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Reisen und Entdeckungen
Ferdinand ligion; und man giebr vor, der Eifer habe den Cortez so weit getrieben, daß er sie mitLocke;. offenbarer Gewalt in den vornehmsten Tempel in Mexico eingeführet habe, um darinnen' " ' mitten unter den Götzen Messe lesen zu lassen. Diejenigen, welche dafür halten, diese
Erzählung sey seiner Ehre nachtheilig, und sie als eine Erdichtung ansehen, geben doch we-nigstens so viel zu, daß sein Zorn wider die Götzen die Opferpriester unruhig gemacht habe.Solche« erre- Lacmnatzin, Fürst von Tetzuco, welcher durch ihre Vorstellungen aufgemuntert wurde,get die Gre- ergriff diesen Vorwand, sich nachdrücklich wider die Span er zu erklären. Er verbandke»- damit das Vorgeben, dem Motezuma die Freyheit wieder zu schaffen, und zugleich die Eh-
re seiner Götter und seines Oberhauptes zu vertheidigen. Obgleich diese scheinbaren Bewe-gungsgründe nur eine doppelte Decke waren, den Ehrgeiz zu verbergen, der ihn antrieb,nach dem Throne zu streben: so wußte er sie doch iriit so vielem Nachdrucke und solcherGeschicklichkeit gültig zu machen, daß er eine große Anzahl Herren, die nur auf Gelegen-heit warteten, ihren Haß wider die Spanier auöbrechen zu lassen, auf seine Seite zog,und sich gar bald an der Spitze einer fürchterlichen Partey sah. » Auf diese Nachricht ent-schloß sich Cortez, die Waffen zu brauchen, und den Aufstand in seiner Geburt zu ersti-cken. Der Kaiser aber, welcher die wahre Absicht seines Neffen wohl einsah, und wel-cher bey der Verblendung, worinnen ihn die Spanier wegen seiner Freyheit unterhielten,keinen Unterschied mehr unter seinem und ihrem Besten machete, fand weit kürzere Mittel,die Aufrührer zurück zu halten. Das Ansehen, welches er noch bey einigen Mächtigen er-halten hatte, und die Belohnungen, die er ihnen ingeheim anbiethen ließ, brachten sie
dahin,
„in dem Tempel aufzurichten. Er erzählet von„Wort zu Wort, oder erdichtet vielmehr eine ganze„Rede, welche Cortez vor dem heiligen Kreuze soll„gehalten haben, und führet mit vielen Umständen„ein Wunder an, welches der heilige Eifer diese«„großen Anführers soll hervor gebracht haben. Es„scheint, daß der gute Mann aus guter Absicht„seine Leser von einer Sache hat überreden wollen,„davon weder er noch sonst jemand einen Grund„hat angeben können. ES hat aber mit diesem„Wunder folgende Bcwandniß. Die Mexicaner„halten in langer Zeit keinen Regen bekommen,„daher liefen sie mit vielem Ungestüme zu dem„Quartiere der Spanier, und schrien einhaklig,„daß die Götter sie ihres Schuhes entzogen hätten,„weil sie fremde Götter in ihren Tempel hätten„einführen lassen. Cortez, der desfakls einen Auf-„rühr befürchtete, versprach ihnen, im Namen sei-„nes Gottes, in wenig Stunden einen starken und„überflüssigen Regen, und siehe da, der Himmel,,erfüllet« zur bestimmten Zeit, zur größten Ver-„wunderung und zum Erstaunen des Kaisers, und der„ganzen Stadt, fein gethanes Versprechen.
„Ich will nicht untersuchen, in welche Verwir-rung Cortez gerathen, da er die Wahrheit seiner„Religion gegen die Ungläubigen mit einem Wun-„der zu bekräftigen sich unterstanden hat. Man
„kann dieses als eine Wirkung seines besondern Ei-„fers ansehe», und er ist daher in Betrachtung„dieser seiner Andacht zu entschuldigen. Zch kam»„mich eben so wenig über den glücklichen und be-wundernswürdigen Ausfall dieser Sache ver-„wundern, weil solches gar wohl seine natürliche„Ursache hat haben können. Die Sache oder Be-gebenheit selbst aber stimmet so wenig mit der„Vernunft überein, daß man selbige unmöglich„glauben kann, wenn man vornehmlich den gro-„ßen Verstand des Cortez und die vernünftigen„Einsichten nnd Bedachtsamkeit des Dartholomäus„von Olmedo nur in einige Betrachtung ziehen„will- Geseht aber, daß man von Cortez und die-„scm so berühmten Geistlichen glauben könnte, daß„sie die Zerstörung der Götzen in Mexico auf sol-„che Weise und zu der Zeit, wie es von den Ge-schichtschreibern berichtet wird, hätten vornehme«„können: so werden wir doch nicht unrecht thun,„wenn wir uns erkühnen, über die Umstände und„den Ausfall dieser Geschichte einige Anmerkunaen„zu machen > denn, wofern es ander« einem Ge-schichtschreiber erlaubet ist, über die vorfallenden„Begebenheiten seine Betrachtungen anzustellen: so„weis ich fast nicht, ob ba-jenige, was in Cozumel„so schwer gewesen ist, in Mexico, «ls einer so volk-„reichen Stadt, nicht noch schwerer, ja fast ganz