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Dreyzehnter Band.
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in America. V Buch. IV Cap. 14z

Dieses Geschwätz, das man im Ansänge einander nur ins Ohr sagete, erhitzete end- Lbriftopblich die Misvergnügtcn dergestalt, daß sie den 2tcn Jänner im Jahre 1504 ohne Scheu Kolumbus,zusammen liefen, und unter Anführung der beyden Gebrüder porras zum Gewehre grif- . ,

fen. Von diesen hatte einer eines von den vier Schiffen des Geschwaders geführet, der ^ z^ilbandere war Kriegeszahlmeister. Der älteste nun kam zum Admirale, welcher am Zip- ^perlein zu Bette lag, und sagete Mit großer Grobheit zu ihm, man sehe wohl, daß er die zmnGcwchre.Absicht nicht habe, sobald wieder nach Castilien zu gehen, sondern vielmehr das SchiffS-volk zu Grunde zu richten. Der Admiral antwortete, er begreife nicht, wie jemand aufdiese Gedanken fallen könne, indem ja jedermann, und PorraS selbst, sehr wohl wisse,daß man aus Zwange der äußersten Noth, auf diese Insel gekommen sey, und bisher ha-be bleiben müssen. Er seines Ortes habe alles gethan, was er zu thun vermocht, undvon dem Statthalter auf Hispaniola Schiffe verlanget. Ihm selbst sey eben soviel als jed-wedem andern daran gelegen, wieder nach Hause zu kommen; übrigens habe er ohne Be-willigung des Schiffrathes nie das allergeringste vorgenommen, sey auch ißt noch bereit,alle heilsame Vorschläge mit Vergnügen anzunehmen. Diese Antwort hätte ohne Zwei-fel jedweden vernünftigen Mann zufrieden gestellet: allein, bey diesem aufrührischen Ko-pfe fand keine Vernunft Platz. Weil feine Schwester die Maitresse eines bey Hose sehrvermögenden Mannes war: so begegnete er dem Admirale mit noch größerer Grobheit,als zuvor, und sagete ihm ins Gesicht, es sey keine Zeit mehr dergleichen leere Geschwätzeanzuhören, sondern nur ohne weitem Verzug zu Schiffe zu gehen. Er für seine Person wollenach Castilien zurück gehen, wer nicht mit wolle, der könne in Gottes Namen hier blei-ben. Sogleich entstund ein verwirrtes Geschrey unterden Soldaten. Einige riefen: kJ)ir Die Aufrüh-gehon mir; andere Castilien! Castilien; und noch andere: Hauptmann! was s^ rer wollen üb-ten wir thun? Ja einige riefen gar: Sie sterben! womit sie ohne Zweifel auf die Eo-^"'kumben zieleten. Der Admiral wollte aufstehen; er konnte aber sich nicht aufgerichtet er-halten , sondern man mußte ihn wieder zu Bette bringen. Hingegen erschien der Adelan-tade mit einer Hellparte in der Hand und stellete sich ganz unerschrocken an einen queerüber das Schiff gelegten Balken, um den Uebelgesinneten den Zugang zu verwehren.

Es brachten ihn aber seine besten Freunde wieder in sein Zimmer, gaben hernach demPorras gute Worte, und stelleten ihm vor, er könne ein mehreres nicht verlangen, alsdaß man ihn, wie ja geschehe, seinen Willen lasse. Er gieng auch wirklich davon, nahmaber die zehn Canote, welche der Admiral den Indianern abgekauft hatte, weg, und stiegnebst dem aufrührischen Gesindel ohne weitem Verzug mit einer so ausgelassenen Freudeund Hastigkeit hinein, als wenn sie diesen Augenblick zu Sevilla ans Land fahren wollten.

Bey den Eolumben blieb mit Ausnahme der Kranken und ihrer vertrarüeu Freunde, fastgar niemand zurück. Der Admiral ließ sie an fein Bette treten, ermahnete sie in einer sehrbeweglichen Rede, ihr Vertrauen auf den Beystand des Himmels zu setzen, und versprach,er wolle durch einen Fußfall eine billige Belohnung ihrer Treue bey der Königinnauswirken ö).

Noch an eben demselbigen Tage nahmen die Aufrührer ihren Weg nach der 'ost- Abreise derlichen Spitze der Insel. Hier verweileten sie einige Zeit, übten allen ersinnlichcn Muth- Aufrührer,willen gegen die Einwohner aus, nahmen ihnen alles, was in ihren Wohnungen zu fin-den

Balken und zween goldene Drachenköpfe im ro- a) Herreea 6 B- ; Cap.theil Felde. ä) Herrern 6 B - 5 Cap.