Band 
Dreyzehnter Band.
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ZiZ Reisen und Entdeckungen

Ferdinand Nach erhaltenem Siege erschienen zween von den zampoalkschen Gesandten in Be-törte;. 1519. gleitung einiger Abgeordneten des tlascalischen Staates, und bathen den Cortez um Ver-' ^ ' gebung, wegen des unbesonnenen Anfalles der Otomies. Sie ereiferten sich gewaltig

über dieses unbändige Volk, das von keinem Gehorsame etwas wissen wollte. Der hoheRath, fuhren sie fort, erfreue sich darüber, daß ihr Trotz durch den Verlust einer großenAnzahl ihrer Anführer, die in der Schlacht geblieben waren, bestrafet worden sey. Zu-gleich erbothen sie sich, im Namen ihres Staates, allen durch die Otomies etwa verursach-ten Schaden mit Golde zu vergüten. Eine deutlichere Erklärung von ihrer eigentlichenGesinnung gaben sie nicht, sondern zogen nach geendigter Rede ihres Weges.

Cortez trifft Cortez setzete den seinigen ohne Bedenken fort. Er fand auch wenig Hinderniß,seine Gesand- Das Land kam ihm eben so vor, wie Andalusien, fetter Boden, warme Luft, wohl ange-ten in schiech- bEt, voll süßer und fischreicher Wasser, und voll Wälder. Unvermuthet begegneten ihmtem Zustande ^ Hohlwege seine übrigen beyden Gesandten weinend und elend. Sie konnten vorMattigkeit und ausgestandener Angst kaum reden, sondern fielen zu Boden, und umfasse-ten seine Knie. Die treulosen Tlascalaner, sageten sie endlich, hätten das unverletzliche Ge-smdtenrecht gebrochen, sie in Fessel geschlagen, und dem Siegesgotte aufzuopfern vorge-habt. Endlich hätten sie doch Mittel gefunden, einander loszumachen, und bey Nachtzeitdie Flucht zu ergreifen. Das Vorhaben der Wilden war, wie sie vernahmen, alle Spa-nier gleichfalls zu opfern /).

Rüstet sich Aus diesem Berichte hatte Cortez mehr als zu viel Ursache, die Tlascalaner für offenbareFeinde zu halten. Er bekam nach ungefähr einer Vierthelmeile an einem sehr gefährlichen^ ' Orte einen abermaligen Beweis davon, und es war bloß seiner Herzhaftigkeit zuzuschreiben,daß er mitten durch den feindlichen Schwärm glücklich durchdrang. Bey dieser Gelegen-heit verlangete er seineSoldaten nicht mehr mit Vorstellung großer Reichthümer aufzumuntern,sondern ermahnete sie nur, für ihr Leben zu fechten. Die Zampoalaner selbst erschraken vorder Größe der Gefahr/und sageten heimlich zur Marina, es scheine leider! alles verloren.Allein, sie gab gleich, als aus einer himmlischen Eingebung zur Antwort, der Gott der Chri-sten habe die Castilianer absonderlich lieb, und werde sie ganz gewiß aus dieser Gefahr er-retten. Diese Antwort machte bey des Cortez Soldaten einen eben so großen Eindruck, alsbey ihren Bundesgenossen. Sie hielten den unfehlbaren Schutz des Himme.S für eineausgemachte Sache, drangen in dieser Andachtsentzückung nicht nur durch den engen Weg,-darinnen man sie aufhalten wollte, bis ins freye Feld, sondern warfen auch das zahlreicheErhält ei- feindliche Heer über den Haufen m). Herrera bringt von dieser zweyten Schlacht keinenen wichtigen weiteren Umstände bey, ungeachtet sie weit ordentlicher war, als die erste. Andere Geschicht-schreibet' hingegen, erachten ihre Beschreibung um so viel mehr für nothwendig, weil sie nichtnur die Feinde des Cortez kennen lehret, sondern ihm auch die erste Bahn nach Mexico brach,folglich unter seine allermerkwürdigsten Siege gerechnet werden muß.

Beschreibung Als man durch den Hohlweg gedrungen war, und nach des Diaz und Solls Berichtedieses Tref, ^-^Zeitlang nur von weitem focht, weil die Feinde in der Absicht, das spanische Heer in' die Mitte zu bekommen, beständig in einiger Entfernung blieben: so erblickte man auf ei-ner Anhöhe, welche die Ebene bestrich, eine unzählige Menge Indianer, und es setzen ei-nige Geschichtschreiber ihre Anzahl auf vierzig tausend. Sie bestunden atv allerley Völ-kern,

/) -Herrera ; Lap.