Band 
Dreyzehnter Band.
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Reisen und Entdeckungen

Ferdinand Seine Krone war eine Art von goldener Bischofsmütze/ die vorn spitzig zugieng, deren andererLortez. r;'9. Theil aber nicht so spitzig war, und sich hinten nach dem Kopse krümmete. Er trug' " ' Schuhe von dichtem Golde. Viele Riemen, welche durch goldene Spangen befestiget

wurden, und über einander geschlungen bis an die Waden giengen, stelleten die altenHalbstiefcl der Römer noch ziemlich vor F).

Seine erste Cortez näherte sich seiner SeitS mit einem edlen Wesen, aber geschwindem Schritten,Zusammen. u„d machte eine tiefe Verbeugung, welche der mericanische Monarch dadurch erwiederte,kunstmitCor- xx nach der gemeinen Gewohnheit seiner Nation die Hand bis zur Erde hinab senkete,und sie darauf zu seinen Lippen brachte. Diese Höflichkeit, die man noch niemals von denmexikanischen Kaisern ausüben sehen, schien beym Motezuma noch erstaunlicher, welcherseine Götter kaum mit einem Kopfnicken grüßcte, und dessen vornehmstes Laster der Hoch-- muth war. Eine Herablassung von der Art nebst dem Betragen, daß er aus seinem Pallas»

gegangen, den fremden General zu empfangen, machete in dem Gemüthe der Indianer einen umso viel vortheilhaftern Eindruck für den Cortez, daß, da sie alle Befehle ihrer Kaiser miteiner blinden Unterthanigkeit verehreten, sie sich einbildeten, es hatte sich Motezuma, des-sen Stolz sie kannten, nicht so weit ohne dringende Ursachen erniedrigen können, derenGerechtigkeit und Stärke sie verehren müßten. Cortez trug über seiner Rüstung eine email-lirte Kette, die mit falschen Steinen besetzet war, welche aber sehr spieleten und Diaman-ten und Schmaragden abbildeten; und seine Absicht war stets gewesen, bey seinem erstenGehöre ein Geschenk damit zu machen. Da er sich nun so nahe bey dem Kaiser befand: soergriff er diese Gelegenheit, sie ihm um den Hals zu hängen. Die beyden Fürsten, aufwelche sich dieser Monarch lehnete, bemüheken sich vergebens, ihn zurück zu halten, in-dem sie ihm zu erkennen gaben, daß diese Galanterie gar zu frey wäre. Motezuma ta-delte ihr Bedenken selbst, und schien über das Geschenk so vergnügt zu seyn, daß er es ei-nige Zeit lang mit Bewunderung ansah. Er wollte solches auf der Stelle durch etwasansehnliches erwiedern, und ließ unter der Zeit, da die andern spanischen Befehlshaberihm ihre Ehrerbiethung bezeugten, sich ein Halsband bringen , welches für das reichsteStück in seinem Schatze gehalten wurde. Er legete solches ebenfalls mit eigenen Händendem Cortez um den Hals. Es bestund aus einer großen Anzahl Muschelschaalen, diesehr fein und in diesem Theile der, neuen Welt sehr kostbar waren. An einer je-den Schaale hingen auf jeder Seite vier goldene Krebse. Diese neue Gnade ma-chete

F) Herrera am angef. Orte; Cap. SollsZ B. 10 Cap.

§) Man findet in der Erzählung, die sie v»nden Begebenheiten dieses großen Tages machen, ei-nen geringen Unterschied. ES kann solcher abervon der verschiedenen Stellung derjenigen herkom-men, welche sie beobachtet haben. Der einzigeUmstand, welcher bemerket zu werden verdienet, be-. trifft die Anzahl der Spanier, welche Herrera Nur aufdreyhundert und Gomera aufvierhundert sehen, ob-gleich Diaz und Solls ihrer vierhundert und fünf-zig zählen. Herrera erzählet, als Cortez ausTlascala gezogen, so sey er erstaunet, da er dieSpanier zu einer so kleinen Anzahl gebracht gesehen;

und da er sich eingebildet, es wären noch viele dahin-ten geblieben, so habe er den Alvarado abgeschi-cket , sie fortzutreiben, er habe aber keine mehr ge-funden. Ebendas.

?') Obgleich die meisten von diesen Stücken ge-meiniglich sehr verdächtig sind: so hat man den-noch schon bemerket, daß diese von einer andernArt zu seyn scheinen, weil sie von ihrer Aehnlich--keit bey allen Schriftstellern, die solche aus einergemeinschaftlichen Quelle geschöpfte, eine gewisseGlaubwürdigkeit erlangen.

„Großer und berühmter Anführer! Muthige„und tapfere Fremden! Ehe ihr im Namen des„großen Königes, welcher euch hieher gesandt hat,

„eure