ZOQ Reisen und Entdeckungen
'Lcrdmand in Bereitschaft stunden, ins Gemach treten, und überlieferte sie nach empfangenem Danke,Lortex. 15 ' 9 -für die gute Begegnung, die man ihnen auf den Schiffen erzeiget habe, den Gesandten,^ " ' um dieselbigcn von seiner aufrichtigen Gesinnung zu überzeugen. Nachgehends mußte
Marina, welche schon zum Voraus darzu abgerichtet war, in seinem Namen vortragen,es sey die Uebereilung der mit ihm verbundenen Eaciguen dadurch, daß er die kaiserlichenBeamten wieder in Freyheit stelle, zur Genüge gut gemachet, gleichwie hingegen er sichglücklich schätze, daß er dem Kaiser bey dieser Gelegenheit ein Merkmaal seiner Ergebenheit ha-be darlegen können. Er gestehe aufrichtig, eS müsse die Gefangenschaft der kaiserlichenBeamten dem Hofe allerdings empfindlich fallen, ungeachtet dieses Vergehen durch dieeigene Gewaltthätigkeit derselbigen entschuldiget werden könne, indem sie nämlich, ohneZweifel aus bloßer Willkühr, über die gewöhnliche Abgabe noch zwanzig Personen verlangthätten, um sie auf eine abscheuliche Weise zu opfern. Dergleichen Opfer wären schänd-liche Unthaten, welche den Spaniern unleidlich fielen, indem ihr Gottesdienst weit andersbeschaffen, dem menschlichen Geschlechte günstiger, und der wahren Gottesfurcht gemäßersey. Nebst dem hätte er seinen Bundesgenossen eine große Verpflichtung für die geneigteAufnahme in ihr Gebieth, welche sodann erst erfolget, als er von den Statthaltern dieserLandschaften, Teutile und Pilpatoe auf eine sehr unhöfliche Weise, wider alles Völker- undGastrecht, hülflos gelassen worden. Vermuthlich sey dieses ohne des Kaisers Vorwitzen,als welcher ein dermaßen unziemliches Begehen nimmermehr gut heißen könne, geschehen:gleichwie er denn auch nur, bloß in der Absicht selbiges zu des Hofes Wissenschaft zu brin-gen, hiermit etwas davon erwähne. Denn da er ftmst nichts als Frieden verlange: jöbegehre er keine Klagen, als welche nur Anlaß zur Verbitterung gäben , vorzubringen.Die Totonaauen würden nichts dem Kaiser misfälliges vornehmen, und getraue er für siegut zu sprechen, indem dieses Volk eilte dermaßen große Freundschaft gegen ihn hege, daßes seine Befehle nicht übertreten werde. Aber um eben dieser Ursache willen müsse er eine Ver-bitte für sie einlegen, und dem Kaiser vorstellen, sie hätten, durch die günstige AufnahmeCortez will fremder Gäste, nicht die geringste Missethat begangen. Was seine Abreise betreffe: sodurchaus nach bleibe eö bey seiner zum wiederholten male gegebenen Erklärung, sobald er nämlich dieHofe. Ehre dem großen Monarchen seine Aufwartung zu machen genieße, werde er ihm dieBewegungsgründe und die Wichtigkeit seiner Gesandtschaft eröffnen. Keine Hinderniß sey imStande, ihn aufzuhalten; denn in seinem Lande wüßten die Kriegcöleute von keiner Furchtetwas, im Gegentheile werde ihre Herzhaftigkeit durch den Anblick der Gefahr vergrößert,und sie gewöhneten sich von Jugend auf darzu, in den allermislichsten Unternehmungen Ruhmzu suchen »).
Nach dieser Rede, die er mit einem majestätischen und gelassenen Wesen vorbrachte,beschenkete er die Bothschafter mit einer gewaltigen Menge von castilianischem Tändelwer-ke, und gab ihnen, ohne die geringste Achtung auf ihre verdrießlichen Gebehrden, zu verste-hen , sie könnten voritzt die Rückreise nach Hofe, nach Belieben antreten. Diese äußerli-che Gleichgültigkeit, wie seine Antwort dem Hofe zu Mexico gefallen werde, die Bemühungdes stolzen Motezuma seilte Freundschaft durch Geschenke zu gewinnen, ja wie ein gewisserGeschichtschreiber o) vorgiebt, sogar die Beredsamkeit der Marina und ihre Fertigkeit mder mexikanischen Sprache, dadurch sie in der Indianer Augen zu einer aus Europa gekom-menen
Solls aus dem Dia? io Cap.
o) Herrera 5 B. » C'.