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Dreyzehnter Band.
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Reisen und Entdeckungen

Ferdinand zwar auf eine bescheidene, doch zugleich auch edle Weise, welche dem Velasquez sein unzektk-Lorte). i;>8. ges Vertrauen auf verleumderische Zungen mit guter Art zu verstehen gab o). Unterdes-^ ' sen, nachdem alle diese Briefe abgelaufen waren, hielt er doch bey so kützlichen Umständen für

das allerbeste, wenn er seine Abreise beschleunigte. Er schickte einen Theil seiner Soldatenunter dem Alvarado zu Lande nach Havana, um daselbst noch mehr Volk anzuwerben: erselbst aber gieng ohne Verzug dahin unter Segel, in dem Vorsähe, nicht langer, als bis erseine Leute an Bord genommen habe, daselbst zu verweilen.

Die Flotte lief mit einem günstigen Winde aus dem DreyfaltigkeitShafen. Aber an-statt dem Schiffe des Cortez zu folgen, kam sie bey der Nacht von ihm ab, und die Steuer-leute merketen ihren Irrthum erst mit anbrechendem Tage. Unterdessen, da sie bereits ei-nen ziemlichen Theil ihres Weges zurück geleget hatten: so sehten sie ihn vollends bis nachHavana fort. Der dasige Befehlshaber, Peter von Barba, zeigte großen Eifer für denObersten Cortez, und befahl, dem Geschwader alles nöthige zu reichen. 'Aber es verliefenzu jedermanns Erstaunen viele Tage, ohne, daß man das geringste von ihm weder sah nochhörete, worüber eine solche Unruhe unter dem Kriegesvolke entstund, daß einige schon vor-schlugen , man müsse in seiner Abwesenheit einen Anführer wählen. Als er in der Nachtnach seiner Abreise über die gefährlichen Sandbänke zwischen Dreyfaltigkeit und dem Vorge-birge St. Antonio, nahe bey der Insel Pinos fuhr, blieb sein Schiff sihen, und manmußte wegen dringender Gefahr die Ladung größtentheils auf die benachbarte Insel schaffen.Indem nun Cortez bey dieser Gelegenheit das einzige Mittel, das ihn retten konnte, mit be-sonderer Hurtigkeit des Verstandes einsah, mich seine Befehle mit großer Standhastigkeitzur Vollziehung brachte: so vermehrete er dadurch die Hochachtung seiner Leute und ihr gu-tes Vertrauen auf ihn nicht wenig />).

Verstärket sich Die Anzahl seiner Soldaten wuchs von Tage zu Tage. Unter dem havanischenzu Havana. Adel zierete seine Völker, absonderlich Franz von Montejo, nachmaliger Adelantade vonPucatan, imgleichen Diego de Soto dcl Toro, GarciaS Caro, und Johann von Zedens.Ja, sie schössen auch die noch übrigen Kosten zum Gewehre und Verrathe her. Bey diesen Zu-rüstungen blieb Cortez nicht einmal in seinen Ruhestunden müßig. Er ließ das grobeGeschütz ans Land bringen, fleißig ausputzen, und die Constabler in ihren Verrichtungenüben. Weil die Gegend um Havana einen Ueberfluß an Baumwolle hat: so ließ er eineArt von Harnischen verfertigen, welche aus zwey abgenäheten und in Gestalt eines Ueber-wurfs geschnittenen Stücken Baumwollenzeuge bestund, und den Namen Estanpille be-kam. Ungeachtet bloß der Eisenmangel Gelegenheit zu dieser Rüstung gab, so wurde siedoch nachgehends sehr gemein; indem es die Erfahrung lehrete, daß Baumwolle, wennsie zwischen Leinwand geleget, und leicht abgesteppet worden , ein weit besseres Schutzmittelgegen die Pfeile und Wurfspieße der Indianer sey, als Eisen. Denn sie blieben nicht nurmit der Spitze daran hängen, sondern verloren auch alle Kraft; dahingegen sie von dem Eisenabsprangen, und gemeiniglich den Nebenmann verletzten. Gleichfalls ließ Cortez seineSoldaten alle Kriegesübungen machen; ja er unterwies sie theils mit Worten, theils mitVelasquez be- Beyspielen in eigener Person §).

stehlt, ihn ge- Aber, indem er die letzten Reiseanstalten mit bewundernswürdigem Eifer und Ge-fangen zu »eh- schwindigkeit vorkehrete, erschien Gaspard von Garnica mit einem Schreiben, darinnenmen. - Ve-

o) Er ließ äußerlich keinen Verdruß darüber merken, saget Sölis, damit der eigentliche Grundder Sache nicht aufgedecket werden möchte.