Z24 Reisen und Entdeckungen
Ferdinand ernsthaftes Wesen an sich, gab ihm einen scharfen Verweis, wegen der Hartnäckigkeit,Loctez. i;>-. dEN er seinen Waffen zu widerstehen gesuchet habe. Er Machete die Missethat sehr groß,
' ^ damit die Vergebung desto schätzbarer satten möchte, willigte endlich ohne den geringsten
Vorbehalt in den Frieden, und hing zum Beschlusse noch an, er wolle dem hohen RatheNachricht davon geben,wenn er für gut befinden würde, nach Tlascalazu kommen. Ticoten-catl schien über diese Verzögerung betrübt zu werden, weil er sie entweder für die Wirkungeines Mistrauens, oder für einen Vorwand, die Redlichkeit der Tlascaler auf die Probe zustellen, ansah. Er gab demnach hurtig zur Antwort: er, als Feldherr der Tlascaler, wollenebst seinem ganzen Gefolge, welches aus dem vornehmsten Adel der ganzen Nation be-stehe, so lange als Cortez in der Stadt verweilen werde, bey den Spaniern gefangenbleiben. Ungeachtet dieses Erbiethen dein Cortez sehr wohl gefiel: so nahm er doch^ umeine überlegene Großmuthzuzeigen, solches nicht an. Er ließ dem indianischen Feldherrn mel-den, die Spanier bedürften eben so wenig Geißeln, wenn sie nach Tlascala gehen wollten,als sie dergleichen im Felde zu ihrer Sicherheit gegen die zahlreichen Heere des Staates be-durft hätten. Man könne auf sein Wort den Frieden für richtig halten, und wolle er,gleich nach Abfertigung der gegenwärtigen Gesandtschaft des Motezuma, in ihrer Stadterscheinen. Diese Rede, die er mitVorsaße gleichsam von ungefähr schießen Iieß,hattedieGe-walt, die Bevollmächtigten beyder Nationen in gleiche Hitze zu bringen. Ticotencatl keh-rete eiligst nach Tlascala zurück, wo der Friede sogleich mir ungemeinen FreudenbezeugungenDer Friede kund gemachet wurde. Die Mexicaner blieben im lag er, und trieben anfänglich allerley
wird bekannt Spöttereyen über den Frieden, und über die Gemüthsbeschaffenheit derer, die ihn verlangc-Semacht. Sie stelleten sich gleichsam erstaunet darüber, daß die Spanier so leicht zu hinterge-
hen wären, ja sie trieben ihre Arglist so weit, daß sie den Cortez bedauerten, weil er dieTlascalaner nicht besser kennete. Es sey ein treuloses Volk, das sich mehr mit Betrüge, als mitGewalt der Waffen helfe, und auf nichts anders umgehe, als ihn nebst seiner gestimmtenMacht in die Falle zu locken. Allein, da er ihnen antwortete: er fürchte sich vor Betrü-gereyen eben so wenig, als vor offenbarer Gewalt, sein gegebenes Wort sey unverletzlich,und übrigens könne er den Frieden niemanden, der ihn darum bitte, versagen, weil selbigerdie einzige Absicht seiner Waffen sey: so wurden sie sehr tiefsinnig, und bathen nach lan-gem Bedenken endlich, er möchte seinen Einzug in Tlascala noch sechs Tage-verschieben.Als Cortez eine Verwunderung über dieses Begehren blicken ließ, gestunden sie, der Kai-ser habe ihnen auf den Falk, da Friede geschlossen werden sollte, befohlen, ihm vor dem völ-ligen Schlüsse Nachricht davon zu geben, und sodann weitere Befehle zu erwarten. Der li-stige Spanier bewilligte ihnen diese Gefälligkeit sehr gern, nicht nur weil er den Motezumanoch nicht gänzlich vor den Kopf stoßen wollte, sondern auch, weil er glaubete, sie könne zuHebung derer Schwierigkeiten, welche derKaiser seinem Verlangen ihn selbst zu sprechen, inden Weg legte, vieles beytragen ö).
korke; wird Den sechsten Tag kamen die Abgeordneten nebst noch sechs andern vornehmen Herren
Am be- kaiserlichen Hofe zurück, und brachten abermalige Geschenke für den Cortez mit. Ihr
schenket. Anbringen war, der Kaiser von Mexico wünsche sehnlich mit dem großen Monarchen derSpanier in Freundschaft und Bündnisse zu gerathen, indem die Majestät desselbigen in
der
L) Solls ebendas.