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Dreyzehnter Band.
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564 Reisen und Entdeckungen

Ferdinand der That dasjenige, was ihrem Geize und ihrer Ehrsucht am meisten schmeichelte. Cor-Lorre;. 1519 . schien auch ungemein vergnügt darüber, da er sah, daß ihm dasjenige angebothen wur-de , was er zu verlangen, sich nicht getraucte. Er sah die List dabey gar wohl ein: wasaber auch seine Absichten dabey seyn mochten, worüber er sich noch gegen niemand öffentlicherkläret hatte: so ergriff er die Parten, die Vortheile anzunehmen, die man ihm anboth,ohne seiner Unternehmung im Grunde zu entsagen, worüber er sich zu erklären, so langeverschob, bis er den Befehl aus Spanien erhalten, worauf er wartete.

Er huldiget Motezuma ließ seine Caciquen ohne Aufschub zusammen kommen. Sie begaben sich inSpanien, das Zimmer, welches er in dem Quartiere der Spanier inne hatte. Diaz versichert, erhabe eine lange Unterredung mit ihnen gehalten, wozu Cortez nicht mit berufen worden,um sie vermuthlich zu bewegen, daß sie seinen Vorschlag annehmen möchten. In einerandern Versammlung aber, worinnen er den ersten Platz nach dem Kaiser nebst seinenDolmetschern und einigen von seinen Hauptleuten einnahm, machte Motezuma eine kurzeVorstellung von dem Ursprünge der Mepicaner, dem Feldzuge der Navatlaguen, den er-staunlichen Eroberungen ihres ersten Kaisers Quezalpoal, und der Prophezeiung, die erihnen hinterlassen hatte, da er zur Eroberung der morgenländischen Reiche abgegangen.Nachdem er nun darauf, als einen unstreitigen Grundsatz festgesetzet, daß der König inSpanien, Monarch dieser Länder, der rechtmäßige Nachfolger des Quezalpoals wäre, wel-cher so viele mal von den Orakeln versprochen, und von der ganzen Nation so eifrigst ver-langet worden: so schloß er, man müßte in diesem Herrn ein Erbrecht erkennen, welchesdem Geblüts zukäme, wovon er herstammete. Er setzete hinzu, wenn er, anstatt seinenGesandten zu schicken, in Person gekommen wäre: so würde die Gerechtigkeit die Mexica-ner verbunden haben, ihn in den Besitz des Reiches zu setzen; und er selbst, den sie fürihren unumschränkten Herrn erkenneten, würde seine Krone zu seinen Füßen geleget haben,um ihn damit nach Belieben handeln zu lassen, oder sie wieder von seinen Händen anzu-nehmen: allein, eben die Ursache verbände ihn, demselben in der Person derjenigen, die ihnvorstelleten, zu huldigen, und dieser Erklärung das Kostbarste aus seinem Schatze beyzufü-gen; und er wünschete, es möchten alle Caciauen des Reichs seinem Beyspiele durch einenfreywilligen Beytrag ihrer Schätze folgen, um sich aus ihrem Eifer vor den Augen ihresersten Herrn ein Verdienst zu machen r).

Dewrgnng«-- Des Motezuma Entschluß würde, nach der Meynung, die man von seiner Macht-rund dazu. hat fassen müssen, und noch mehr nach denen ersten Vorstellungen, die man von seinemCharakter gegeben hat, unglaublich zu seyn scheinen, wenn man sich nicht erinnerte, daßer mit dem Verluste seines ganzen Reiches bedrohet zu werden glaubete; und daß ihn dieseFurcht zu allen Arten der Demüthigung bewogen hatte. Sein Stolz that sich auch dabeyeine heftige Gewalt an. Alle Geschichtschreiber stimmen darinnen mit einander übsrein,daß er eine Zeitlang inne gehalten, ehe er das Wort Huldigung ausgesprochen; und daß ersich dabey der Thränen nicht habe enthalten können. Als Cortez, wenn man eben denZeugnissen trauen darf, sah, was für Eindruck der Schmerz des Monarchen bey denEaei'quen machete: so eilete er, ihnen einen Muth zu machen, indem er sich erklärete, dieGesinnung des Königes, seines Herrn, wäre nicht, eine neue RcgierungSform in dem Reicheeinzuführen, sondern verlängere nur, daß seine Gerechtsamen, seiner Nachkommen wegen,

erkannt

i) Solis am angef. Orte z Cap. ' j) Soli« und Herrera am angef. Orte.