ZU
in America. V Buch. IX Cap.
könne. Sein Entschluß war, wenn es ja gefochten seyn müsse, dem Feinde keine lange FerdinandZeit zu seinen Zurüstungen zu gönnen, sondern ihn lieber, ehe seine völlige Macht zusammen Torte», iz,-.komme, in seiner eigenen Hauptstadt anzugreifen. Er hub sogleich, mit aller in einem ^ '
verdächtigen Lande nöthigen Vorsichtigkeit sein Lager auf, und rückte einige Meilen weitin einem sehr angenehmen Thale zwischen zweyen Gebirgen, in aller Ruhe fort. Aber zuseiner größten Verwunderung, stieß er »«vermuthet auf eine sehr hohe Mauer, welche Weg durchvon einem Berge zum andern reichte, und den Weg gänzlich sperrete. Sie war von be- eine MauerwundernSwürdiger Starke, von lauter Werkstücken aufgeführet, und mit einem gewissen versperret.Kütre verbunden. Ihre Dicke betrug etwa dreyßig, ihre Höhe aber, neun Schuhe.
Oben hatte sie eine Brustwehr wie irgend eine europäische Festung. Zu dem Eingänge
führete ein besonderer enger und schieflaufender Zwinger ä). Die Zocothlaner berichteten,
diese Mauer mache die Gränze zwischen ihrem und dem tlascalischen Gebiethe, und stehe
schon seitdem da besagtes Volk ein Freystaat geworden sey. Cortez schätzte sich höchstglücklich, Die Spa-
daß die Feinde entweder, weil ihnen die Zeit zu kurz siel, oder weil sie im Vertrauen auf nier kommen
ihre Menge lieber im freyen Felde schlagen wollten, diesen Zugang nicht besetzet hatten.
Genug, die Spanier zogen ohne die geringste Hinderniß durch, stelleten sich auf das neuein Ordnung, und rückten dergestalt auf einem ziemlich geräumlichen Felde fort. Balddarauf erblickten sie dreyßig Indianer an ihren Federbüschen. Cortez schickte ihnen eini-ge Reuter entgegen, welche Friedenszeichen machten, und sie Herbeyriefen. Im Augenbli-cke wurde diese erste Rotte durch eine andere verstärket, und beyde blieben mit einem tro-tzigen Wesen, unbeweglich stehen. AIs die Reuter nichts destoweniger fortrückten, flog ih-nen ein dicker Pfcilhagel entgegen, davon zwey Mann und fünf Pferde verwundet wurden.
Hierauf brach ein Haufen von fünftausend Indianern aus seinem Hinterhalte hervor, undeilete den ihrigen zu Hülfe. Das spanische Fußvolk that ein gleiches, und stellete sich, umdiese tollen Kerlen, welche wie Blinde anrenneten, gehörig abzuweisen, in eine förmlicheSchlachtordnung. Doch, als auf den ersten Knall des groben Geschützes, eine ziemlicheAnzahl zu Boden stürzete, sahen sich die übrigen nach der Flucht um; und als die Spanierbey dieser entstandenen Unordnung mit äußerster Gewalt in sie hinein setzten, liefen siemit Hellem Haufen davon. Auf der Wahlstatt lagen sechzig todte Indianer und einig«
Verwundete, die man gefangen nahm. Weil auch der Tag zu Ende lief: so ver-legete Cortez seine Leute in einige benachbarte Häuser, wo sie alles nöthige im Ueberflussefanden ä).
Nach
„aufnehmen; zugleich versichern wir auch im Na-„men des ausländischen Hauptmannes, er komme„in friedlicher Absicht, und verlange weiter nichts„von euch, als freyen Durchzug. Ihr dürfet keck-„lich glauben , daß er bloß euren eigenen Vortheil„suche, daß seine Waffen Werkzeuge der Gerechtig-keit und Vernunft sind, daß selbige für die„Sache des Himmels fechten, und daß diejenigen,„die sie führen, von Natur friedliebend und sanft-„müthig sind, und gegen niemand, der sie nicht„zuerst angreift, oder durch seine Unthaten sie be-leidiget, die Strenge gebrauchen „ Solis ausdem Dr«) '6 Cap. Herrera 5 Cap.
/) Zn ihrer Sprache Teules.
L) Herrera 6 B. ; C- Solis r B. 16C-ä) -Herrera machet diesen Eingang zehn Schuhbreit und vierzig lang. 4 C-e) Herrera geht hier vom Diaz und Solis sehrweit ab. Er giebt vor, die Spanier hatten ihreFeinde bloß mit Hülfe ihrer Spieße überwunden,wozu aber auch der Anblick der Pferde vieles bey-getragen habe. Zwey Pferd e wurden getödtet, undauf des Cortez Befehl sogleich eingescharret, damitdie Indianer nicht merken solletn, daß diese Pferdesterblich waren- 6 B. 4 und 5 C.
Solis ebendas.