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Dreyzehnter Band.
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in America. V Buch. IX §ap. 34z

vor der Spitze des Heeres vorbey gierigen: so hielt ihn doch diese Ceremonie lan- ArDr'iianSge auf. <^rtex. .519.

Mexico ward von dieser Seite durch ein steinernes Bollwerk vertheidiget, welches es 7 ^ ^

bedecket, so breit der Damm war, und dessen Pforte auf ein anderes Ende des Dammesgieng, das sich mit einer Zugbrücke endigte, worauf man eine zweyte Befestigung fand,welche eigentlich den Eingang in die Stadt ausmachet. Sobald der mexikanische Adelüber die Brücke war: so stellete er sich zu beyden Seiten, um den Eingang frey zu lassen.

Die Spanier entdeckten darauf eine sehr große Straße, auf welcher die Häuser alle nacheinem Muster gebaut waren, mit stachen Dächern und Erkern, die mit einer unzähligenMenge Einwohner beseht zu seyn schienen. Auf der Gasse zeigte sich kein einziger. Manmeldete aber dem Cortez, sie würden auf ausdrücklichen Befehl des Kaisers leer gehalten,welcher selbst an der Spihe der Herren seines Hofes ihn empfangen wollte, um seine An-kunft durch einen Vorzug ohne Beyspiel zu beehren.

Man entdeckte auch in der That bald die erste Partey von der Begleitung des Kai-fers, die aus zweyhundert Bedienten seines Hofes bestund, alle in einerley Tracht mit Cortez entAe»großen Federbüschen von einerley Gestalt und Farbe. Sie marschirten paarweise baarfuß gen.und mit niedergeschlagenen Augen. Als sie an die Spitze des Heeres kamen: so stelltensie sich längst den Mauern, damit man in der Entfernung einen andern weit zahl-reichern und prächtiger gekleideten Haufen sehen möchte, in dessen Mitte Motezuma, auf denSchultern seiner Günstlinge, in einem Sessel von gediegenem Golde getragen wurde, des-sen Glanz durch eine Menge schöner Federn hervorleuchtete. Viere von den vornehmstenHerren des Reiches gierigen an beyden Seiten, und trugen über seinem Haupte einen Him-mel von grünen Federn, die mit so vieler Kunst zusammen gewirkt waren, daß sie eineArt von Zeuge mit einigen untermengten Figuren von Silber auszumachen schienen. Dreyevon den vornehmsten obrigkeitlichen Personen giengen voraus, deren jeder einen goldenenStab trug, den er zuweilen in die Höhe hob, um dadurch zu melden, daß der Kaiser kä-me. Auf dieses Zeichen fiel alles Volk, womit die Häuser bedeckt waren, nieder, undneigte das Gesicht. Bey dieser Gelegenheit die Augen aufzuheben, war ein Verbrechen,welches man der größten Missethat gleich achtete. Cortez stieg vom Pferde, da der Kaiser nochetwas entfernet war, und dieser Herr sehte zu gleicher Zeit den Fuß auf die Erde. Eini-ge Indianer breiteten sogleich Tapeten auf den Weg. ^

Der Kaiser näherte sich langsam mit vieler Ernsthaftigkeit und stutzte beyde Hände Ltn Anfthmauf die Arme der Fürsten von Jztacpalapa und Tezcuco, feine Neffen. Er that aucheinige Schritte gegen den Cortez. Er schien ungefähr vierzig Jahre alt zu seyn. Erwar von mittler Größe, mehr hager, als stark, hatte eine etwas gebogene Nase undkeine so braungelbliche Farbe, als die gemeinen Indianer. Seine Haare giengen bisüber die Ohren. Seine Augen waren sehr lebhaft; und seine ganze Person hatte ein maje-stätisches Ansehen, wordenen man doch etwas tiefsinniges bemerkte. Sein Puh war ein sehrfeiner baumwollener Mantel, der bloß auf seinen Schultern befestigt war; dabey aberlang genug, den größten Theil des Körpers zu bedecken, und mit einer goldenen Franse bese^

Het, welche auf die Erde schleppet. Die goldenen Kleinodien, die Perlen und Edelge-steine, womit er bedecket war, verdienten eher den Namen einer Last, als der Zierrathe.

/) EbenLas.