m America. V Buch. IX Cap. z6z
erkannt würden: übrigens wäre er soweit von Mexico entfernet, und mit so vielen andern FerdinandGeschäfftcn beladen, daß man die Erfüllung der alten Prophezeihungen vielleicht noch in ckorre;. 1519.langer Zeit nicht sehen würde. Er nahm aber gleichwohl die Verfügung an, die zum Be- ? ^ '
sten der Spanier geschehen sollte L).
Diese berühmte Ceremonie, wodurch Spanien vornehmlich die Eroberung von Me- Geschenke, diexico rechtfertigen wollen, wurde mit allen Förmlichkeiten begleitet, welche machen konnten, Cortes em-daß sie den Namen einer Nationalurkundc verdienete /). Wenig Tage hernach ließ Mo- pfängt.tezuma dem Cortez die kostbaren Geschenke zustellen, die er in Bereitschaft hielt. Dieseswaren eine Menge Goldstücke, die artig gearbeitet waren, goldene Abbildungen von Thie-ren , Vögeln und Fischen, Edelgesteine, vornehmlich eine große Anzahl von denjenigen,welche die Mexicaner Lhalcutterr nennen, die wie Schmaragdeu aussehen, und ihnenstatt der Diamante dienen; feine baumwollene Zeuge, Gemälde und Tapeten von denschönsten Federn in der Welt; und endlich alles Gold, welches sich in Klumpen in derkaiserlichen Gießerey befand. Nachdem die Caciquen ihren Beytrag,aus allen Provinzengebracht hatten: so belief sich die Summe des Goldes allein über sechshundert tausendMark,«), welches Cortez in Stangen von verschiedenem Gewichte gießen ließ, und wovoner den fünften Theil für sich nahm, nachdem er des Königes in Spanien seinen davon zu-rückgeleget hatte. Er hielt sich auch berechtiget, die Summen davon zu nehmen, die er auf derInsel Cuba schuldig war. Das Uebrige wurde unter den Soldaten und Befehlshaberngetheilet, worunter man diejenigen mit begriff, die man zu Vera Cruz gelassen hatte. Wasfü/Sorgfalt man auch anwenden mochte, die Eintheilung nach einem gehörigen Verhält-nisse zu machen: so war es doch schwer, allen Klagen vorzubeugen, bey Leuten, deren Geizgleich war, die sich aber wegen der Ungleichheit der Verdienste und des Rechts keine Ge-rechtigkeit wiederfahren ließen. Allein, Cortez gab mit einer Uneigennühigkeit, die derGröße seiner Seele anständig war, von seinem eigenen so viel her, als zur Zufriedenheitderjenigen nöthig war, welche glaubeten, daß ihnen nicht genug geschehen.
Motezuma hatte das, wozu er sich anheischig gemacht, kaum erfüllet: sö ließ er den Motezmnaspanischen Heerführer rufen. Er hatte solches einem Soldaten des Cortez aufgetragen, wel- liegt ihm an,chen er lieb gewonnen, weil er schon ziemlich gut Mexikanisch redete, und welcher bemerket Staate»hatte, daß sich vergangene Nacht viele Herren und einige Priester heimlich in das kaiserli-^ verlassen,che Zimmer geschlichen. Cortez, der über eine Bothschaft beunruhiget war, welche aufeine Unterredung folgete, woraus man ihm ein Geheimniß gemacht, ließ sich von zwölfseiner tapfersten Soldaten begleiten. Er erstaunete, daß er in dem Gesichte des Kaiserseine strenge ernsthafte Mine wahrnahm, die er noch niemals an demselben in Ansehungseiner gesehen hatte. Sein Verdacht vermehrste sich, als er sich bey der Hand genommen,und in das innere Gemach geführet sah, wo ihn dieser Herr ernsthaft ersuchete, ihn anzu-hören, und ihm darauf meldete: es wäre Zeit, abzureisen, weil er nichts mehr zu fordernhätte, nachdem er alles, was ihm aufgetragen worden, angenommen; nachdem die Ur-sachen oder der Vorwand seines Aufenthaltes aufgehöret: so könnten sich die Mexicanernicht bereden, daß ein längerer Verzug nicht gefährliche Absichten bedcckete. Diese kurzeErklärung, welche vorher bedacht zu seyn schien, und sogar mit einer drohenden Mine be-gleitet war, beunruhigte den Cortez so heftig, daß er einem seiner Hauptleute ingeheim be-
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H -Hecrcra am ang. Orte 4 Cap. Solls am ,«) Ebendas.ang. Orte 4 Cap.