n4 Reisen und Entdeckungen
Christoph von einer jeden Bestallung des neuen Statthalters znstellete. Nachdem er solche gelesen:Lolumoris. so sagete er, die erste enthielte nichts , was er nicht selbst verlanget hatte; die andere aber
._^°o. ^ siimmete nicht mit den unwiderruflichen Bestallungen eines Unterköniges und Admirals über-
^ ein, welche er von ihren Majestäten erhalten hätte; und er könnte sich also nicht überreden, daßsie aus dieser verehrungSwürdigen Duelle käme; er widersetzete sich der Verwaltung der Ge-rechtigkeit nicht, welche Bovadillen aufgetragen worden; er würde aber nach Spanienschreiben; und unterdessen forderte er, so lange bis die Erklärungen vom-Hofe wegen die-ser Begebenheiten, die ihm dunkel vorkämen, einliefen, alle Unterthanen der katholischenEr wird mir Könige auf, in der Unterthanigkeit zu verharren, die sie ihm schuldig wären. Man zwei-cinem Kriege damals nicht, daß diese Streitigkeit nicht in einen bürgerlichen Krieg ausschlagenwnr-bedrohet. ^, vornehmlich weil der Comthur mit Fleiß nicht auf einen Brief geantwortet, den er vondem Admirale erhalten; und man dagegen vielmehr vernahm, daß er an Roldan undseine alten Mithasten in der Provinz Taragua geschrieben hatte ^). Indessen wurde mandoch einige Tage darnach aus diesem Irrthume durch die Ankunft des königlichen Schatz-meisters, Velasstuez, und eines FrancifcanermöncheS, Namens Tras Srerra, gebracht,Schreibendes die dem Admirale einen von der Hand des Königes und der Königinn unterzeichneten BriesKöniges an zustelleten. Er war in diesen Worten abgefasset. „Don Christoph Columb, unser Ad-denÄdrniral. dem Ocean. Wir haben dem Comthur, Don Franz von Bovadilla, befohlen,
„euch unsere Gesinnungen anzudeuten. Wir befehlen euch, demselben Glauben zu geben,„und dasjenige zu vollziehen, was er euch von unsern Seiten sagen wird. Ich» der Bö--Big. Ich die Aömginn.,, Die Betrachtungen, welche der Admiral über diesenBrief machte, bey welchem er leicht anmerkete, daß man ihm den Titel eines Unterköni-ges darinnen nicht beylegen, bewogen ihn, den Bovadilla in allen denen Würden zu er-kennen , die er sich beylegete. Er rcisete auch sogleich nach der Hauptstadt ab.
Bovadilla Nach seinem Beyspiele nahmen alle Castilianer, die zu Bonao, in la Vega, undsttllekUiitersu-in allen den neuen Sitzen waren, den Weg nach Sän Domingo. Bovadilla hatte be-dungen wider xxjts, um sie durch den Eigennutz anzuziehen, bekannt machen lassen, es sollten diejenigen, welcheihn an. s^ bemüheten, Gold zu suchen, zwanzig Jahre lang dem Könige nur den zwanzigsten davon ge-ben; er wollte den rückständigen Sold der Soldaten bezahlen, und den Admiral nöthigen, allen'denjenigen ein Genüge;« leisten, denen er Ursache;« klagen gegeben hätte. Die Misvergnügtenbemühecen sich, vieles wider die drey Columben auszusagen; und alle ihre Anklagen wurden an-genommen. Sie beschuldigten den Admiral, daß er ihnen bey Erbauung der Städte und Fe-stungen übel begegnet wäre, indem er sie zu unanständigen Arbeiten angehalten, wovon ihrer ei-ne große Menge umgekommen wären, und daß er ihnen den zum Leben nöthigen Beystand ver-Jebermsnn saget hätte, daß er sie wegen geringer Fehler mit den schärfsten Züchtigungen beleget, die oftmalserkläret sich ungerecht und zuweilen schimpflich gewesen wären; daß er nicht habe einwilligen wollen, daßgegen ihn- Eylmwiw getaufet würden, weil er sie lieber als Sclaven, denn als Christen habe se-hen wollen; daß er sie unter einem eitel» Verwände bekrieget habe, damit er nur Gelegen-heit
§) -Herkeea IV B. 9 Cap. „Viele Leute versichern, des Königes Gesinnung
„wäre niemals gewesen , daß Bovadilla, so mäch-/-) Ebendas. „tig auch seine Bestallung hätte seyn mögen, dir
„Person des Admiralen und feiner Bruder hättei) Des -Herrera Ausdrücknngen lauten so: »angreifen sollen; und sie hätten ihm solches nicht
»Je-