Band 
Dreyzehnter Band.
Seite
108
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IO8 Reisen und Entdeckungen

Christoph sich auf die Ausfertigung dieser Briefe gründen, welche im eilsten Jahre der RegierungColumbus. des Königes Heinrichs geschehen, lassen Johann und Sebastian Cabot im 1497 Jahre, , abreisen, sie daraus das Eyland Terra irusva, und Terra de Eabradsr entdecken,und

wollen, sie waren bis unter den fünfzigsten Grad Norderbreite gegangen^). Andere Grüu-ckungen find de aber machen es glaublich, das; diese Reise erst viele Jahre nachher unternommen wor-zweifelhaft. den 2) und später sey, als des von Corte - Real seine.

Ansprüche der Die Venetiancr machen auch 'Altspruch auf die Ehre, das nördliche America entde-Venetianer- cket zu haben, oder wenigstens die ersten gewesen zu seyn, die es in Europa bekannt ge-macht hätten. Sie führen das Zeugniß des Anton und Nicolas Zeno, Gebrüder und vc-netianischer Edelleute an, welche im 1590 Jahre nach den Küsten von Jrrland abge-gangen waren, und von einem Sturme nach Frisland verschlagen wurden, welches manfür ein Stück von dem festen Lande von Grönland hielt H, wo sie an dem Hofe des Köni-ges selbst erfuhren, daß Estotiland, wie sie den nördlichen Theil von Terra de Labradornannten, von einigen Fischern, des Königes Unterthanen, entdecket worden.

Man hat im Anfange dieses Bandes gesehen, daß sich die Engländer eben die Ehrezueignen, und ihre Altsprüche bis auf das 1170 Jahr hinaufführen, da sie dem Madoc,Davids Bruder, einem Sohne d>wen Guyneds, Prinzen von Wallis, eine Reise zu-eignen , und ihn ein schönes Land gegen Norden voir America entdecken lassen. Zum Un-glücke aber wird diese Schiffahrt von keinem sichern Denkmaale unterstüßet; und da dieBeweise, die man davon beybringt 5 ), nur erst nach des Columbus Entdeckung erschienenfind, so kann man sie als ein Werk der Eifersucht und Undankbarkeit ansehen, um ihmeine Ehre zu entziehen, die nur ihm zuzugehören scheint.

§9 Ramusiv saget in der Vorrede seines NlBandes bis sieben und sechzig und einen halbenGrad. Gomara saget über acht und fünfzig Grad.H B- 4 C.

r) l) Enthalten die offenen Briefe des KönigesHeinrichs des VH nur eine unbestimmte Erlaubniß,abzureisen und Entdeckungen zn machen; und die-ser -Herr füget mir erst zwey Jahre darnach die Er-laubniß bev, eine gewisse Anzahl Schiffe in den eng-ländischen Hafen zu nehmen. Hackluyt führet diesezweyte Erlaubniß ebenfalls an- a) BemerkenPeter Martir, Gomara und Ramnsio, welche vonSebastian CabokS ersten Reise reden, das Jahrnicht und nennen auch seinen Vater nicht, z) Ver-sichert Sebastian Cabot selbst in einer Unterredungmit dem pabstl. Legaten in Spanien,Galeas-Dutriga-rius,welche Ramufio im U Bande feiner Sammlung

Der

anführet: er sey erst nach dem Tode seines Va-ters, da man in England gewußt, daß ChristophColumbus die Küsten von America entdecket hatte,von Heinrich dem VIl abgeschickt worden, einenWeg nach Cathay durch Norden zu finden. ZnWahrheit, sehet er hinzu, dieses ist, wenn michmein Gedächtniß nicht betrüget, im 1496 Jahregeschehen. Es erhellet aber augenscheinlich, daßihn sein Gedächtniß betrogen hat; weil ChristophColumbus im 1496 Jahre das feste Land nochnicht entdecket hatte, »nd weil es aus Heinrichsdes Vlk offenen Briefen eben so gewiß ist, daßCa-bok der Vater damals noch lebete- Der Verfasserder Einleitung in die allgemeine Geschichte sehetauch diese erste Reite nur in das i;i 6 Jahr, ohnejedoch zu sagen, .auf was für ein Zeugniß er sichgründet. Im X Cap. von America a. d. z-r S.

Dritten