iZF Reisen und Entdeckungen
Lbristoph sie der Adelamade bis an die Spitze der Insel. Hier riefen sie den Himmel inbrünstig
Lolumbus. um seinen Beystand an, und begonnen hernach, gegen Abend, ihren Weg gueer überden Seebusen zu nehmen. Die Indianer ruderten unaufhörlich. Ermattete sie die Hitze
" * ' oder Arbeit: so sprangen sie in die See, und empfingen nach einer kleinen Verweilung
neue Kräfte. Als die Nacht einbrach, hatte man Jamaica bereits aus dem Gesichte ver-loren. Hierauf halfen die Castilianer rudern, nicht nur um die Indianer ausruhen zulassen, sondern auch aus Furcht, sie möchten der unablässigen Arbeit endlich überdrüssigwerden, und auf gefährliche Anschläge verfallen. Den folgenden Tag waren sie alle miteinander dermaßen abgemattet, daß die beyden Hauptleute selbst das Ruder zur Hand neh-men mußten. Das allerbeschwerlichste war die brennende Sonnenhitze, dagegen man sichauf keine Weise beschirmen konnte. Aus diesem Ungemache entstund in kurzer Zeit nochein anderes. Die Indianer vermochten den heftigen Durst nicht langer zu ertragen; sieleereren die Calebassen allzugeschwind aus, und man mußte zu dieser Unordnung, ihrerschrecklichen Folgen ungeachtet, aus Noth durch die Finger sehen. Ehe es noch Mittagwurde, hatten die Castilianer kein anderes Labsal mehr, als einen geringen Vorrath vonBrandtewekne; hiervon mußten sie noch darzu den Indianern mittheilen, um sie unterdes-sen bis es gegen Abend kühler wurde, bey Kräften zu erhalten. Den folgenden Tag stiegder Kummer noch höher; als man nach so langwieriger Quaal die kleine Insel LTavasa,wo man frisches Wasser zu finden verhaftete, nicht erblicken konnte, und in Sorgen ste-hen mußte, man habe den rechten Weg verfehlet. Ein Indianer war bereits vor Durstgestorben, und über Bord geschmissen worden. Noch andere lagen ohnmächtig ausge-strecket da, und die übrigen erwarteten ein gleiches Schicksal. Als der Brandtcweingleichfalls zu Ende war, hatten sie kein ander Labsal, als den Mund voll Seewasscr zunehmen, dadurch aber nur ihr Durst vergrößert wurde. Endlich gicng der Mond auf,und weil er zur Halste verdecket schien: so schloß man daraus, es müsse diese Gattring ei-ner Finsterniß von der sehnlich gewünschten Insel herrühren. Mit anbrechendem Tagekamen sie glücklich dahin. Sie beträgt kaum eine halbe Meile im Umfange und bestehtaus lauter spitzigen Klippen, ohne die geringste Quelle. Doch fand man in einigen Ri-tzen verhaltenes Regenwasser. Allein, eö bekam den Indianern sehr übel; denn weil stees allzugierig einschluckten: so blieben einige gleich auf der Stelle todt, die andern wurdengefährlich krank. Die Spanier hingegen wußten aus der Erfahrung, daß es bey derglei-chen gefährlichen Umständen nöthig falle, sich zu mäßigen. Sie fingen also vor allen Dingeneinige Fische, die sich am Ufer zeigeten, und Meten Hunger und Durst nur stufenweise.Diejenigen, welche einer solchen Mäßigung fähig gewesen waren, kamen nach vier undzwanzigstündigcmAusruhen wieder zu einigen Kräften; und weil sie das Vorgebirge von Hispa-rsiola, das vom Admirale mit dem Namen des heil. Michaels, nachgehends aber Ti-huron, benennet wurde, schon erblickten: so fiel es ihnen leicht, dasselbe noch vor TagesAn-bruche zu erreichen >-). Hier erfuhren sie, der Generakstatthalter sey in der Landschaft Ta-ragua. Mendez stieg sogleich wieder in sein Canot und machte sich ungesäumt auf denWeg dahin, Fieschi gieng mit eben so großer Eilfertigkeit nach S. Domingo ab. Allein,sie wurden ungemein lange aufgehalten. Ungeachtet die Ursache der spanischen Nationwenig Ehre bringt: so können wir doch sie eben so wenig verschweigen, als ihre eigenenSchriftsteller.
Der
--) Hereera 6 B. z Eap.