Entdeckun-gen nach Lo-
kumbo.
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Sie gehen zuSchiffe, undEneiso kömmtzu ihnen.
Gehen wiedernach St. Se-bastian.
Ihr abermaliges Elend.
174 Reisen und Entdeckungen
- noch auf sechzig Mann belief, zu klein. Bey diesen Umständen beschlossen sie, so lange zuverziehen, bis der Hunger und die Pfeile der Indianer, ihre Zahl genugsam verringern wür-de. Dieses erfolgete geschwinder, als sie es vermuthet hatten. Sie schlachteten hierauf vierPferde, die sie, weil der bloste Anblick dieser Thiere die Indianer schon schrecket«, bey ihrergroßen Noth noch immer gesthonet hatten; das Fleisch salzeten sie ein, und giengen mit die-sem einzigen Vorrathe an Lebensmitteln zu Schiffe. Pizarro bestieg eine von den Brigantinenund die andere gab er einem Niederländer, welcher die Schiffahrt trefflich verstund, zu führen.Allein, ehe sie noch sonderlich weit waren, bekam die Brigantine des Niederländers von derGewalt der tobenden See einen großen Leck, und versank im Angesichts der andern, ohnedaß man eine Seele retten konnte F). Weil der Wind beständig widrig verblieb: so mußte
Pizarro nach dem Lande umkehren, und wurde vom Glücke in den Hafen geführst, welcher nach-gehends Carthagena genennet worden. Als er sich dem Ufer näherte, erblickte er ein Schiffund zwo Brigantinen unter Segel. Dieses war Eneiso, der mit hundert und fünfzigauserlesenen Leuten, und allem für eine Pflanzstadt erforderlichen Nothwendigkeiten ausHispaniola zurück kam. Weil er nun meynete, Ojeda sey noch immer in seiner angelegtenSchanze: so hielt er den Pizarro lind seine Leute für Wegläufer, welche ihren General imStiche gelassen hätten. Doch Pizarro benahm ihm diesen Argwohn, als er ihm seinenvom Ojeda erhaltenen Bestallungsbrief vorzeigte. Allein, es setzte große Schwierigkeit, alsEneiso verlangete, sie sollten vermöge ihres mit dem Statthalter getroffenen Vergleichesalle mit einander nach Sän Sebastian zurück kehren, und seine Ankunft daselbst erwarten.Dieser Antrag verursachte ihnen ein Schaudern. Sie bathen inständig, er möchte sienicht wieder an einen Ort bringen, dessen bloßer Name ihnen wegen des daselbst ausgestan-denen Elendes Grausen erwecke; wolle er sie ja nicht nach Hispaniola zurück führen: sosolle er doch wenigstens erlauben, daß sie nach Goldcastilien gehen, und sich mit demNicuessa vereinigen dürften. Doch Eneiso wollte nicht das geringste davon hören, daßdiese Landschaft zu Neuandalusicns Schaden bevölkert werden sollte. Endlich brachte er esdurch Versprechen und Drohen dahin, daß sie ihm folgeten. Allein, es wurde, was sie be-sorget hatten, nur allzubald wahr. Als sie in den Seebusen Uraba einliefen, stieß desUra-ba Schiff mit solcher Gewalt an die östliche Spitze desselbigen, daß es in einem Augen-blicke zu Trümmern gieng. Kaum konnte man die Mannschaft retten, der Vorrath hin-gegen gicng größtenteils zu Grunde. Dergestalt waren die Spanier innerhalb wenig Ta-gen genöthiget, von Palmknospen zu leben. Zu Vermehrung ihres Unglückes hatten dieIndianer alle Häuser nebst der ganzen Schanze weggebrannt. Eine Zeitlang behalfensie sich mit den dasigen Schweinen, die in ziemlich großer Anzahl vom Gebirge herab ka-men. Als aber dieses Nahrungsmittel ein Ende nahm: so war kein anderer Rath da, alsKrieg zu führen. Eneiso machte sich, um Lebensrnittel herbcyzuschaffen , mit Hundeckwohlöewaffneten Spaniern auf den Weg. Allein, er kam nicht weit. Drey einzige In-dianer verlegten ihm, zu ihrem großen Ruhme, und der Spanier Schimpf und Schaden,den Weg. Sie traten ihm mit der größten Verwegenheit entgegen, und schössen ihre Pfeile
mit
L) Diejenigen, welche das Trauerspiel mitansa-hen, versicherten, es habe ein ungeheuer großerFisch das Steuerruder der Brigantine mit demSchwänze entzwey geschlagen. Man glaubet«, es
müsse ein Wallfisch gewesen seyn. Ebendas-L) Ebendas.
«') Das ist, von Balboa gebürtig. Eine gieb
che