigen Wirthe, zurück. Eine unsägliche Menge dieser treuherzigen In-dianer begleitete sie bis an den Strand. Sobald sie einige Ermüdung an einem Castilia-ner werteten, trugen sie ihn in einem Hangbette. Mußte man über irgend einen Flußsehen, so wollte sie jedweder hinüber tragen. Als sie an die Barken kamen, sprangen siemit solcher Begierde und Unordnung hinein, daß sie beynahe zu Grunde gegangen wären.
Mehr als tausend stiegen mit gleichem Ungestüme in die vier Schiffe, und bewundertenalles, was ihnen in die Augen siel. Ojcda ließ, um sich eine Lust zu machen, sein grobesGeschütz abfeuern. Sogleich stürzete sich dieser neugierige und furchtsame Haufen in dieSee: „ eben so, saget ein gewisser spanischer Schriftsteller, wie bey dem geringsten Geräu-sche eine ganze Million Frösche auf einmal vom Ufer ins Wasser hüpfet. „ Allein, weildas Lachen der Matrosen, und ihr friedfertiges Bezeugen, ihrer Furcht ein baldiges Endemachten: so kamen sie mit gleicher Begierde wieder auf die Schiffe, und konnte man siekaum wieder los werden. Ihr Land brachte allerley Bluhmcn und Früchte ohne Aufhörenhervor. Auch gab es da vortrefflich schöne Vögel in großem Ueberflusse.
Die Castilianer cntserneten sich mit Widerwillen von dieser schönen Bucht von süßem VesputiuSWasser, welche durch die Küste von Paria und die Dreyfaltigkeitsinscl gebildet wurde. In-schreibt sich diedem sowohl diese beyden Namen, als die Benennung des Drachenschlundes noch immerSchwange waren: so hätte VeSputius den Vorsatz, eine höchst schändliche Ungcziemlichkeit zubegehen, billig fahren lassen, oder doch bedenken sollen, daß ihm die Welt selbige nimmer-mehr zu Gute halten werde. Auf diese Weise reden die spanischen Geschichtschreiber vonseinem Vorhaben, sich die Ehre der Entdeckung des festen Landes zuzueignen. Unterdes-Gi hat die neue Welt, aller Klagen der Spanier ungeachtet, seinen Namen einmal an-genommen ; und es mag nun mit seiner Berechtigung so schlecht beschaffen seyn, als es nurimmer will: so ist es doch nach einem dermaßen langwierigen Besitze voriht viel zu spät, sie ihmstreitig zu machen. Von Paria segelte die Flotte nach der Insel Margaretha, welche ih-ren Namen gleichfalls von dem Admirals bekommen hatte. Ojcda näherte sich hier dem Sjeda giebtBusen Venezuela, den die Indianer Coquibocao hießen, abermal. Nachgehends kam verschiedenener zu einem Vorgebirge, das er la Vela benennete, und fand hier eine lange Reihe In-^^ern Nä-seln. Sie erstrecketen sich von Osten nach Westen, und einige darunter bekamen die Be-nennung Gigames. Bisher hatte man von dem ersten Lande, dahin die Flotte gekommenwar, ungefähr vier hundert Meilen zurück gelegct, ttamlich zweyhundert bis nach Pariä,und von Paria bis an das Vorgebirge la Vcla ebenfalls zweyhundcrt. Auf dieserKüste fan-den die Castilianer Gold und Perlen. Von Nstargaretha kamen sie an Cumana undMaracapana, zwey am Ufer des festen Landes, und sieben Meilen von besagter Inselgelegene Dörfer. Ueberhalb Curnana war eine Bucht, die nach ihrem Ermessen etwavierzehn Meilen weit ins Land hinein sich erstrecken mochte, und ringsherum mit Wohnun-gen besetzet war. In einem vor dein Dorfe vorbeystießenden Flusse, sahen sie eine Men-ge dergleichen scheußliche Fische, die von den Spaniern Lagaros, von den Indianernaber Lapmancn genennct werden, und wie man glaubet, mit den Erocodillen einerley
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