in America. V Buch. V Cap. ,7z
mit einer so erstaunlichen Geschwindigkeit ab, daß ihre Köcher schon ausgeleeret waren, ehe Entdeckun-bie Spanier noch einmal recht wußten, wie ihnen geschah. Enciso wurde nebst dsm gen nach Lo-größten Theile seiner Mannschaft verwundet, und hatte nicht einmal das Vergnügen, diese lmnbo.
drey Wagehalse aufzuhalten; denn diese verschwanden wie ein Blitz, sobald ihre Feinde >_ - .
nicht weiter fortzurücken vermochten . Als er in diesem betrübten Zustande zurück kam:so, ließ die neue Pflanzstadt den Muth beynahe gänzlich sinken. Man redete von nichts an-derm, als wie man aus diesem Unglückslande wegziehen wollte. Doch ein junger Mensch,welchen Enciso mitgebracht hatte, rückte unversehens mit einem Vorschlage heraus, welcherjedermann, auch den allertrostlosesten, neue Hoffnung einfiößete.
Er hieß Vasco Nugnez von Balboa r) . Die gegenwärtige Gelegenheit war Wie ihnengleichsam die Quelle der guten Achtung, die ihn mit der Zeit bis auf die höchste Stufe deö Hülfe wieder-RuhmeS und der Ehre hob. Es geben zwar einige vor, er habe den Qjeda auf seinem Zu- sährt.ge begleitet: aber zu geschweige«, daß ein Mann von seinen Eigenschaften schwerlich soDalbsa^lange in der Dunkelheit bleiben kann, so erzählen dagegen andere auf eine so umständlicheWeise, daß man ihnen allerdings mehr Glauben beymeffen muß, er habe sich heimlich,um stinen ungestümen Schuldnern zu entgehen, in einem Faste auf des Enciso Schiff brin-gen lassen, und sey nicht eher zum Vorscheine gekommen, als bis das Schiff weit in dieSee gewesen. Enciso habe sich zwar über diesen Betrug anfänglich sehr entrüstet, und ge-drohet, ihn auf das erste beste wüste Eyland auszusehen, weil er, vermöge einervon dem Statthalter von Hispaniola zum Besten der Gläubiger gemachten Verordnungdas Leben verwirket hatte: doch endlich habe er sich durch sein Flehen und vieles Verbittenbesänftigen lassen, und ihn zu Gnaden aufgenommen k).
Dieser Wagehals, welcher übrigens nicht über fünf und dreyßig Jahre alt war, undnebst einem guten äußerlichen Ansehen, auch viel Verstand, Stärke und Herzhaftigkeit be-saß, suchte sich bey dieser Gelegenheit, da allen seinen Gefährten der Muth entfiel, durcheinen wichtigen Vorschlag hervor zu thun. Er sagte also, er sey auf seiner mit dem Ba-stidas vorgenommenen Reise bis an das Ende des SeebusenS gekommen, und habe, wieer sich noch sehr wohl erinnere, an der Westseite eines gewissen schönen und großen Flusses,ein Dorf, da die Lebensrnittel in größter Menge gewesen, angetroffen: es bedieneten sich auchdie dasigen Einwohner keiner vergifteten Pfeile. Diese Nachricht belebte alle Castilianer. Er führet sieSie setzten ohne Zeitverlust über den Seebusen, dessen Breite an diesem Orte nur etwa sechs zu dem Da-Meilen beträgt, fanden den Fluß, wie ihn Nugnez beschrieben hatte, und erkannten ihn rieufiusse.für den Darren. Allein, sie erblickten zugleich auch etwa fünf hundert Indianer untenan eurem Hügel stehen, und schien es, als ob sie keine fremde Gäste in ihrem Lande be-gehrten. Ungeachtet Nugnez versichert hatte, sie gebrauchten keine giftige Pfeile, so stecktedoch den Spaniern der Argwohn allzustark im Kopfe. In dieser Ungewißheit gelobten sie,den ersten Wohnplatz, den sie auf dieser Küste errichten würden, Santa Maria delAntiqua /) zu benennen. Enciso ließ sie über dieses schwören, lieber zu sterben, als zu flie-hen , und gab hernach das Zeichen zum Gefechte. Den ersten Angriff hielten die India-ner
ehe Bewandniß hat es mit den ILameN der mei- che zu Sevitla. Sie versprachen zugleich auch,sten Spanier. einen aus ihrem Mittel mit einem Opfer an Gold
Eben dieser 8 B. ; S oder Silber für das dasige Liebe Frauenbild, nach
s) Dieses war der Name einer berühmten Kir- Sevilla wallfahrten zu lassen. Ebendas. 6 L.