Zzv Reisen und Entdeckungen
Ferdinand Sk'e wurden mit einem Stillschweigen eingeführet; welches ihre Bewunderung überLorlex. 1519. Hag große Wesen vermehrete, welches sie rund um sich herum herrschen sahen. Motezuma^ ^ war aufgestanden und mit allen Kennzeichen der obersten Würde bekleidet. Er giengzwischen dem Generale einige Schritte entgegen; und legete ihm die Hand auf die Schulter, als sichtezuma und solcher gebücket hatte, ihn zu grüßen. Darauf setzete er sich, nachdem er einen holden undCortei- schmeichelhaften Blick auf die Spanier von dem Gefolge geworfen hatte; und auf seinenBefehl gab man dem Corteö und allen seinen Leuten Stühle. Das Gehör war lang undgewann die Gestalt einer bloßen Unterredung. Motezuma that verschiedene Fragen vonder Geschichte, und den Gebräuchen der orientalischen Länder und was solche hervorbräch-ten. Die Erklärungen, die er von vielen Schwierigkeiten verlängere, gaben zu erkennen,daß er nicht so leicht fremden Zeugnissen Glauben beymaß. Als man endlich wiederauf die Hochachtung kam, welche die' Mexikaner den Nachkommen ihres ersten Königesschuldig waren: so freuete er sich besonders, daß er unter seiner Regierung eine Prophe-zeyung erfüllet sähe, die sich seit so vielen Jahrhunderten erhalten hätte. Cortes drehet«auf eine geschickte Art das Gespräch auf die Religion. Da er sich aber nur dabey aufhielt,daß er die Sittenlehre des Christenthums rühmete, welche natürlicher Weise auf die Erklä-rungen folget«, die er von den Gesetzen seiner Nation gegeben hatte: so nahm er daher Ge-legenheit, mit vielem Nachdrucke wider die Menschenopfer, und wider den barbarischenGebrauch, das Fleisch von diesen Opfern zu essen, zu eifern. Seine Vorstellungen müssensehr lebhaft gewesen seyn, weil Motezuma nach diesem ersten Gehöre dze Schüsseln mit demMenschenfleische von seiner Tafel verbannete 0). Indessen getrauete er sich doch nicht, sol-ches seinen Unterthanen durchaus zu verbiethen; und anstatt daß er sich wegen des Punctesvon den Opfern hätte geben sollen, so behauptete er vielmehr, es sey eben keine Grausam-keit,anden Füßen der Altäre die Kriegesgefangenen zu tödten, die schon zum Tode verdam-met wären. Cortes konnte es ihm nicht begreiflich machen, daß man unter dem Namendes Nächsten auch die Feinde mit begreifen müßte,kortez wird Dieser Herr gab über dieses wenig Hoffnung, daß man ihm die Augen für die Wahr-jn den vor. tzeit würde eröffnen können. In denen Unterredungen, welche der Almosenpfleger des Cor-Tem/l*uefüb- ^ sHr oft mit ihm hielt, erkannte er einige Vortheile des Christenthumes vor der Reli-„t ^ ^ ^ gion seiner Väter: man konnte ihm aber den Grundsatz nicht ausreden, hinter welchem ersich stets versteckete, daß seine Götter zu Mexico gut waren, so wie der Christen ihrer andenen Orten, wo er angebethet würde. Nachdem er den Spaniern die Größe und Prachtseines Hofes gewiesen hatte: so wollte er ihnen auch gleich in den ersten Tagen, durch eineandere Regung seiner Eitelkeit, den größten von seinen Tempeln zeigen. Er bath sie aberdoch, sich ein wenig an dem Eingänge in denselben aufzuhalten, bis er sich erstseinen Augen-blick mit den Opferpfaffen berathschlaget hätte, ob man vor ihren Göttern Ausländer könn-te erscheinen lassen, welche sie nicht anbetheten. Die Antwort war, man könnte sie wohlzulassen, wenn sie nur nichts anstößiges begiengen, und zween oder drey von den Opferpfaf-fen gierigen heraus, solche dem Cortes zu hinterbringen, und ihn darum zu bitten. Alsbalderöffneten sich zu gleicher Zeit alle Thüren dieses großen und prächtigen Gebäudes; undMotezuma nahm sich selbst die Mühe, den Spaniern alles zu erklären, was darinnen hei-ligeö und geheimnißvolles war. Er zeiget« ihnen die zum Dienste des Tempels bestimme-
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0) Ebrudas.