in America. V Buch. IX Cap. zzz
ge hatte, zu sich holen, und fragete sie, ob sie nicht etwas außerordentliches in der Auf- Ferdinandführung, oder in dem Gemüthe der Mexikaner entdecket hätten, und ob sie dafür hielten, Lorke;. >519.daß die Hochachtung dieser Nation gegen die Spanier sich erhalten würde. Die Indianerantworteten, das Volk wäre nur darauf bedacht, sich an denen Festen zu erfreuen, die siezu Ehren der Fremden anstelleten, und eö schien, als ob sie dieselbigen aufrichtig ehreten,weil der Kaiser sie ehrete: die Edlen aber wären nachdenkend und geheimnißvoll gewor-den, und hielten Berathschlagungen, deren Ursache, wie man leicht sehen könnte, geheimgehalten würde; und man hakte von einigen abgebrochene Reden gehöret, welche leichtschlimm ausgedeutet werden könnten, vornehmlich da man davon geredet, es sey leicht, dieBrücken von den Dämmen abzubrechen. Zween oder drey von eben den Indianern hakten inder Stadt gehöret, daß man vor wenigen Tagen dem Motezuma den Kopf eines Spaniersgebracht, und daß dieser Herr, nachdem er dessen Größe und rauhes Ansehen bewundert,welches ohne Zweifel mit des Arguello seinem überein kam, befohlen hätte, solchen sorg-fältigst zu verstecken ^). Cortez wurde durch diese letztere Nachricht um so viel mehr ge-rühret, weil er glaubet«, einen gewissen Beweis darinnen zu finden, daß Motezuma durchseine Genehmhaltung oder auch durch seinen Befehl an der Unternehmung seines Heerfüh-rers Theil hätte /).
Mit Anbruche des Tages ließ er alle seine Hauptleute nebst einigen von seinen vor- ErhakKrie<nehmsten Soldaten, deren Verdienste oder Erfahrung ihnen einen Eintritt in den Kriegesrath gesrath der-verschaffet hatte, zusammen berufen. Er stellete ihnen die Ursache ihrer Zusammenkunft von wegen,neuem vor, und meldete ihnen, was er für Nachricht von den Indianern bekommen hätte.
Man schlug verschiedenes vor. Einige wollten, man sollte vom Motezuma einen Paß fordern,der neuen Colonie zu Hülfe zu kommen. Andere, denen solches gefährlich vorkam, be-zeugten mehr Neigung, ingeheim mit allen Schätzen, die man gesammelt hatte, aus derStadt zu marschiren. Die meisten waren der Meynung, man sollte bleiben, ohne sichsmerken zu lassen, daß man aus Vera Cruz Nachricht von dem hätte, was vorgienge, undauf Gelegenheit warten, sich r^jt Ehren zurück zu ziehen. Cortez sammelte alle diese Vor-schläge, aber aus keiner andern Ursache, als sie zu verwerfen. Er hielt sich bey des Ar-guello Kopfe auf, woraus man nicht mehr zweifeln könnte, daß Motezuma von der Auf-führung seines Heerführers nicht Nachricht gehabt; und stellete auch das Stillschweigendieses Herrn vor, woraus inan mit eben der Gewißheit schließen konnte, daß man seinenGesinnungen nicht trauen dürfte. Außerdem hielt er es für nöthig, etwas großes zu ver-suchen, welches vermögend wäre, einen tiefen Eindruck in dem Gemüthe der Mexicanerzu machen, und ihnen eben so viel Ehrerbiethung, als Furcht, beyzubringen. Endlichschlug er als die einzige Partey, wobey man sich sicher sähe, oder als das einzige Mittel,wovon man einen dem spanischen Namen anständigen Vergleich erhalten könnte, vor, sichder Person des Kaisers zu bemächtigen und ihn in dem Quartiere zu behalten, wozu manden Tod des Arguello, wovon er gewußt, und die Treulosigkeit, womit sein Heerführerden Frieden gebrochen, zum Verwände brauchen könnte. Er setzete hinzu, er fände, nach-dem
kleine Anzahl Menschen nicht hatten überwinden und seiner Religion ankündigten, würden mehr alskönnen, er daraus schloß, sie müßten von einer zu wahr werden. Arguello war nur an seinenhöhern Macht geführet werden; und die Prophe- Wunden gestorben. EbenSas.zeyungen, die ihm den Untergang seines Reiches r) Soli« und Herrera am angef.Orte.
Allgem.Reisedeschr. XIilBanö. P y