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Dreyzehnter Band.
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in America. V Buch. IX Cap. 319

mann gleich dem Feinde sich ganz stille halten. Ticotencatl zweifelte im geringsten nicht Fersinandan der Versicherung seiner Zauberer, als er dem Lager schon ganz nahe war, und noch Lorrez. 1519.nicht den geringsten Lärm darinnen merkte; denn er hielt diesen Umstand für ein unfehlba- ' '

res Merkmaal, daß die Spanier die Abwesenheit ihres Vaters ungemein stark empfindenmüßten. Demnach rückete er ganz wohlgemuthet bis unten an den Wall, und hieß seineLeute an dreyen Orten zugleich anlaufen, welches auch mit großer Kühnheit und Eifer ge-schah. Allein, die ersten Indianer, welche den Wall erstiegen, wurden mit größer» Kräf-ten bewillkommet, als sie zu finden vermuthet hatten, und die folgenden wurden sehr be-stürzt, als ihnen ihre Vorgänger todt auf den Leib zurück ftürzeten. Ticotencatl merketefür seine Person bald, es müsse mit dem Vorgeben der Zauberer nicht völlig richtig seyn.

Gleichwohl ließ er, es sey nun aus Grimme oder aus Herzhaftigkeit noch einmal stürmen.

Seine Leute gaben in der That Proben einer ungemeinen Tapferkeit von sich. Einer stiegdem andern auf die Schultern, um den Wall zu erreichen; ließ sich ohne Aeußerung einesEntsetzens mit der Pike durch den Leib rennen, und fiel herunter, ohne daß es seine Ca-meraden überdrüßig wurden, eben dieses Schicksal zu versuchen. Das Gefecht dauertelange Zeit, ungeachtet es auf ihrer Seite so ungleich als immer möglich war; denn dieSpanier hatten in dieser Stellung keine größere Mühe, sie zu tödten, als nur den Armauszustrecken. Endlich gab Ticotencatl seinen Anschlag verloren, und das Zeichen zumAbzüge. Weil nun Cortez wußte, daß die Wilden truppweise und ohne Ordnung abzu-ziehen pflegten: so fiel er ihnen mit seinem meisten Fußvolke in den Rücken; die Reutereytummelte sich gleichfalls im Felde herum, und hatte, um das Schrecken der Indianer durchdas ungewöhnliche Geklingele zu vermehren, eine Menge Schellen um die Brustriemengehangen. Dieser Angriff, den sie keinesweges vermutheten, brachte sie in offenbare Flucht,und der anbrechende Tag half den Spaniern weiter zu nichts, als daß sie die große Men-ge der Todten und Verwundeten, welche die Indianer wider ihre Gewohnheit unten amWalle liegen ließen, bewundern konnten. Die Spanier verloren einen einzigen Zampoalaner,von ihren eigenen Landesleuten waren nicht mehr als zween verwundet, welches sie beydem Anblicke der entsetzlichen Menge Steine, Pfeile und Wurfspieße, davon ihr Lagervoll lag, für ein Wunderwerk hielten 2).

An-

las vor uns zittert und bebet, wird aus unserer,,Nachläßigkeit neuen Muth schöpfen. Sie sind„Meister der engen Wege. Sie werden uns auf„dem Fuße nachfolgen, und währenden Zuges„gänzlich zu Grunde richten. Unsere Freunde und„Bundesgenossen, die Zampoalaner und Totona-„quen, die uns voriht mit aller Treue und Hsrz-„haftigkeit beystehen, und unsere einige Zuflucht„sind, werden bey der ersten Gelegenheit davon„laufen, und unsere Schande überall ausbreiten. Sie„werden vielleicht wohl gar gefährliche Anschläge ge-igen uns schmieden, wenn die M ynung von unserer„Macht aus ihrem Gemüthe verschwunden ist.„Es liegt, wie ich nochmals wiederholen muß, so-„wohl unserer Sicherheit, als unserer Ehre unend.

„lich viel daran, daß wir alles reiflich überlegen,„und die Hoffnung, die man fahren lassen müßte,„mit der etwa noch übrigen Gefahr genau verglei-„chen- Traget vor! untersuchet! redet! alles„was nach eurem Ermessen einen Einfluß in un-sere gegenwärtige Umstände haben mag. Ich,„an meinem Orte, ertheile euch völlige Freyheit„dazu, gleichwie ich denn des besorglichen Unhei-les ohne die geringste Ereiferung, ohne Kunst„oder zierliche Beredsamkeit erwähnet habe, nicht„sowohl um meine eigene Meynung zu behaupten,„als vielmehr, um sie nur zu entschuldigen. So-lls 2, D. 19 Cap.

r) Solis iz> Cap.