in America. V Buch. IX Cup. 325
der Tapferkeit seiner Unterthanen in größtem Glänze stralete. Aus besagter Absicht sey er Ferdinandgesonnen, seine unermeßlichen Schätze mit ihm zu theilen. Auch verspreche er, ihm jährlich Lorce;. 15,9.eine gewisse Abgabe zu entrichten, weil er ihn für den Sohn der Sonne halte, oder doch ' ^ '
für den Beherrscher der glückseligen Lande, darinnen die Sonne den Mexicanern aufgehe:allein, dieser Vergleich sehe zwo Bedingungen voraus. Erstlich sollten die Spanier Vorschlägenimmermehr in ein Bündniß mit dem tlascalischen Staate treten, weil es unbillig wäre, des Motezu-ivenn sie statt des Dankes für die Großmurh des Kaisers auf die Seite seiner Feinde trä-ten. Zweytens sollten sie endlich einmal glauben, ihr Vorhaben nach Mexico zu gehen,sey den Gesetzen seiner Religion gänzlich zuwider, indem dieselbige dem Landesherr» aus-drücklich verbiethe, sich vor einem Ausländer sehen zu lassen. Sie möchten die Gefahr er-wägen , darein sie bey jedweder von beyden Unternehmungen nothwendig gerathen müß-ten. Die Tlascaler, welche gebohrene Straßenräuber und Betrüger wären, sucheten siezwar mit allerley Unwahrheit aufzuhetzen, aber ihre eigentliche Absicht sey, bey dieserGelegenheit sich zu rächen, nnd die kostbaren Geschenke, die er dem Cortez zugeschicket habe,in ihre Klauen zu bekommen. Die Mexicaner hielten über die Beobachtung ihrer Gesehedermaßen st: if und fest, wären über dieses auch so tollkühn, daß der Kaiser bey aller sei-ner Gewalt nicht im Stande seyn würde, sie zu bändigen. Die Spanier müßten demnach,da man sie schon so vielmals gewarnet habe, die Ursache des Unglückes sich selbst beymessen,wenn ihnen etwas widrig! 6 begegne.
Cortez sah hiermit seine bisherige Hoffnung noch weit hinausgesetzet. Er begriff nur Cortez ver-allzudeuklich, Motezum r hege allen Abscheu, den ihm seine Unglückspropheten gegen Auslän- ^wort*der nur immer beygebracht haben tonnten, gegen ihn, und er mache unter dem Verwän-de, seinen-Göttern zu gehorchen, seine Furcht zu einem Glaubensausspruche. Unterdessenverbiß er seinen Verdruß, und gab den neuen Gesandten die kaltsinnige Antwort, erwolle ihnen einige Zeit gönnen, sich von der beschwerlichen Reise zu erholen, übrigens abersie baldigst abfertigen. Seine Absicht war, sie sollten Zeugen seines Bündnisses mit denTlascalern seyn , und er wolle seine endliche Entschließung so lange als möglich verschieben,damit Motezuma kein Kriegesheer auf die Beine bringen könne. Denn soviel wußte mangewiß, daß er noch nicht die geringste Anstalt zum Kriege gemachet hatte.