Band 
Dreyzehnter Band.
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349
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irr America. V Buch. IX Cap. 549

ltzber der vornehmsten Thüre bemerket? man ein großes Schild, wonnnen des Motezuma LerdinanNWupen stund. Dieses war eine Art von Greife) m), dessen halber Leib einen Adler, der «Torte;. i;i§."andere einen Löwen vorstellet?. Er hakte die Flügel ausgebreitet, als ob er fliegen wolltez ' ^ '

und in seinen Klauen hielt er einen Tyger, der sich grimmig zu wehren schien. Als sie sichder Thüre näherten: so rückten die mexicanischen Bedienten, welche den General begleite-- cen, dicht an ihn und Macheten mit einigen geheimnißvolien Ceremonien eine doppelte Linie,damit ihrer nur zween und zween giengen. Nachdem sie über drey mit Jaspis beleget?

Vorhöfe gegangen: so kamen sie an die Gemächer des Kaisers, deren Größe und Zierra-then Cortes bewunderte. Der Fußboden war mit Matten von einer sehr zarten und bun-ten Arbeit bedecket. Der ausgespannte Cattun, womit die Mauren bekleidet waren, mach-te eine wegen seiner glänzenden Farben und schönen Figuren sehr herrliche Tapezerey aus.

Das Täfelwerk darunter war von Cppressen, Gebern und anderm wohlriechenden Holze,mit halb erhabenem Laub- und Bluhmenwerke zusammen gesehek. Die Mexicaner brau*cheten zwar weder Nagel noch Zapfen, dennoch aber machten sie sehr große Decken , welcheihre Festigkeit der Kunst zu danken hatten, womit alle die Stücke einander selbst hielten »).

Ein jeder in den kaiserlichen Zimmern zeiget? eine große Anzahl Bedienten von verschiede-nem Range, welche verschiedene Verrichtungen auöübeten. Die erster» Staatsbedientenerwarteten den Cortes an der Thüre des Vorzimmers. Sie empfingen ihn mit vieler Höf-lichkeit, worauf sie einen Augenblick weggiengen, um anstatt der kostbaren Mantel und ver-goldeten Sandalien, womit sie anfänglich erschienen waren, schlechte Kleider anzuziehen.

Allein, obgleich der Gebrauch am mepicanischen Hofe nicht erlaubet, sich vor dem Kaiser ineiner kostbaren Kleidung zu zeigen: .so war man dennoch den Spaniern nicht anmuthen,daß sie ihren Schmuck auf gleiche Art verändern sollten.

Tp § Sie

/) Solls III B. ir Cap. Ob man hier gleichdem Diaz fast beständig folget: so führet man ihndennoch nicht so oft an, als den Solls, dessen Ge-schichte vornehmlich aus seiner verfertiget ist.

Die Geschichtschreiber stimmen wegen die-ser Figur nicht überein. Einige , saget Herrera,wollen, es gebe in den Gebirgen voll Teguaeanwirkliche Greife, welche das Thal Avacarlan ver-heereten: und sie behaupten, es hätten diese Ge-birge, welche auch Lintlackikpcll genannt werden,diesen Namen von Li'utlackili, welches einenGreif, oder ein Thier, wie ein Adler und Löwe ge-staltet, bedeutet. Allein, fährt er fort, es ist we-nig darauf zu bauen, weil die Castiltaner auf allenihren Reisen noch keine Greifen gesehen haben, ob-gleich Motezuma und andere mexieanische Herrendergleichen in ihren Wapen geführt. Sie male-ren solche mit vier Füßen, Zähnen und Haaren, diemehr Wolle als Federn waren, einem Schnabel,

Klanen und Flügeln zum Fliegen. Am angeführtenOrte §Cap.

») Solls am angef. Orte.

„selbige König, dessen alte Oberherrschaft dieselben„erkennen, erinnert eure Majestät, daß dieselben„mich in diesem Stücke ohne Vorurtheii und ohne„Verbitterung anhören wollen Er wünschet, daß„sie mit einem iuhigen Gemüthe die Wahrheit be-frachten wollen, welche wir verkündigen,und daß„sie erwägen wollen, wie oft sie der Vernunft, wo-„mit sie die Narur begäbet, und wodurch sie ein„hinlängliches Licht empfangen, ihre Blindheit zu„erkennen, widerstrebet haben. Dieses ist daser-„ste, welches der König, mein Herr, von eurer„Majestät und deren Unterthanen verlanget. Ja-„dieses ist das vornehmste, welches er als das kräf-tigste und einzigste Mittel vorschlägt, wodurch ei-„ne beständige Freundschaft und ein ewiges Bünd-„niß zwischen beyden Kronen kann errichtet werden.„Denn wie die wahre Religion nur allein im Stan-de ist, eine wahre Einigkeit in den Meynungen, und„eine aufrichtige Verbindung der Gemüther zuwege„zu bringen: so muß dieselbe auch zum Grunde aller„uuserer Verbindungen und Unterhandlungen ze-rleget werben „ Solls am ang. Orte.