Band 
Dreyzehnter Band.
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Reisen und Entdeckungen

Lhriffopb sind. Weil man wegen des schlechten Zustandes der Flotte bey Maracapana vor AnkerLolumbus. legen mußte: so wurden alle Schiffe ausgeladen und kalfatert. Man genoß die sieben'499- „nd zwanzig Tage über, die man mit dieser Arbeit zubrachte, mehr Beystand von den' " Indianern, als man in irgend einem spanischen Hafen jemals zu gewarten gehabt hätte.

Sie halfen nicht nur arbeiten, sondern sie schafften auch ohne Unterlaß Lebenömittel undandere Bequemlichkeiten aus Ufer. Die Castilianer konnten sich nach eigenem Beliebenfn die umliegenden Dörfer vertheilen, und wurden überall so reichlich und sorgfältig bewir-thet, daß sie vollkommen wieder zu Kräften kamen.

Bekrieget der Unterdessen geschah ihnen nicht ohne Absicht so viel zu gute.' Die Indianer hatten eini-Jndianer benachbarte Inseleinwohner zu immerwährenden Feinden, welche ihnen unleidlicheFeinde. Drangsalen zufügeten, und den viehischen Gebrauch hatten, ihre Gefangene aufzufressen.

Als nun die Flotte segeifertig war, ersuchten sie den Ojeda, sie zu rächen. Es wurdediese Bitte mit so großer Ehrerbiethung lind Wehmuth vorgebracht, daß sie allen Castilia-nern zu Herzen gieng. Djeda beschloß, seinen Wirthen diese wichtige Gefälligkeit zu er-weisen. Allein, ungeachtet sie ihn begleiten wollten: so nahm er doch nicht mehr, als siebenunter der Bedingung mit, daß sie in ihren eigenen Canoten nach Hause kehren müßten,und er nicht gehalten seyn sollte, sie dahin zu schaffen. Er merkete, die Feinde, die er be-streiken sollte, wären die Caraiben, und hoffte, ungeachtet man ihm auf der Insel Hispa-uiola vieles von ihrem Grimme erzählet hatte, erwerbe sie durch das bloße Krachen seinesGeschützes zum Gehorsame bringen. Eine glückliche Fahrt von sieben Tagen brachte ihn zuihrer Insel /). Als er dem Strande näher kam, erblickte er zu seiner großen Verwunde-rung über vier hundert mit Schild, Pfeil und Bogen bewaffnete Kerl, mit solcher Keck-heit, davon er bey den Indianern bisher noch nie ein Beyspiel gesehen hatte, auf ihn war-ten. Anstatt bey dem Annähern der Barken zu weichen, rückten sie ihnen vielmehr bisans Wasser entgegen, und bewillkommeten sie mit einem dicken Pfeilhagel. Doch schiftes, als ob das Knallen des groben und kleinen Geschützes sie einigermaßen in Furcht setzete,absonderlich da sie sahen, daß auf ihrer Seite eine große Anzahl Todte und Verwunderezu Boden stürzete. iVjeda machte sich dessen augenblicklich zu Nutzen, und setzete vierzigMann ans Land. Allein, die Caraiben erholeten sich bald von ihrer Bestürzung, wendetensich mit einer wunderbaren Herzhaftigkcit, und fochten zwo ganze Stunden auf das tapferste.Zwar machte man eine große Anzahl von ihnen nieder; hingegen bekamen die Castilianer ihresOrtes sehr viele Verwundete. Endlich wurde dem Esteda wegen des Ausganges bange, und erschickte den Seinigen noch sieben und fünfzig Mann zu Hülfe, welche denn diese fürch-terlichen Feinde auf die Flucht brachten. Allein, den folgenden Tag erschienen sie in weitstärkerer Anzahl abermal, und die castilianischen Officier sahen sich genöthiget, auf einen re-gelmäßigen Angriff zu gedenken. Sie vertheilten ihre Leute in vier Haufen, und stelltensie auf solche Weise, daß keiner dem andern mit seinem Fetter schädlich fallen konnte. Indieser Stellung, dabey fast kein einziger Schuß vergeblich geschah, legeten sie eine so gro-ße Menge Caraiben zu Boden, daß diese unglücklichen Wilden endlich unter entsetzlichem Heu-len die Flucht nach dem Gebirge ergriffen. Die Castilianer verloren nicht mehr, als eineneinzigen Mann; hingegen bekamen sie, ohne diejenigen, welche halbtodt auf der Wahl-stadt liegen blieben, und damit sie ihre Schiffe nicht unnöthiger Weise beschweren wollten,

bey

r') Der Geschichtschreiber nennet sie zwar nicht, doch war es vermuthlich eine von den antillischen.Ebendas.