W3 Reisen und Entdeckungen
Ferdinand nigen Tagen war ein erschrecklicher Lärmen in eine völlige Ruhe und Stille verwandelt;Lsrrez. lziz. Dobey Solis anmerket, man sehe daraus nicht sowohl, wie leicht diese Indianer von dem' " ' einen ?leußersten auf das andere fallen, sondern vielmehr, was für eine hohe Meynung
sie von den Spaniern gefaßt hätten, weil eben die Ursachen, saget er, welche die Bestra-fung ihres Fehlers rechtfertigten, so vielen Eindruck in ihren Gemüthern machten, daß siedieselben überredeten, man hatte solchen vergehen er).
Er schlägt den Den folgenden Tag sah man Aicorencatl mit zwanzigtausend Mann ankommen,Beystand der welche die Tlascalaner den Spaniern zu Hülfe schicketen, so bald sie nur Nachricht von derVerschwörung erhalten hatten. Cortez bedankete sich wegen ihres Eifers sehr. Nachdemer ihnen aber zu verstehen gegeben, daß er ihren Beystand zur Zähmung der Cholulanernicht mehr brauchete: so meldete er ihnen, weil sein Vorhaben wäre, bald nach Mexico zugehen, so wollte er des Motezuma Eifersucht dadurch, daß er so ein großes Heer in seine Lan-der führete, nicht erwecken, noch ihn bewegen, die Waffen zu ergreifen. Die Tlascala-ner machten keine Schwierigkeit, sich zurück zu ziehen und versprachen ihm nur, sich auf denVereiniget sie ersten Befehl marschfertig zu halten. Vor ihrer Abreise unternahm er, eine aufrichtigemit den Cho- Freundschaft unter ihnen und den Cholulanern zu stiften. Dieser Vorschlag fand anfang-Kllamrru lich viele Schwierigkeiten: sie wurden aber in wenig Tagen gehoben; und das Bündnißwurde unter den beyden Völkern mit allen Ceremonien beschworen, die solches beständigmachen konnten. Durch diesen Vertrag eröffnete des Cortez Staatsklugheit den Tlascala-nern einen freyen Weg, ihm allerhand Beystand zuzuführen, und versicherte ihm einenWeg zu seinem Rückmärsche, wenn der Erfolg seiner Reise mit seiner Hoffnung nichtübereinstimmete H.
Er hatte den Tag zu seiner Abreise angesetzet, als eine Partey von den Zampoalanern,die unter ihm dieneten, ihn um die Freyheit bathen, sich hinweg zu begeben, entwederweil der Vorsatz, bis an den Hof des Motezuma zu dringen, sie erschreckete, oder weil siesich bloß fürchteten, sich zuweit von ihrem Vaterlande zu entfernen. Er bewilligte ihnenihr Ansuchen ohne Mühe; und bezeugete ihnen auch noch viel Erkenntlichkeit für ihreDienste. Er bedicnete sich dieser Gelegenheit, dem Escalante und den Spaniern von Ve-ra-Cruz den glückliche): Erfolg zu berichten, womit der Himmel seine Waffen gesegnetGesandten hatte c). Um eben die Zeit kamen neue Gesandte vom Motezuma an, welche seine Ma-den Mvtezu- ßigung und Klugheit noch einmal auf die Probe setzeten. Dieser Monarch, welcher vonma und deren allem, was zu Cholula vorgegangen war, Nachricht erhalten hatte, wollte den SpaniernVerstellung, ^les Mistrauen benehmen. Seine Staatsbedienten trieben die Verstellung so weit, daßsie dem Cortez danketen, daß er die Cholulaner gestrafft hätte. Sie vergrößerten denZorn und Unwillen ihres Herrn, der ein unglückseliges Volk für treulos erkannte; welchesdiesen Titel bloß verdienet hatte, weil es seine Befehle ausgeführet. Diese Rede war miteinem prächtigen Geschenke begleitet, welches mit vielem Gepränge aufgestellet wurde. Al-lein, man hatte gar bald Gelegenheit, zu erkennen, daß dieses eine neue List war, die Spa-nier zu vermögen, auf ihrem Marsche nicht so auf ihrer Hut zu seyn, und sie in einenHinterhalt zu ziehen, der ihnen schön gelcget war. ,
Man
«z Ebendaf. liebsten Grausamkeiten der Spanier vorstellet, und
ä) Man muß hier anmerken, daß las <tajäs es ihrem Durste nach Golde zuschreibe. Sollsdas Blutbad in Cholula als eine von den absehe»- glaubet, es werde dadurch gerechtfertiget, daß es qe-
nützet