in America. V Buch. IX Cap. 265
Nach des Solls Berichte, hätte er gern einen Mann von unerschrockenem Muthe, Ferdinandund zugleich auch knechtischer Demuth, das ist, von einer niederträchtigen Denkungsart, Eorrez. i;lx.darzu genommen; zwo dermaßen weit von einander unterschiedene Eigenschaften, daß ^ ^^man sie schwerlich beysammen antreffen wird. Den Grijalva' wünschete sich jedermann nicht,zum Anführer. Seine guten Eigenschaften, seine geleisteten Dienste, und seine Kundschaft Anvertrauensowohl von der Fahrt, als vom Lande selbst, gaben ihm einen unstreitigen Vorzug. Noch M?meldeten sich hierzu Anton und Bernardin Velasquez, zween nahe Anverwandten des Statt-halters, Balthasar Bermudez, Vasco Porcallo, und andere angesehene Kriegesbediente.
Doch, einige trieben ihre Forderungen zu hoch, andern fehlete die nöthige Geschicklichkeit.
Bey dieser Unentsrhlossenheit lenkete der königliche Schatzmeister in Cuba, Amador de La-riz, nebst des Statthalters Secretar, Andreas Duero, die Wahl endlich auf ihren gemein- §^1,^schaftlichen guten Freund, der aber zu des Velasquez Unglücke sich schlechter, als irgend ein Cortez wirdMensch, zu seinen Absichten schickte. Es war der berufene Hernand oder Ferdinand Cortez, gewähret,welcher in Absicht auf seine Tugenden und Laster weit größere Verschiedenheit in den Mey-nungen, als kein anderer Eroberer der neuen Welt, bey den Geschichtschreibern verursa-chet hak.
Cortez war auS einem Geschlechte von ungezweifelt gutem Adel^), und wurde im Dessen ersteJahre 1485 zu Medellin, einer Stadt in Estremadura, gebohren. In seiner Jugend erler- Begebenhei-nete er auf der Universität zu Salamanca die lmm-miorg, und sein Vater wollte einenRechtSgelehrken aus ihm machen. Weil ihm aber wegen seines unruhigen Geistes eine sostille Lebensart nicht gefiel: so gieng er, in dem Vorsätze, den Degen zu ergreifen, wiedernach Hause. Hierauf bekam er zwar Erlaubniß, in Italien unter dem Consalvo von Cor-dua zu dienen; es war auch der Tag zu seiner Abreise schon angesetzt: allein, er fiel in einelange und gefährliche Krankheit. Doch diese konnte zwar sein gegenwärtiges Vorhaben,nicht aber seine Neigung verändern. Er beschloß, nach Indien zu gehen, ungeachtet beydem damals in den Inseln noch fortdauernden Kriege mehr Ehre zu erjagen, als ein an-sehnliches Glück zu machen war. Bey der vielfältigen Gefahr, die er währender Fahrt aus-stehen mußte, ließ er, seines kaum zwanzigjährigen Alters ungeachtet, eine seltene Standhaf-tigkeit und Kühnheit blicken. Ovando würdigte ihn einer besondern Gewogenheit, und be-hielt ihn eine Zeitlang bey sich; nachgehends gab er ihm eine Bedienung zu Azua de Com-postella. Cortez war wohl gewachsen, und von einer gefälligen Gesichtsbildung. SeineGemüthseigenschaften machten ihn noch weit beliebter. Er war großmüthig, klug, ver-schwiegen , redete von niemanden übel, und war im Umgänge aufgeräumt. Er wußteseine Gefälligkeiten mit guter Art anzubringen, und konnte nicht leiden, daß man viel da-von sagete. Da er-nun bey so rühmlichen Eigenschaften auch Gelegenheit hatte, seinenMuth und seine Vorsichtigkeit zu zeigen: so stund er bey jedermann in gutem Ansehen; undVelasquez trug ihm, als er im Jahre 1511 nach Cuba abgieng, die Stelle als SecretariuSan. Cortez willigte darein. Als aber der Statthalter allerlei) Ursache zum Misvergnügen,und zwar wie es scheint, dem Cortez selbst gab: so nahm es dieser im folgenden Jahre aufsich, die sämmtlichen Beschwerden dem königlichen Gerichte zu St. Domingo vorzutragen.
Doch die Sache wurde entdecket, Cortez in Verhaft genommen, und zum Tode verdam-met.
roy, und seine Mutter Latharina Pizarro von den Adel seines Geschlechtes zur Gnüge bewei-Alramirano, zweene Namen, saget Solls, welche sen. C- 9.
Allgem. Reisebeschr. XIII Band. L l