Band 
Dreyzehnter Band.
Seite
106
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io6 Reisen und Entdeckungen

Christoph

Lolumbus.

i;oo.

Der VL Abschnitt.

Reise des Alvarez von Cabral.

DiePoctugie- > eben der Zeit aber landete eine portugiesische Flotte von dreyzehn Schiffen, welcheseil länden an der König Emanuel nach Ostindien schickete, und die, um die Kliffe von Gui-Brasilien. nea zu vermeiden, wo die Windstillen häufig sind, bey den Inseln des grünen Vorgebir-ges ihre Fahrt in die See hinausgeuommen, wobey sie gerade gegen Suden lief, in derAbsicht desto leichter um das Vorgebirge der guten Hoffnung hinum zu kommen, denagffen April, nach einer monatlichen Schiffsahrt auf hohem Meere, an derKüste eines un-bekannten Landes, welches nach der Rechnung der Piloten ungefähr vierhundert und fünf-zig Seemeilen von derKüste von Guinea entfernet seyn konnte, und gegen den zehntenGrad Südcrbrcitc lag. Alvarez von Cabral, welcher die Flotte führete, bildete sich we-nig ein, daß dieses Land das feste Land seyn konnte, sondern hielt es anfänglich nur füreine große Insel. Nachdem er aber lange an demselben hingefahren war: so ließ er einigeverständige Leute aussteigen, die ihm eine andere Meynung beybrachten. Die Indianer,welche sich in großer Anzahl sehen ließen, waren schwarz, wiewohl nicht so schwarz, alsdie von Guinea. Ihre Haare waren nicht so kraus, und mehr den unsrigen gleich. BeyAnnäherung der Portugiesen begaben sie sich auf ein Gebirge, von da sie dieselben mitFurcht und Erstaunen zu beobachten schienen. Da das schlimme Wetter die Barken nichterlaubt hatte, in einem benachbarten Hafen einzulaufen: so ließ Alvarez weiter unten einenbequemern suchen, wo er sich noch an eben dem Tage vor Anker legete, und den er puer--Sie entdecken to Seguro nannte. Seine Leute fingen daselbst zween Indianer, die er sauber kleidenPuerls Sr- ließ und wieder aus Ufer schickete. Man sah bald ihrer eine große Anzahl mit Flöten undZuw. andern musikalischen Instrumenten ankommen, bey deren Schalle sie große Freude bli-cken ließen. Es war eben Osterkag. Weil nun Cabral mit dein größten Theile desSchiffSvokkes ausgestiegen war, um eine feyerliche Messe unter einem großen Baume an-zuhören , an dessen Fuße er einen Altar hatte aufrichten lassen: so zog der Anblick dieserCeremonie die Indianer mit einem Vertrauen herbey, welches nur von einer Empfindungder Religion herrühren konnte. Sie fielen auf die Knie nieder, und auf das Gesicht,wie die Christen; sie schlugen sich an die Brust und machten dem Priester und den Um-stehenden alles nach; und während der Predigt, welche aus die Messe folgete, bczeugetensie so viel Andacht und Frömmigkeit, als ob sie die Wahrheiten begriffen harten, die man ih-nen verkündigte. Dieser Schein einer Gelehrigkeit konnte mir der Stärke des Beyspieleszugeschrieben werden. Cabral aber muthmaßete daraus viel Gutes für das Künftige; undin der Freude einer so schönen Entdeckung ließ er ein Schiff abgehen, die erste ZeitungAlvarez nimt nach Lissabon zu bringen. Er richtete an eben dem Orte ein steinernes Kreuz auf, wel-Desitz vvn ches Machete, daß man das Land Santa Cruz nannte. Dieses ist der ehrwürdige Ur-rm n e. sprang und das Recht des Besitzes, nach der Anmerkung des portugiesischen Geschicht-schreibers. Es hat aber solches nicht verhindert, daß der Name Brasil oder Brasilien,»velchen die natürlichen Einwohner ihrem Vaterlande gaben, nicht in Portugall, wie beyallen andern Völkern die Oberhand behalten hat. Cabral, welcher durch wichtigere Be-fehle

») Portugiesische Nachricht von des Alvarez Cabral Reise, und -Herrcm IV B. 7 Lap.