in America. V Buch. IX Cap. 269
Städten anwarb, sowohl das Ansehen, als die Stärke der Kriegesmacht; hierzu kam noch Ferdinandeine Menge Kriegesvorrath, Gewehr, Lebensrnittel und einige Pferde, welches alles aufkorkn. i;>8.des Cortez und seiner guten Freunde Kosten an Bord geschafft wurde. Er trug nicht nur ^ ^das seim'ge zu diesem gemeinschaftlichen Aufwande bey, sondern er vertheilet auch sein nochübriges Vermögen unter diejenigen, welche, um ihre Ausrüstung zu bestreiken, einer Bey- ^
hülfe bedurften. Diese Großmuth nebst der Hoffnung, welche seine natürliche Gaben vonseiner künftigen Aufführung erweckten, machte ihm die Gemüther durch weit stärkere Ver-pflichtungen, als seine Stelle und Gewalt an die Hand geben konnten, zu eigen m).
Unterdessen war er kaum von St. Pago weg, so besann Velasquez sich eines andern. VelasquezHierzu trugen nicht nur allerley Ohrenbläser das Ihrige bey, sondern es machten ihn abson- will ihn ab-derlich auch die doppelsinnigen Wahrsagungen eines gewissen Sterndeuters, Namens Johann schaffen,von Meyland, dermaßen bange, daß er sein möglichstes zu thun beschloß, um dem Cortczdie Oberbefehlöhaberstelle wieder zu nehmen. Demnach schickte er seinem ») Schwager, Ver-dugo, welcher zu Dreyfaltigkcit das Amt eines Alcaldemajor bekleidete, den ausdrücklichenBefehl zu, er solle den Cortez, mit Beobachtung aller bey einem dergleichen Falle in spani-schen Kriegesdiensten üblicher Umstände, absehen. Doch eö war dieser Auftrag weit leichterzu geben, als zu vollziehen. Cortez konnte sich auf alle seine Untergebene sicher verlassen,und Verdugo merkte ohne Mühe, es werde sein Ansehen bey dieser Gelegenheit wenig gel-ten. Nebst dem führte ihn Cortez durch glatte Worte hinter das Licht, indem er ihm vor-stellte , es erfordere eine Sache von so großer Wichtigkeit, in Absicht sowohl auf seinen ei-genen, als auf seines Schwagers Vortheil eine mehrere Erläuterung. Er schrieb an denVelasquez. Die meisten Befehlshaber auf der Flotte schrieben an ihrem Orte ebenfalls, Wie Co»und stellten dem Statthalter vor, wie unbillig er mit einem wohlverdienten Manne, des- ^ dickensen ganzes Verbrechen vermuthlich in der Menge seiner Neider bestehe, verfahren wolle,und wie sehr es zu besorgen sey, es möchte die gefammte Macht über die ihrem Oberhaupteangedrohete Beschimpfung, aufrührisch werden. Zum Beschlusse schrieb Cortez auch selbst,
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„trug fünfzig Pfund, folglich konnte ein Mann„einen Monat lang davon leben. Auch nahm er„Schweine, Geflügel, und überhaupt alles, was„er von Lebensmitteln fand, und sagte, er nehme„es entweder als geborgt, oder als verkauft, und„wolle dem Könige schon bezahlen.,, Herrera z B.ir Cap. Ungeachtet wir dem Diaz dcl Castillound dem Solls gefolgt find: so können wir dochnicht unangemerket lassen, daß sie mit einem sol-chen Geschichtschreiber, als Herrera iss, nicht über-einstimmen. Castillo war freylich ein Augenzeuge:er kann aber die Sache zu des Cortez Vortheileerzählet haben. Herrera ist ein aufrichtiger undvernünftiger Geschichtschreiber: allein, vielleichthatte er nicht die sicherste Nachricht. Diese Quelleder Ungewißheit ist leider! in der Geschichte etwasnur gar zu gewöhnliches.
»/) Solls ir Cap.
») Solis nennet ihn seinen Vetter.
„ken, Kugelbüchsen und Armbrüsten bewaffnete„Schaluppe, und näherte sich dem Ufer. Velas-„qnez sagcte zu ihm: Wie? Herr Gevatter! Sie„wollen ohne Abschied davon reisen; das kömmt„mir sehr seltsam vor. Cortez gab zur Antwort:„Gnädiger Herr, ich bitte deswegen um Verge-bung: allein, Sie wissen selbst, daß man wichti-ge Unternehmungen nie zu viel beschleunigen„kann: befehlen Sie nur, was ich zu Dero Dicn-„flen thun soll. Velasquez erstaunete über diese Keck-heit und geschwinde Entschließung, und wußte„nicht, was er sagen sollte. Cortez hingegen gieng„wieder an Bord, und fuhr davon, wiewohl ohne„viel Lebensrnittel, weil die Schiffe noch nicht völ-lig ausgerüstet waren. Eben deswegen ankerte„er nach den ersten fünfzehn Meilen im Hafen„Macaca, wo einiger Vorrath, der dem Könige ge-höret«, in Bereitschaft lag, und ließ innerhalb„acht Tagen mehr^ls dreyhundert Lasten Caffabi„durch die Indianer an Bord bringen. Jede Last