164 Reisen und Entdeckungen
Entdeckn»- sie hätten ihm unmöglich geschwinder zu Hülfe kommen können. Dieses Possenspiel wah-gen nach Lo, rett drey Tage, das ist, so lange, bis die Leiche einen üblen Geruch von sich gab, und sielumbs. dadurch völlig überzeugett. Sogleich gaben sie dem Brayau Nachricht von ihrer Entde-
. ckung. Als dieser die Gewißheit mit eigenen Augen gesehen hatte, meldete er die Sache
den übrigen Caciquen; und da nunmehr die bisherige Einbildung von der Unsterblichkeitihrer Tyrannen, auf einmal wegfiel, so wurde der Entschluß gefasset, man wolle sich die-selbigen vom Halse schaffen, es möge kosten, was es wolle. Der Anschlag wurde höchstgeheim gehalten, und weil die Caftilianer nicht daö geringste davon vermutheten, so warenmehr a.s hundert schon ermordet, ehe die übrigen von einer Gefahr etwas wußten. Soto-mayor war auch mit unter besagter Zahl. Es gehörete der Bruder des Agueynabo zu sei-ner Abtheilung; und die Schwester dessclbigen, die in ihn verliebet war, warnett ihn.Eben dieses that auch ein anderer Castilianer, welcher die Landessprache einigermaßen ver-schlagen ih- stund, und die Indianer seinen Tod schon zum Voraus besingen hörete. Allein, er schlugrer eine große alles in den Wind. Den folgenden Tag wurde er nebst allen seinen Leuten ermordet r).Anzahl todt. Dem Ponce war dabey nicht wohl zu Muthe. Er zog alle auf der Insel noch übri-Ponce be- ge Castilianer zusammen, suchte die Indianer in ihren Schlupfwinkeln auf, und ungeach-zwinget sie. tet sie die Caraiben zum Beystande anriefen, übte er doch eine solche Rache an ihnen aus,daß sie alle Hoffnung, jemals wieder in Freyheit zu kommen, auf ewig verloren. SeineLeute waren zwar alle mit einander laurer alte Soldaten, und seit den ehemaligen Kriegenauf Hispaniola im Gefechte mit den Wilden grübet. Gleichwohl trug keiner von ihnen so-viel zum Siege bey, als ein gewisser großer Hund, welchem die Geschichte ein besonderesLob ertheilet /). Nichts destoweniger würde die Bezwingung einer so volkreichen Inseluoch manche Mühe gekostet haben, wenn nicht die Einwohner, da sie sahen, daß die An-zahl ihrer Feinde wegen der täglichen Verstärkung aus Hispaniola beständig anwuchs, ausgroßer Einfalt geglaubct hätten, es wären diese neuen Castilianer eben die von ihnen ge-tödtetcn, welche, um von neuem gegen sie zu fechten, von den Todten auferstünden. Indieser Einbildung hielten sie den Widerstand für etwas unnützes, überließen sich dem Will-kühre ihrer Ueberwinder, und wurden hierauf in den Bergwerken gebrauchet, wo sie bey-nahe alle mit einander zu Grunde grenzen r).
Don Diego se- In eben diesem Jahre wurde Jamaica unter das Joch gebracht. Don Diego Co-tzct sich in Ja- lumbuS war bereits erwähntermaßen sehr verdrießlich darüber, daß der Hof die von seinemmaiea fest. Vater entdeckten reichen Länder, absonderlich aber Jamaica, das gleichsam vor der Thüre sei-ner Statthalterschaft lag, ohne sein Zuthun vergab. Endlich fand er die langst ge-wünschte Gelegenheit, sich selbst Recht zu schaffen. La Cosa, weil er zu einer größer« Aus-rüstung das Vermögen nicht hatte, war nur mit einem großen Schiffe und zwo Brigan-tinen in die See gegangen; Nicueffa hingegen hatte vier große Krr'egesschiffe und zwo Bri-
ganti-
5) -Herreea 7 B. iz Cap. „mit er ihnen kein Leid thun möchte, gaben sie ihm
5) Eben dieser Geschichtschreiber saget; „Gar „vor Anfange des Krieges eben soviel an Lebens-„ungemein stund ihnen ein Hund bey, den sie Be- „Mitteln, Gold, Leibeigenen und andern Sachen,„zerrillo nenneten, und der erstaunliche Thaten ver- „als einem Armbrustschützen, welches alles sein„richtete! Er wußte gleich zu unterscheiden, welche „Herr zu sich nahm. Was für einen Verstand„Zndianev Freunde oder Feinde waren. Auch „dieses Thier hatte, davon erzählet man vielerlcy,„furchten sie zehn Castilianer in dieses Hundes Gc- „unter andern auch folgendes. Als die Castilianer„fellschaft, weit mehr, als hundert ohne ihn. Da- „einstens Lust bekommen, ein altes Weib, das ih-