Band 
Dreyzehnter Band.
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in America. V Buch. !V Cap.

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dringenden und fertigen Verstand, im größten Unglücke ein unerschrockenes Her;, in sei- Christophner ganzen Aufführung eine besondere Vorsichtigkeit besaß. Ungeachtet er zwey Dritkheile Lolumbus.

seines Lebens in sehr mäßigen Glücksumständcn zugebracht hatte: so nahm er doch mit der Ver-._

änderung seines Standes zugleich auch ein edles Wesen an sich, das ihm so natürlich zuseyn schien, als ob er zum .Befehlen gebohren wäre. Er wußte eine wohlanständigeErnsthaftigkeit so gut, als jemand, an sich zu nehmen; gleichwie auch niemand diejenige ein-nehmende und tiefeinsehende Beredsamkeit, welche dem Ansehen eines vornehmen Man-nes nicht wenig Nachdruck ertheilet, bester als er, in seiner Gewalt hatte. Er redete we-nig , aber allemal mit besonderer Anmuth. Er lebte mäßig, kleidete sich ohne Pracht,trug großen Eifer für das gemeine Beste, absonderlich aber für die Religion. Erbesaß eine wahre Frömmigkeit, eine untadelhaste Redlichkeit, und verstund die Wissen-schaften , darauf er sich zu Padua geleget hatte, aus dem Grunde ^). Mit einem Wor-te, es fehlete ihm, nach dem Aussprache des Geschichtschreibers, dessen eigene Worte ich an-führe, darzu, daß die Castilianer keinen Abgott aus ihm machten, noch in ihren Gedankenihn unter die größten Männer seiner Zeit seheten, weiter nichts, als daß er nicht aus ih-rem Lande gebürtig war. Es ist auch im geringsten nicht daran zu zweifeln, er würdeder Krone noch weit größere Vortheile verschaffet haben, wofern man ihn nicht unglückse-liger Weise als einen Ausländer angesehen hätte ch.

Unterdessen gesteht auch der Geschichtschreiber der Insel S. Domingo, aus welchemwir die nur beygebrachte Abschilderung von des ColumbuS Gemüthöbeschaffenheit entlehnen,es waren diese ungemeinen Eigenschaften mit einigen Fehlern beflecket gewesen. Weil Co- ^hler derlumbus von dem Stande eines bloßen Steuermannes auf einmal so hoch stieg, daß er Enichts mehr über sich sah, als den Zepter: so behielt er von seinen vorigen Umständen eingewisses Mistrauen an sich, das ihn über sein Ansehen allzusehr zu eifern verleitete. VonNatur war er zum Zorne geneigt: doch wußte er- sich sogleich dergestalt wieder zu fassen,daß selbiger nicht zum Ausbruche kam. Vielleicht erwog er nicht genugsam, daß er einestolze Nation, welche ihrer langwierigen Unterwürfigkeit ungeachtet, von einem Auslän-der nicht gern Gesetze annimmt, unter seinem Befehle hatte. Man wirft ihm vor, er ha-be die Indianer zu hart gehalten, und sie alö gebohrne Leibeigene ihrer Ueberwinder ange-sehen.

in vts. Seine gewöhnliche Becheuerung war,luro a 8rn kernaiicio ; und wenn er selbst in denBriefen an den König etwas auf das gewissesteversichern wollte : so sagete er; IlaZo iurzmcntogue es verllacl etto. Noch war eine andere ihmgewöhnliche Redensart, sowohl bey aufgeräumtemals zornigem Muthe, und wenn er jemanden ei-nen Verweis gab: Ookos » cliss, no os psruecito ^ ctlo, oder: porgue llirictter ello etkc».Er beobachtete die gebothene Fasten sehr ordentlich.Er genoß die Sakramenten öfters. Er bethete alleTage dieGezeitcn. Er war ei» abgesagter Feind al-le« Fluchens und Gotteslästerns- Er trug einegroße Andacht zu U. L. F. und dem heiligen Fran-ciseuS. ,Er sagete zum öftem, Gott habe ihm,

gleich dem David, große Gnade erzeiget. So oftman ihm Gold oder andere Kostbarkeiten in sei»Zimmer brachte, kniete er in seinem Bethstuhlenieder, und dankete Gott dafür, daß er ihn so-viel Gutes entdecken lasse- Bey seinem großen Ei-fer für denGottesdienst und die Fortpflanzung desEv-angelii trug er absonderlich eine große Begierde, Gottmöchte ihn soviel würdigen, daß er zu Eroberung desheiligen Grabes etwas beytragen könnte. Er bathdie Köniainn zum öftem, sie möchte ein Gelübdethun, daß sie die Schätze, die er nach Spanienzu bringen verflösse, auf den Besitz des heil. Lan-des verwenden wolle, 6 B- >; Cap.

»') Geschichte der Insel Sau TMingo 4 D-4; und vorherg. Seite.

Allgem. Reifedeschr. XIII Band.

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